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» Schwäbisch Gmünd | Montag, 04. April 2011

Rund 2000 Menschen nahmen am Samstag auf Gmünder Markung an der Kreisputzete teil /​Bürgermeister und GOA-​Chef dabei

Galerie (3 Bilder)

Allein in Schwäbisch Gmünd mit seinen Stadtteilen waren am Samstag knapp 2000 Menschen unterwegs, um Müll aus der Landschaft zu entfernen und diese frühlingsfein zu machen.

SCHWÄBISCH GMÜND. Nach dem Einsatz waren die vielen Helfer, die aus allen Generationen zusammenkamen, ins Musikerheim der Stadtjugendkapelle in der Weststadt eingeladen. Dort begrüßte Bürgermeister Julius Mihm die Sammler und lobte sie für deren engagierten Einsatz.
Er habe selbst in der Oststadt gesammelt und dabei manche Ecke kennengelernt, von der er bislang nichts wusste, erzählte der Baudezernent, der im gleichen Team unterwegs war, wie der Geschäftsführer der GOA, Henry Forster. Auch der GOA galt der Dank des Bürgermeisters. Kümmert sich doch die Abfallbewirtschaftungsgesellschaft in den kommenden Tagen darum, dass die „Beute“ der Landschaftsputzer eingesammelt und verwertet wird.
Einige Autoreifen und sehr viele Flaschen seien die zentralen Fundstücke in seinem Sammelgebiet gewesen, erläuterte Julius Mihm. Er habe dabei auch ein echtes Problemfeld erkannt: Die direkte Umgebung der Lebensmittelmärkte auf der grünen Wiese. Er wolle darüber mit dem Oberbürgermeister sprechen und in absehbarer Zeit eine Einladung an alle Marktleiter aussprechen, um diese sträker für das Thema zu sensibilisieren.
Rüdiger Maas vom Ordnungsamt, der die organisatorische Leitung der Landschaftsputzete auf der städtischen Markung innehatte, nannte im Gespräch mit der Rems-​Zeitung die stärksten Gruppen: Die meisten Sammler fanden sich – auch bedingt durch den großen Einsatz der Uhlandschule – mit 420 in Bettringen ein. Es folgten Herlikofen mit 325, der Hardt mit rund 200 und Bargau mit 185 Personen.
Die GOA stellte die Müllsäcke und Handschuhe zur Verfügung. Sie gab auch etwas Geld zum Etat, den ansonsten die Stadt übernahm. Jede Gruppe, die mit mindestens zehn Teilnehmern von 8 bis 11 Uhr tätig war, durfte ein kleines „Startgeld“ für ihre Kasse in Empfang nehmen. Außerdem gab es natürlich das gemeinsame Vesper, für das die Stadtjugendkapelle und der Bezirksfischereiverein sorgten.
Rüdiger Maas berichtete von Gruppen, die sich förmlich um die schwierigsten Aufträge gerissen hätten. So säuberte die Jugendfeuerwehr Wetzgau den Steilhang bei Waldau und das Technische Hilfswerk nahm sich des Waldstetter und des Josefsbachs an. Hier wurde das Abfallsammeln offensichtlich gleichzeitig als Training für den Einsatz in unwegsamem Gelände genutzt.
Wilde Müllablagerungen, so Maas, habe man vor allem dort gefunden, wo man zum einen mit dem Auto hinkomme und zum anderen nicht gesehen werden könne. Ärgerlich fand Maas auch die Situation entlang des Schießtal-​Freibades und –Sees. Wo die Lkw-​Fahrer ihre Ruhezeiten nehmen bzw. übernachten hinterließen sie auch ohne Bedenken den gesamten Müll aus ihren Brummis.
 

