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» Schwäbisch Gmünd | Dienstag, 26. Juli 2011

1951: Als sich Bud Spencer alias Carlo Pedersoli aus Rom in die Tochter vom Schallabeck’ aus der Kappelgass’ verguckte

Galerie (3 Bilder)

Ist alles nur Phantasie oder steckt ein wahrer Kern in der Sommerromanze des Jahres 1951 zwischen Bud Spencer und einer hübschen Gmünder Bäckerstochter. Wir wissen nun sicher: Da ist was dran an der Kult-​Geschichte, die derzeit so heiß in der Facebook-​Gemeinde diskutiert wird.

Von Heino Schütte
SCHWÄBISCH GMÜND. Von den zwischenzeitlich über 100 000 Fans im weltweiten Netz zugunsten eines „Bud-​Spencer-​Tunnels“ wird die Liebesgeschichte aus dem Schießtalfreibad als lokalhistorischer Bezug genannt. Schon anlässlich der Einweihung des neuen Schießtalfreibads in den 80er-​Jahren hatten wir Gelegenheit, ein kurzes Gespräch mit besagter Bäckerstochter zu führen. Ihre Antwort war geprägt von vornehmer Verlegenheit: Ja, ein kleines Bissle sei was dran an der Story, die einst jedem treuen Freibadbesucher oder Schwimmvereinskameraden erzählt wurde. Aktuell nun eine nette Überraschung: Angelika Weller aus Straßdorf, Nichte der Bäckerstochter, besuchte die Rems-​Zeitung mit alten Fotos und der wahren Geschichte. Die Familie habe nichts dagegen, dass diese nun weitererzählt werde, um damit auch zur Klarheit im Tunnel-​Tohuwabohu beizutragen. Bei der hübschen jungen Frau auf dem großen Bild handelt es sich um Brigitte Schall, eines der vier Kinder vom berühmten Schallabeck’ aus der Kappelgasse. Noch heute schwärmen viele Gmünder, dass aus der Backstube von Bäckermeister Rudolf Schall die besten Briegel kamen. Nun, Bud Spencer hatte es in seinen späteren Filmrollen ja eher mit Prügeleien als mit Briegel. Dennoch hatte er sich im Jahre 1951 tatsächlich in die Briegel-​Verkäuferin vom „Schallabeck’“ verguckt. Brigitte Schall suchte, wie die alten Bilder zeigen, gerne die Sommerfrische im Schießtal auf, wo 1951 mit einem Schwimmwettkampf Deutschland gegen Italien am 7. und 8. Juli das Nachkriegsfreibad eingeweiht wurde. Rund 10000 Zuschauer säumten an beiden Tagen den Beckenrand des nagelneuen Sportbeckens. Der Rundfunk übertrug sogar live. Auch die Kino-​Wochenschau war dabei. Bewundert wurde besonders das Muskelpaket namens Carlo Pedersoli. Der gebürtige Neapolitaner hatte den Beinamen „Stier von Rom“. Er schaffte die 100 Meter Freistil in 59,9 Sekunden. Ja, und da musste es dann passiert sein. Nichte Angelika Weller umschreibt aus den Familien-​Erzählungen die römisch-​schwäbische Liaison als „schöne Romanze, mehr aber nicht“. Sie glaube auch nicht, dass in den Jahren danach noch Liebesschwüre oder –briefe ausgetauscht wurden. Brigitte Schall war beim zweiten Wettkampfbesuch des „Stiers von Rom“ in Gmünd auch schon mit einem amerikanischen Soldaten verheiratet und wanderte mit ihm 1955 in die USA aus. Zwei Söhne gingen aus der glücklichen Ehe hervor, die beide im Land der unbegrenzten Möglichkeiten eine schöne Karrieremachten. 2001 verstarb die Bäckerstochter, die zeitlebens immer gerne ihre Heimatstadt besuchte. Sie wuchs in der Bäckerei mit ihren drei Geschwistern auf. Viel Fleiß, Bescheidenheit und Disziplin prägten seinerzeit das Leben in einem solchen Familienbetrieb. Aufstehen morgens um halb vier oder noch früher. Dann Verkauf bis in den Abend hinein. Es waren viele Gmünder, die bedauerten sehr, dass der gute Schallabeck“ vor etwa 20 Jahren den Backofen endgültig ausschaltete und die Ladentür für immer verschloss. Vielleicht waren die vielen leckeren und süßen Backwaren damals ja auch der Anfang vom Ende des schlanken und ranken Carlo Pedersoli und der Beginn des korpulenten Bud Spencer!?

