Am Sonntag ist in Spraitbach Bürgermeisterwahl /Polizei ermittelt wegen einer anonym publizierten Schmähschrift
Am Sonntag dürfen die Bürger von Spraitbach darüber entscheiden, wer in den nächsten acht Jahren ihr „Meister“ sein soll. Zur Wahl stehen der amtierende Bürgermeister Ulrich Baum und als Herausforderer der derzeitige Dürbheimer Bürgermeister Alfred Pradel. Eine anonyme Schmähschrift sorgt derzeit für Ärger. Von Gerold Bauer
SPRAITBACH. Viele Augen blicken derzeit nach Spraitbach, ob sich die Geschichte wiederholt. Denn vor acht Jahren hatte Ulrich Baum die Wahl gegen den amtierenden Bürgermeister Rolf Siebert gewonnen. Damals lag die Wahlbeteiligung bei
65 Prozent und das Ergebnis war recht knapp gewesen. Mit
888 Stimmen hatte sich Ulrich Baum gegen Rolf Siebert durchgesetzt, hinter dessen Namen
814 Spraitbacher ihr Kreuzchen machten.
In Spraitbach gibt es knapp
2700 Wahlberechtigte, die am
6. Dezember in der Zeit von
8 bis
18 Uhr im Vereinszimmer der Gemeindehalle zu den Urnen gerufen werden. Zirka um
19 Uhr wird der Vorsitzende des Gemeindewahlausschusses, Gemeinderat Erich Pommerenke, das Wahlergebnis vor dem Rathaus bekannt geben. Der Musikverein Spraitbach, der an diesem Tag auch auf dem Weihnachtsmarkt aufspielt, hat bereits angekündigt, dem Wahlsieger ein Ständchen zu spielen.
Im Gespräch mit der Rems-Zeitung bedauerte Erich Pommerenke, dass der von den Kandidaten fair geführte Wahlkampf durch Äußerungen von einzelnen Bürgern eine unschöne Nuance bekommen habe. In der Endphase hätten Unbekannte nun sogar noch damit begonnen, eine „Schlammschlacht“ zu inszenieren. Anonym wurden per Post an verschiedene Spraitbacher, darunter Geschäftsleute und Vereinsvorsitzende, Briefe verschickt. Inhalt seien üble Schmähungen gegenüber dem Amtsinhaber gewesen, so Pommerenke. Der Vorsitzende des Wahlausschusses appellierte deshalb an alle Bürger, nun in den letzten Tagen vor der Wahl von unseriösen Flugblättern, Plakaten etc. Abstand zu nehmen.
Bürgermeister Ulrich Baum hat sich entschlossen, wegen des anonymen Schmähbriefes Strafanzeige zu erstatten. „Der Inhalt ist beleidigend, verleumderisch und erfüllt den Tatbestand der üblen Nachrede. Der Text ist auf so niedrigem Niveau, dass ich mich nicht dazu äußern will“, so Baum. Er wolle sich auch nicht an Spekulationen beteiligen, wer die Urheber sind. „Das Ermittlungsverfahren läuft. Das ist Sache der Polizei!“.
Alfred Pradel distanzierte sich von den unbekannten Verfassern des Schreibens. Er betonte gegenüber der RZ, dass er sich eine solche Art der „Unterstützung“ nicht wünsche.
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