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  1. Die Putzete ist im Aufwärtstrend, aber es ist noch mehr Spaß für viele Teilnehmer drin!
    Bevor der Müll wochenlang unter der Schneedecke lag, lag er teilweise ein Jahr in der freien Natur. Ob wirklich weniger Müll wie in den Vorjahren angefallen ist, weiß man eigentlich erst dann, wenn der Müll von der Stadtreinigung eingesammelt wurde. Das passiert normalerweise am Montagvormittag. In der Oststadt und am Hardt wurde trotz sehr geringer Beteiligung, Dank des Arbeitskreises "Sauberer Stadtteil", mehr Müll wie in den Vorjahren gesammelt! Letztes Jahr wurde das erstemals für diesen Stadtteil eine detaillierte Bilanz aufgestellt. Das Ergebnis aus Oststadt und Hardt: "Für die Problemquartiere kann es noch keine Entwarnung geben!". Dass in der Stadt weniger Müll gesammelt wurde ist klar, denn dort wird von der Stadtreinigung jedes Papierchen und jede Zigarettenkippe mit der Greifzange persönlich ein einen Abfalleimer gelegt. Dies gilt für die Außenbezirke nicht. Dort wurde die meisten Abfallkörbe vor Jahren abmontiert und dort werden auch nur die Spielplätze gereinigt, auch die, die eigentlich einen Spielplatzpaten haben. Über die Funktion von Spielplatzpaten sollte sich die Stadt bei Gelegenheit Gedanken machen. Wer eine Urkunde bekommt, der sollte auch wissen für was er die bekommt, sonst ist sie nichts wert. Die Situation am Hardt, die die Stadträtin Preibisch letztes Jahr vor der Putzete im Stadtrat bemängelt hat, ist zwar mit der diesjährigen Putzte etwas verbessert worden, aber noch lange nicht behoben. Es liegt noch zu viel Müll im nördlichen Steilhang des Hardts zwischen "Colonel-Walk" und Buchauffahrt.

    Die Rangliste, die Bürgermeister Mihm, der selbst zusammen mit dem GOA-Geschäftsführer Forster und dem Alevitischen Kulturverein bis um 11 Uhr in der Oststadt am Remsufer schwitzte, bei der Abschlussveranstaltung ansprach, sagt natürlich überhaupt nichts über die Qualität der Putzaktionen aus. Dies gilt in besonderem Maße für den Hardt. Bei den ehemals selbstständigen Gemeinden, den heutigen Stadtteilen Bettringen und Herlikofen, ist das vermutlich etwas völlig anderes, weil dort die ehemalige Dorfgemeinschaft zumindest noch teilweise erhalten geblieben ist. Auf dem Dorf ist die Welt eben noch in Ordnung. Hardt und Oststadt sind im Gegenteil zur Südstadt noch lange kein Dorf.

    Der Hardt hat es trotz der 200 Helfer nicht geschafft den Hangbereich unterhalb der Hardtsiedlung zwischen "Colonel-Walk" (Weg in die Oststadt) und dem Ende der Parkplätze des Berufschulzentrums vom Müll zu befreien. Die rote Laterne, das Schlusslicht, in Bezug auf die Menge des gesammelten Mülls gebührt der Grundschule Hardt, die seit Jahren mit ca. 150 Schülern bei der Putzete mitmacht. Dort hat sich in den letzten Jahren unter der Regie des ehemaligen Rektor der Grundschule Hardt eine Art der Beteiligung an der Putzete eingespielt, die in Zukunft nicht mehr tolerierbar ist. Trotz der Bereitschaft und der Bemühungen des neuen Schulleiters in diesem Jahr die Putzete in dem von der Stadt vorgegeben Umfang und in Absprache mit den anderen Akteuren am Hardt durchzuführen, konnte das Lehrerkollegium dieses Jahr noch nicht von der Notwendigkeit wesentlicher Änderungen überzeugt werden. Dies muss hier angesprochen werden, denn es erklärt, warum knapp 200 gemeldete Freiwillige am Hardt es dieses jahr wieder nicht schafften den Hardt wenigsten an einem Tag im Jahr müllfrei zu bekommen. Nach Angaben des ehemaligen Rektors wurden letztes Jahr 20 Müllsäcke gefüllt. Nach dem was ich dieses Jahr beobachten durfte, waren es wohl eher 20 Einkaufstüten, die insgesamt vielleicht ein blauen Müllsack füllten. Einen blauen Müllsack haben ich bei keinem Schüler der Grundschule Hardt gesehen.

