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Nachrichten Schwäbisch Gmünd

Besuch im „Vorhof“ der Ledergasse: Waisenhaus, Gewerbeschule und Verwaltung

Fotos: Stadtarchiv (historisch), gbr (aktuell)

Das stadtbildprägende Gebäude zwischen Marktplatz und Ledergasse wurde in der Barock-​Zeit als Gmünder Waisenhaus gebaut, diente später der Berufsausbildung und wird seit 1980 von der Stadtverwaltung als Bürogebäude genutzt.

Montag, 13. Mai 2024
Gerold Bauer
1 Minute 9 Sekunden Lesedauer

Die Namen „Ledergasse“ und „Fischergasse“ erinnern noch daran, von welchen Berufen dieses Viertel einst geprägt war. Vom 14. bis zum 18. Jahrhundert blühte dort das Gewerbe der Gerber, doch im späten 19. Jahrhundert veränderte sich das Gesicht der Straße. Die Stadt kaufte dort Kleingärten auf, ersetzte um 1900 die Obstbäume durch eine Lindenallee und legte in den 30er-​Jahren öffentliche Grünflächen an. Mit dem Bahnanschluss war die Ledergasse für Reisende ja zum Entree der Innenstadt geworden.
Historiker Hans-​Wolfgang Bächle (†) beschreibt im Buch „Kultur und Geschichte im Gmünder Raum“, wie sich das große Gebäude an der Schnittstelle zwischen Marktplatz und Ledergasse im Laufe der Zeit verändert hat. Er nennt den Platz dort „Vorhof der Ledergasse“.
Das von Barockbaumeister Johann Michael Keller 1768/​69 erstellte Gebäude mit großer Freitreppe und schönem Portal war einst ein Waisenhaus, in das 1776 die erste Gmünder Zeichenschule mit Lehrer Johann Georg Strobel einzog. Bis 1909 war auch das Kunstgewerbemuseum dort.
Ältere Gmünder erinnern sich noch, dass dort auch die Gewerbeschule war, die in den 70er-​Jahren ins Berufsschulzentrum auf dem Hardt umzog. Der Flügel mit der einstigen Spitalkapelle (heute Theaterwerkstatt) wurde 1841 gebaut – und dient ebenso wie die ehemalige Gewerbeschule der Stadt nun als Verwaltungsgebäude.

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