 

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Ist alles nur Phantasie oder steckt ein wahrer Kern in der Sommerromanze des Jahres 1951 zwischen Bud Spencer und einer hübschen Gmünder Bäckerstochter. Wir wissen nun sicher: Da ist was dran an der Kult-​Geschichte, die derzeit so heiß in der Facebook-​Gemeinde diskutiert wird.

Von Heino Schütte
SCHWÄBISCH GMÜND. Von den zwischenzeitlich über 100 000 Fans im weltweiten Netz zugunsten eines „Bud-​Spencer-​Tunnels“ wird die Liebesgeschichte aus dem Schießtalfreibad als lokalhistorischer Bezug genannt. Schon anlässlich der Einweihung des neuen Schießtalfreibads in den 80er-​Jahren hatten wir Gelegenheit, ein kurzes Gespräch mit besagter Bäckerstochter zu führen. Ihre Antwort war geprägt von vornehmer Verlegenheit: Ja, ein kleines Bissle sei was dran an der Story, die einst jedem treuen Freibadbesucher oder Schwimmvereinskameraden erzählt wurde. Aktuell nun eine nette Überraschung: Angelika Weller aus Straßdorf, Nichte der Bäckerstochter, besuchte die Rems-​Zeitung mit alten Fotos und der wahren Geschichte. Die Familie habe nichts dagegen, dass diese nun weitererzählt werde, um damit auch zur Klarheit im Tunnel-​Tohuwabohu beizutragen. Bei der hübschen jungen Frau auf dem großen Bild handelt es sich um Brigitte Schall, eines der vier Kinder vom berühmten Schallabeck’ aus der Kappelgasse. Noch heute schwärmen viele Gmünder, dass aus der Backstube von Bäckermeister Rudolf Schall die besten Briegel kamen. Nun, Bud Spencer hatte es in seinen späteren Filmrollen ja eher mit Prügeleien als mit Briegel. Dennoch hatte er sich im Jahre 1951 tatsächlich in die Briegel-​Verkäuferin vom „Schallabeck’“ verguckt. Brigitte Schall suchte, wie die alten Bilder zeigen, gerne die Sommerfrische im Schießtal auf, wo 1951 mit einem Schwimmwettkampf Deutschland gegen Italien am 7. und 8. Juli das Nachkriegsfreibad eingeweiht wurde. Rund 10000 Zuschauer säumten an beiden Tagen den Beckenrand des nagelneuen Sportbeckens. Der Rundfunk übertrug sogar live. Auch die Kino-​Wochenschau war dabei. Bewundert wurde besonders das Muskelpaket namens Carlo Pedersoli. Der gebürtige Neapolitaner hatte den Beinamen „Stier von Rom“. Er schaffte die 100 Meter Freistil in 59,9 Sekunden. Ja, und da musste es dann passiert sein. Nichte Angelika Weller umschreibt aus den Familien-​Erzählungen die römisch-​schwäbische Liaison als „schöne Romanze, mehr aber nicht“. Sie glaube auch nicht, dass in den Jahren danach noch Liebesschwüre oder –briefe ausgetauscht wurden. Brigitte Schall war beim zweiten Wettkampfbesuch des „Stiers von Rom“ in Gmünd auch schon mit einem amerikanischen Soldaten verheiratet und wanderte mit ihm 1955 in die USA aus. Zwei Söhne gingen aus der glücklichen Ehe hervor, die beide im Land der unbegrenzten Möglichkeiten eine schöne Karrieremachten. 2001 verstarb die Bäckerstochter, die zeitlebens immer gerne ihre Heimatstadt besuchte. Sie wuchs in der Bäckerei mit ihren drei Geschwistern auf. Viel Fleiß, Bescheidenheit und Disziplin prägten seinerzeit das Leben in einem solchen Familienbetrieb. Aufstehen morgens um halb vier oder noch früher. Dann Verkauf bis in den Abend hinein. Es waren viele Gmünder, die bedauerten sehr, dass der gute Schallabeck“ vor etwa 20 Jahren den Backofen endgültig ausschaltete und die Ladentür für immer verschloss. Vielleicht waren die vielen leckeren und süßen Backwaren damals ja auch der Anfang vom Ende des schlanken und ranken Carlo Pedersoli und der Beginn des korpulenten Bud Spencer!?

 

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