    Gott sei Dank gibt es den Montessori-Kindergarten St. Peter und Paul auf dem Hardt. Er ist der Leuchturm auf dem Hardt, zumindest was Umweltpädagogik und die Putzte betrifft. Die Erzieherinnen dort sind Überzeugungstäter, die ihren Kinder (ca. 20) das beste Vorbild sind. Wie die Grundschule sind sie seit Jahr und Tag aus eigenem Antrieb dabei, erhalten aber statt acht, wie die Grundschule, nur eine Startprämie, arbeiten dafür statt ener Stunde ganze drei Stunden im Buchhölzle-Wald und schlagen die Grundschule Hardt dementsprechend auch in der gesammelten Müllmenge bei weitem, das heißt um das Vielfache. Genau Zahlen gibt es demnächst auf www.gmend-gugga.de. Wenn also jemand ein Lob für seinen Einsatz bei der Gmünder Putzte verdient, dann ist das der Montessori-Kindergarten St. Peter und Paul. Respekt!

    Auf dem Hardt und in der Oststadt wurde regelmäßig die Erfahrung gemacht, dass die angemeldeten Teilnehmerzahlen bei der Putzete leider nicht erreicht werden. Ob diese zwei Quartiere eine Ausnahme in Schwäbisch Gmünd darstellen ist unwahrscheinlich, aber möglich. Nach unserer Erfahrungen zu urteilen ist bei einer gemeldeten Teilnehmerzahl von 1900 mit einer tatsächlichen Teilnehmerzahl von ca. 1000 Teilnehmern zu rechnen. Es liegt also sicher noch nicht am fehlenden Müll, dass die Sammelergebnisse nach Angaben der Stadt anscheinend zurückgehen sollen, die Erfahrungen aus der Oststadt und vom Hardt sprechen leider dagegen. Es gibt viele Dinge, die noch zu optimieren sind, insbesondere der Beitrag der Schulen. Gemäß der Erfahrungen in Aalen liegt das Sammelergebnis der Schulen bei ca. 10% dessen, was ein entsprechend große Vereinsgruppe zusammen trägt. Dies dürfte auch in Schwäbisch Gmünd bei den guten Beispielen hinkommen. Dies gilt nicht für den Kindergarten St. Peter und Paul, der deutlich über diesem Wert liegen und nicht für die Grundschule Hardt, die deutlich unter diesem Wert liegt. Die Vereine sind und waren schon immer das Rückgrat der Putzete, ohne sie läuft leider nichts.

    Davon haben dieses Jahr zum ersten Mal die Oststadt und die Hardt-Putzte profitiert. Die Oststadt-Putzete wurde vom alevitischen Kulturverein gerettet, nach dem das JKI Esperanza seine alte Bringschuld nicht einlösen wollte. Die Hardt-Putzte hat die Gorodki-Initiative, die ein altes russisches Wurfspiel betreibt (Ansprechpartner Oleg Haynulin, Nikolai Potapenja), maßgeblich unter die Arme gegriffen, sonst wäre dort deutlich weniger gelaufen.
    Der Quartiersmanager der Oststadt Bernhard Bormann war sicher überall, auch bei der Gorodki-Truppe, deren Einsatz am Hardt ihm vom Sprecher des AK "Sauber Stadtteil" dringend empfohlen wurde. Aber er war wie üblich vor allem mit dem Auto unterwegs und nicht mit den Putzete-Trupps. Mit dem alevitischen Kulturverein (ca. 10 Teilnehmer), einem deutschen Oststadtbewohner ohne Migrationshintergrund, dem Baudezernent Mihm und dem GOA-Geschäftsführer Forster nebst Frau und Sohn war nicht der Quartiersmanager, sondern der Sprecher des Arbeitskreises "Sauberer Stadtteil" in der Oststadt unterwegs. Dort hat der Quartiersmanagers am Ende der Putztete in bewährter Weise das Vesper aus dem Musikerheim und die heißersehnten Erfrischungsgetränke vorbeigebracht. Der kleine Sohn des GOA Geschäftsführers Forster hatte trotz Durstes erkennbaren Spaß, weil er erkannte, dass er etwas Gutes für die Umwelt tut. Zu seinem verdienten Vesper und zu einem kühlen Erfrischungsgetränk kam er nicht wie die anderen Teilnehmer bereits in der Oststadt, sondern erst im Musikerheim, wo sein Vater und der Baudezernent die Putzete offiziell abschlossen.

