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» Ostalbkreis | Dienstag, 02. März 2010

Einsetzung von Ulrich Baum für die zweite Amtszeit als Bürgermeister mit „großem Bahnhof“ in der Sporthalle Kohl

Mit einer feierlichen, von Harmonie geprägten Einsetzungsfeier markierte die Gemeinde Spraitbach gestern Abend eindrucksvoll den Beginn der zweiten Amtszeit von Bürgermeister Ulrich Baum. Er hatte sich im Dezember gegen einen Herausforderer behauptet. Von Gerold Bauer

SPRAITBACH. „Der Gemeinderat hat sich bewusst dafür entschieden, die Wiederverpflichtung von Ulrich Baum als Spraitbacher Bürgermeister in größerem, feierlichen Rahmen durchzuführen“, sagte Vize-​Bürgermeister Erich Pommerenke. Nach einem Wahlkampf, bei dem leider nicht alle Bürger fair geblieben waren, wolle man bewusst zeigen, dass die Bürger hinter ihrem Schultes stehen.
Nach der Begrüßung der vielen Gäste — Bürger, Vereinsvertreter, Feuerwehrleute und Nachbar-​Bürgermeister — rief Pommerenke die Fakten in Erinnerung: Die Amtszeit des 2001 erstmals zum Spraitbacher Bürgermeister gewählten und am ersten März 2002 offiziell eingesetzten Ulrich Baum laufe exakt mit dem Tag der Wiedereinsetzung ab. Trotz eines Herausforderers habe Baum seine zweite Wahl noch überzeugender gewonnen als seinerzeit die erste (bei der er — für viele überraschend — mehr Stimmen bekommen hatte als der Amtsinhaber Rolf Siebert).
Der „große Bahnhof“ für die Wiedereinsetzung dokumentiere auch, dass man in Spraitbach die Bevölkerung an kommunalpolitischen Prozessen beteilige. Dass es manchmal unterschiedliche Meinungen gebe, sei in einer Gemeinde kein Problem. Worauf es ankomme sei, dass man fair um die beste Lösung streite
. Pommerenke sprach auch die besondere Stellung eines Bürgermeisters in Süddeutschland an, denn gemäß der baden-​württembergischen Gemeindeordnung sei ein Schultes sowohl der Vorsitzende des Gemeinderats und damit für die richtungsweisenden Entscheidungen zuständig, als auch der Leiter der Verwaltung. „Wir hoffen, dass die Entwicklung der Gemeinde und die Zusammenarbeit im Gemeinderat einen genauso positiven Verlauf nehmen wie in Ihrer ersten Amtszeit“, gab der „Vize“ dem alten und neuen Spraitbacher Schultes mit auf den Weg.
Landrat Klaus Pavel stellte im Hinblick auf den teilweise turbulenten Wahlkampf in Spraitbach die Frage, ob der Liederkranz deshalb bewusst das Lied „Brüder, reicht die Hand zum Bunde“ als Umrahmung für diesen feierlichen Abend ausgesucht habe. Auf alle Fälle sei es wichtig, dass für einen so wichtigen Anlass auch ein besonderes Ambiente gewählt werde. Pavel freute sich deshalb darüber, dass die Veranstaltung in der Sporthalle Kohl mit musikalischer Umrahmung durch Musikverein und Liederkranz sowie im Beisein so vieler Bürger stattfinde.
Trotz eines engagierten Gegenkandidaten 67,7 Prozent der Stimmen bei einer Wahlbeteiligung von über 60 Prozent auf sich zu vereinigen, sei für einen Bürgermeister ein starker Vertrauensbeweis — und das Vertrauen der Bürger zu gewinnen, dies sei bei einer Wahl ja immer das Wichtigste und Wertvollste. Insbesondere in der Kommunalpolitik, die laut Landrat vor allem deshalb als Königsdisziplin der Politik gelte, weil deren Auswirkungen direkt und umgehend bei der Bevölkerung ankommen.
Das Vertrauen seiner Bürger zu genießen, so Pavel, sei eine sehr gute Ausgangsbasis für einen Schultes. Nicht zuletzt in der heutigen Zeit, denn die nächsten acht Jahre werden nach Einschätzung des Landrats aufgrund der Wirtschaftskrise und des daraus resultierenden Geldmangels der öffentlichen Hand nicht gerade einfach. Allein die vielen Sachwerte einer Gemeinde zu erhalten — von den Hallen und Schulen über die Ver– und Entsorgungseinrichtungen — sei unter diesen Bedingungen eine große Aufgabe. Hinzu komme, dass zum Beispiel im Bildungsbereich Beschlüsse der großen Politik auf kommunaler Ebene umgesetzt werden müssen — und dies ohne ausreichende Mittelausstattung der Kommunen. „Auch für jeden Ausbildungs– und Arbeitsplatz vor Ort müssen wir kämpfen“, machte der Landrat deutlich.
Durlangens Bürgermeister Dieter Gerstlauer sprach für den Gemeindetag, die Verwaltungsgemeinschaft und für die Nachbargemeinden ein Grußwort. „Viele Hände werden Dir, lieber Ulrich, heute Abend zur Zusammenarbeit gereicht — ergreife diese Chance, denn die Bürgerinnen und Bürger sind der Nährboden für eine erfolgreiche Kommunalpolitik! Aber ich kenne dich ja nicht anders als einen Menschen, der immer um konstruktive Zusammenarbeit bemüht ist.“
Nach weiteren Grußworten von Pfarrvikarin Tamara Götz, Rektorin Susanne Blinzinger, Alexander Berndt im Namen der örtlichen Vereine sowie einem Mitarbeiter der Gemeinde ergriff Ulrich Baum selbst das Wort und sprach von einem würdevollen Ereignis. Im Wahlkampf sei seine Arbeit von der Bevölkerung kritisch unter die Lupe genommen und letztlich durch das Abstimmungsergebnis gewürdigt worden. Wie sehr man in Spraitbach auf den Zusammenhalt der Menschen und das bürgerschaftliche Engagement zählen könne, habe erst kürzlich der ehrenamtliche Einsatz beim Rückbau der Gemeindehalle gezeigt. Politik müsse nachhaltig sein und künftige Generationen berücksichtigen, so Baum weiter. „Meine Wiederwahl verstehe ich nicht als Ruhekissen, sondern als Verpflichtung. Dass die anstehenden Aufgaben nicht einfach werden, räumte auch er unumwunden ein. Denn der Handlungsspielraum sei angesichts vieler Pflichtaufgaben und gleichzeitig fehlender finanzieller Ausstattung der Gemeinden gering.
 

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