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Nachrichten Schwäbisch Gmünd

So Ebbes: Advent im Zug

Foto: tv

Mit Humor lebt sich’s leichter, heißt es. Wenn was doof läuft, einfach lächeln. Wenn einem zum Weinen zumute ist, lachen, bis das Zwerchfell weh tut. Das gilt in allen Lebenslagen — wie das heutige So Ebbes zeigt.

Freitag, 03. Mai 2024
Sarah Fleischer
1 Minute 8 Sekunden Lesedauer

Nicht umsonst ist Galgenhumor ein ganz eigenes Genre. Und so manch überliefertes letztes Wort entbehrt nicht eines gewissen Humors. Der walisische Dichter Dylan Thomas etwa, seines Zeichens schwerer Alkoholiker, erholte sich nicht mehr von einer Lungenentzündung. Seine letzten Worte: „Ich hatte achtzehn volle Whisky; ich denke, das ist Rekord.“ Goethe soll mit den Worten „Mehr Licht!“ aus dieser Welt geschieden sein. Das ist aber nur die halbe Wahrheit, vollständig sagt er wohl: „Macht doch den zweiten Fensterladen auch auf, damit mehr Licht hereinkomme.“ Ungleich unpoetischer.
Aber man muss ja nicht gleich sterben, um humorvoll mit unbequemen Situationen umzugehen. Auch wenn einem vielleicht danach zumute ist. Viele Bahnreisende wissen, wovon die Rede ist. Und selbst das Bahnpersonal hat teils eine ganz eigene Art von verzweifeltem Sarkasmus entwickelt – um die Passagiere aufzuheitern oder sich selbst zu schützen, wer weiß?
Der Zug nach Stuttgart ist jedenfalls nicht nur 25 Minuten zu spät, sondern dementsprechend auch proppenvoll. Kaum hat man Schwäbisch Gmünd hinter sich gelassen, ertönt die Stimme der Zugbegleiterin: „Liebe Fahrgäste, wir sind wie ein Adventskalender – auch, wenn nicht Weihnachten ist: Alle Türchen öffnen sich! Und das Beste: Der Zug ist innen hohl, man kann also von vorne bis hinten durchgehen! Fantastisch, oder? Bitte nutzen Sie also bei Ein– und Aussteigen alle Türen, wir würden wirklich, wirklich gerne wenigstens fünf Minuten Verspätung wieder reinfahren!“

Diesen und weitere Texte finden Sie am Freitag in der Rems-​Zeitung.

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