    Ob ausgerechnete die Putzete am Hardt die richtige Gelegenheit ist Baumaterial, d.h. Pflastersteine, aus dem nördlichen Steilhang des Hardts für den Jugendtreff Hardt herauszuholen, das ist eine von vielen Fragen, die noch einmal diskutiert werden muss, wenn die Putzete noch besser werden soll. Insbesondere angesichts der Tatsache, dass es am Hardt seit Jahren nicht gelungen ist, mehr wie einen freiwilligen Helfer, d.h. mehr wie den Sprecher des AK "Sauberer Stadtteil", zu finden, der bereit gewesen wären sich auch dem Müll im oberen nördlichen Hang des Hardts zu widmen. Dass die Pflasterseteine ausgerechnet für den Jugendtreff Hardt verwendet werden soll, das ist ein relativ makaberer Scherz gegenüber dem Sprecher des AK "Sauberer Stadtteil" und sollte den Teilnehmer des letztjährigen Putzete-Treffens von Oststadt, Hardt und Bettringern-NW zu denken geben.

    Bei aller Kritik war die diesjährige Putzete au dem Hardt und in der Oststadt die erfolgreichste Putzete in der Oststadt und auf dem Hardt, die es je gegeben hat. Sie beweist, dass ohne engagierte Bürger und ohne Vereine beziehungsweise einsatzbereite Initiativen nichts geht. Und sie zeigt, dass grundsätzlich immer noch mehr geht.

    Jörg Herzer
    Sprecher des Arbeitkreises "Sauberer Stadtteil"
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Rund 2000 Menschen nahmen am Samstag auf Gmünder Markung an der Kreisputzete teil /​Bürgermeister und GOA-​Chef dabei

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Allein in Schwäbisch Gmünd mit seinen Stadtteilen waren am Samstag knapp 2000 Menschen unterwegs, um Müll aus der Landschaft zu entfernen und diese frühlingsfein zu machen.

