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Notfallpraxis Schorndorf geschlossen — und nun?

Foto: tv

Die ärztliche Notfallpraxis in Schorndorf bleibt geschlossen. Dieser Plan der Kassenärztlichen Vereinigung löst Kritik aus und könnte Auswirkungen auf den Ostalbkreis haben.

Mittwoch, 03. April 2024
Thorsten Vaas
1 Minute 32 Sekunden Lesedauer

Die bisherige Notfallpraxis in Schorndorf ist bereits seit Oktober vergangenen Jahres geschlossen. Wie die Kassenärztliche Vereinigung Ende März mitteilt, wird sie nicht wieder eröffnet. Auch die Tage der Praxis in Backnang sind demnach gezählt, sie bleibe erhalten, bis die Räume der Bereitschaftspraxis am Klinikum Winnenden ausgebaut seien. Hintergrund sei eine Neustrukturierung des ärztliche Bereitschaftsdienstes im Rems-​Murr-​Kreis. Denn die Engpässe in der wohnortnahen haus– und fachärztlichen Versorgung durch niedergelassene Ärztinnen und Ärzte sei größer geworden. Allein im Rems-​Murr-​Kreis seien bereits mehr als 40 Hausarztsitze unbesetzt. „Das hat auch Auswirkungen auf den Bereitschaftsdienst, da weniger Ärztinnen und Ärzte für die Dienste zur Verfügung stehen“, heißt es weiter. Für Menschen im Ostalbkreis, die an der Grenze zum Rems-​Murr-​Kreis leben, oder Bürgerinnen und Bürger aus Alfdorf bekommt die Notfallpraxis im Stauferklinikum Mutlangen damit eine größere Bedeutung.

Auch dort wurde umstrukturiert. Nach einem Urteil des Bundessozialgerichts zog die Kassenärztliche Vereinigung Baden-​Württemberg im Oktober vergangenen Jahres die „Notbremse“ beim Ärztlichen Bereitschaftsdienst in Notfallpraxen. Einige wurden geschlossen, manche öffneten nur noch am Wochenende, bei vielen solchen Praxen wurde die Öffnungszeit verkürzt — beispielsweise am Stauferklinikum. Die Notfallpraxis am Stauferklinikum in Mutlangen hat folgende Öffnungszeiten:

Montags, dienstags, donnerstags und freitags von 18 bis 22 Uhr.

Mittwochs von 16 bis 22 Uhr.

Samstag, Sonntag und feiertags von 10 bis 20 Uhr.

Kindernotfallpraxis: sonntags und feiertags von 8 bis 20 Uhr.


Kritik an den Plänen kommt unter anderem Inge Gräßle, CDU-​Bundestagsabgeordnete für den Wahlkreis Backnang-​Schwäbisch Gmünd. Der Weg zum Arzt werde durch die Schließung der Notfallpraxen bald deutlich länger, die ohnehin angespannte Versorgungssituation werde sich spürbar verschlechtern. „Wir fordern die KVBW auf, sich gemeinsam mit dem Landratsamt, den Stadtverwaltungen und der niedergelassenen Ärzteschaft wieder an einen Tisch zu setzen und echte Lösungen zur Sicherstellung einer wohnortnahen Notfallversorgung zu erarbeiten“, schreibt die Abgeordnete. Für Doris Reinhardt von der KVBW gehe es hier allerdings nicht um medizinische Notfälle, „wir reden über eine Überbrückungsbehandlung, die jede Bürgerin und jeder Bürger in Baden-​Württemberg im Schnitt alle paar Jahre mal in Anspruch nimmt“. Um die wohnortnahe Versorgung zu stabilisieren, müsse man nun umdenken.

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