SCHWÄBISCH GMÜND. Nach dem Einsatz waren die vielen Helfer, die aus allen Generationen zusammenkamen, ins Musikerheim der Stadtjugendkapelle in der Weststadt eingeladen. Dort begrüßte Bürgermeister Julius Mihm die Sammler und lobte sie für deren engagierten Einsatz.
Er habe selbst in der Oststadt gesammelt und dabei manche Ecke kennengelernt, von der er bislang nichts wusste, erzählte der Baudezernent, der im gleichen Team unterwegs war, wie der Geschäftsführer der GOA, Henry Forster. Auch der GOA galt der Dank des Bürgermeisters. Kümmert sich doch die Abfallbewirtschaftungsgesellschaft in den kommenden Tagen darum, dass die „Beute“ der Landschaftsputzer eingesammelt und verwertet wird.
Einige Autoreifen und sehr viele Flaschen seien die zentralen Fundstücke in seinem Sammelgebiet gewesen, erläuterte Julius Mihm. Er habe dabei auch ein echtes Problemfeld erkannt: Die direkte Umgebung der Lebensmittelmärkte auf der grünen Wiese. Er wolle darüber mit dem Oberbürgermeister sprechen und in absehbarer Zeit eine Einladung an alle Marktleiter aussprechen, um diese sträker für das Thema zu sensibilisieren.
Rüdiger Maas vom Ordnungsamt, der die organisatorische Leitung der Landschaftsputzete auf der städtischen Markung innehatte, nannte im Gespräch mit der Rems-​Zeitung die stärksten Gruppen: Die meisten Sammler fanden sich – auch bedingt durch den großen Einsatz der Uhlandschule – mit 420 in Bettringen ein. Es folgten Herlikofen mit 325, der Hardt mit rund 200 und Bargau mit 185 Personen.
Die GOA stellte die Müllsäcke und Handschuhe zur Verfügung. Sie gab auch etwas Geld zum Etat, den ansonsten die Stadt übernahm. Jede Gruppe, die mit mindestens zehn Teilnehmern von 8 bis 11 Uhr tätig war, durfte ein kleines „Startgeld“ für ihre Kasse in Empfang nehmen. Außerdem gab es natürlich das gemeinsame Vesper, für das die Stadtjugendkapelle und der Bezirksfischereiverein sorgten.
Rüdiger Maas berichtete von Gruppen, die sich förmlich um die schwierigsten Aufträge gerissen hätten. So säuberte die Jugendfeuerwehr Wetzgau den Steilhang bei Waldau und das Technische Hilfswerk nahm sich des Waldstetter und des Josefsbachs an. Hier wurde das Abfallsammeln offensichtlich gleichzeitig als Training für den Einsatz in unwegsamem Gelände genutzt.
Wilde Müllablagerungen, so Maas, habe man vor allem dort gefunden, wo man zum einen mit dem Auto hinkomme und zum anderen nicht gesehen werden könne. Ärgerlich fand Maas auch die Situation entlang des Schießtal-​Freibades und –Sees. Wo die Lkw-​Fahrer ihre Ruhezeiten nehmen bzw. übernachten hinterließen sie auch ohne Bedenken den gesamten Müll aus ihren Brummis.
 

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  1. Die Putzete ist im Aufwärtstrend, aber es ist noch mehr Spaß für viele Teilnehmer drin!
    Bevor der Müll wochenlang unter der Schneedecke lag, lag er teilweise ein Jahr in der freien Natur. Ob wirklich weniger Müll wie in den Vorjahren angefallen ist, weiß man eigentlich erst dann, wenn der Müll von der Stadtreinigung eingesammelt wurde. Das passiert normalerweise am Montagvormittag. In der Oststadt und am Hardt wurde trotz sehr geringer Beteiligung, Dank des Arbeitskreises "Sauberer Stadtteil", mehr Müll wie in den Vorjahren gesammelt! Letztes Jahr wurde das erstemals für diesen Stadtteil eine detaillierte Bilanz aufgestellt. Das Ergebnis aus Oststadt und Hardt: "Für die Problemquartiere kann es noch keine Entwarnung geben!". Dass in der Stadt weniger Müll gesammelt wurde ist klar, denn dort wird von der Stadtreinigung jedes Papierchen und jede Zigarettenkippe mit der Greifzange persönlich ein einen Abfalleimer gelegt. Dies gilt für die Außenbezirke nicht. Dort wurde die meisten Abfallkörbe vor Jahren abmontiert und dort werden auch nur die Spielplätze gereinigt, auch die, die eigentlich einen Spielplatzpaten haben. Über die Funktion von Spielplatzpaten sollte sich die Stadt bei Gelegenheit Gedanken machen. Wer eine Urkunde bekommt, der sollte auch wissen für was er die bekommt, sonst ist sie nichts wert. Die Situation am Hardt, die die Stadträtin Preibisch letztes Jahr vor der Putzete im Stadtrat bemängelt hat, ist zwar mit der diesjährigen Putzte etwas verbessert worden, aber noch lange nicht behoben. Es liegt noch zu viel Müll im nördlichen Steilhang des Hardts zwischen "Colonel-Walk" und Buchauffahrt.

    Die Rangliste, die Bürgermeister Mihm, der selbst zusammen mit dem GOA-Geschäftsführer Forster und dem Alevitischen Kulturverein bis um 11 Uhr in der Oststadt am Remsufer schwitzte, bei der Abschlussveranstaltung ansprach, sagt natürlich überhaupt nichts über die Qualität der Putzaktionen aus. Dies gilt in besonderem Maße für den Hardt. Bei den ehemals selbstständigen Gemeinden, den heutigen Stadtteilen Bettringen und Herlikofen, ist das vermutlich etwas völlig anderes, weil dort die ehemalige Dorfgemeinschaft zumindest noch teilweise erhalten geblieben ist. Auf dem Dorf ist die Welt eben noch in Ordnung. Hardt und Oststadt sind im Gegenteil zur Südstadt noch lange kein Dorf.

    Der Hardt hat es trotz der 200 Helfer nicht geschafft den Hangbereich unterhalb der Hardtsiedlung zwischen "Colonel-Walk" (Weg in die Oststadt) und dem Ende der Parkplätze des Berufschulzentrums vom Müll zu befreien. Die rote Laterne, das Schlusslicht, in Bezug auf die Menge des gesammelten Mülls gebührt der Grundschule Hardt, die seit Jahren mit ca. 150 Schülern bei der Putzete mitmacht. Dort hat sich in den letzten Jahren unter der Regie des ehemaligen Rektor der Grundschule Hardt eine Art der Beteiligung an der Putzete eingespielt, die in Zukunft nicht mehr tolerierbar ist. Trotz der Bereitschaft und der Bemühungen des neuen Schulleiters in diesem Jahr die Putzete in dem von der Stadt vorgegeben Umfang und in Absprache mit den anderen Akteuren am Hardt durchzuführen, konnte das Lehrerkollegium dieses Jahr noch nicht von der Notwendigkeit wesentlicher Änderungen überzeugt werden. Dies muss hier angesprochen werden, denn es erklärt, warum knapp 200 gemeldete Freiwillige am Hardt es dieses jahr wieder nicht schafften den Hardt wenigsten an einem Tag im Jahr müllfrei zu bekommen. Nach Angaben des ehemaligen Rektors wurden letztes Jahr 20 Müllsäcke gefüllt. Nach dem was ich dieses Jahr beobachten durfte, waren es wohl eher 20 Einkaufstüten, die insgesamt vielleicht ein blauen Müllsack füllten. Einen blauen Müllsack haben ich bei keinem Schüler der Grundschule Hardt gesehen.

    Gott sei Dank gibt es den Montessori-Kindergarten St. Peter und Paul auf dem Hardt. Er ist der Leuchturm auf dem Hardt, zumindest was Umweltpädagogik und die Putzte betrifft. Die Erzieherinnen dort sind Überzeugungstäter, die ihren Kinder (ca. 20) das beste Vorbild sind. Wie die Grundschule sind sie seit Jahr und Tag aus eigenem Antrieb dabei, erhalten aber statt acht, wie die Grundschule, nur eine Startprämie, arbeiten dafür statt ener Stunde ganze drei Stunden im Buchhölzle-Wald und schlagen die Grundschule Hardt dementsprechend auch in der gesammelten Müllmenge bei weitem, das heißt um das Vielfache. Genau Zahlen gibt es demnächst auf www.gmend-gugga.de. Wenn also jemand ein Lob für seinen Einsatz bei der Gmünder Putzte verdient, dann ist das der Montessori-Kindergarten St. Peter und Paul. Respekt!

    Auf dem Hardt und in der Oststadt wurde regelmäßig die Erfahrung gemacht, dass die angemeldeten Teilnehmerzahlen bei der Putzete leider nicht erreicht werden. Ob diese zwei Quartiere eine Ausnahme in Schwäbisch Gmünd darstellen ist unwahrscheinlich, aber möglich. Nach unserer Erfahrungen zu urteilen ist bei einer gemeldeten Teilnehmerzahl von 1900 mit einer tatsächlichen Teilnehmerzahl von ca. 1000 Teilnehmern zu rechnen. Es liegt also sicher noch nicht am fehlenden Müll, dass die Sammelergebnisse nach Angaben der Stadt anscheinend zurückgehen sollen, die Erfahrungen aus der Oststadt und vom Hardt sprechen leider dagegen. Es gibt viele Dinge, die noch zu optimieren sind, insbesondere der Beitrag der Schulen. Gemäß der Erfahrungen in Aalen liegt das Sammelergebnis der Schulen bei ca. 10% dessen, was ein entsprechend große Vereinsgruppe zusammen trägt. Dies dürfte auch in Schwäbisch Gmünd bei den guten Beispielen hinkommen. Dies gilt nicht für den Kindergarten St. Peter und Paul, der deutlich über diesem Wert liegen und nicht für die Grundschule Hardt, die deutlich unter diesem Wert liegt. Die Vereine sind und waren schon immer das Rückgrat der Putzete, ohne sie läuft leider nichts.

    Davon haben dieses Jahr zum ersten Mal die Oststadt und die Hardt-Putzte profitiert. Die Oststadt-Putzete wurde vom alevitischen Kulturverein gerettet, nach dem das JKI Esperanza seine alte Bringschuld nicht einlösen wollte. Die Hardt-Putzte hat die Gorodki-Initiative, die ein altes russisches Wurfspiel betreibt (Ansprechpartner Oleg Haynulin, Nikolai Potapenja), maßgeblich unter die Arme gegriffen, sonst wäre dort deutlich weniger gelaufen.
    Der Quartiersmanager der Oststadt Bernhard Bormann war sicher überall, auch bei der Gorodki-Truppe, deren Einsatz am Hardt ihm vom Sprecher des AK "Sauber Stadtteil" dringend empfohlen wurde. Aber er war wie üblich vor allem mit dem Auto unterwegs und nicht mit den Putzete-Trupps. Mit dem alevitischen Kulturverein (ca. 10 Teilnehmer), einem deutschen Oststadtbewohner ohne Migrationshintergrund, dem Baudezernent Mihm und dem GOA-Geschäftsführer Forster nebst Frau und Sohn war nicht der Quartiersmanager, sondern der Sprecher des Arbeitskreises "Sauberer Stadtteil" in der Oststadt unterwegs. Dort hat der Quartiersmanagers am Ende der Putztete in bewährter Weise das Vesper aus dem Musikerheim und die heißersehnten Erfrischungsgetränke vorbeigebracht. Der kleine Sohn des GOA Geschäftsführers Forster hatte trotz Durstes erkennbaren Spaß, weil er erkannte, dass er etwas Gutes für die Umwelt tut. Zu seinem verdienten Vesper und zu einem kühlen Erfrischungsgetränk kam er nicht wie die anderen Teilnehmer bereits in der Oststadt, sondern erst im Musikerheim, wo sein Vater und der Baudezernent die Putzete offiziell abschlossen.

    Ob ausgerechnete die Putzete am Hardt die richtige Gelegenheit ist Baumaterial, d.h. Pflastersteine, aus dem nördlichen Steilhang des Hardts für den Jugendtreff Hardt herauszuholen, das ist eine von vielen Fragen, die noch einmal diskutiert werden muss, wenn die Putzete noch besser werden soll. Insbesondere angesichts der Tatsache, dass es am Hardt seit Jahren nicht gelungen ist, mehr wie einen freiwilligen Helfer, d.h. mehr wie den Sprecher des AK "Sauberer Stadtteil", zu finden, der bereit gewesen wären sich auch dem Müll im oberen nördlichen Hang des Hardts zu widmen. Dass die Pflasterseteine ausgerechnet für den Jugendtreff Hardt verwendet werden soll, das ist ein relativ makaberer Scherz gegenüber dem Sprecher des AK "Sauberer Stadtteil" und sollte den Teilnehmer des letztjährigen Putzete-Treffens von Oststadt, Hardt und Bettringern-NW zu denken geben.

    Bei aller Kritik war die diesjährige Putzete au dem Hardt und in der Oststadt die erfolgreichste Putzete in der Oststadt und auf dem Hardt, die es je gegeben hat. Sie beweist, dass ohne engagierte Bürger und ohne Vereine beziehungsweise einsatzbereite Initiativen nichts geht. Und sie zeigt, dass grundsätzlich immer noch mehr geht.

    Jörg Herzer
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