Denkwürdige Haushaltsrede: Wie geht’s weiter in Gmünd und nun auch im Ostalbkreis?

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Die Einbringung des Haushalts durch Oberbürgermeister Richard Arnold am Mittwoch im Gemeinderat war keine Routineveranstaltung. Es gab maßgebliche Aussagen zu seiner persönlichen Zukunft und auch eine Standortbestimmung für Schwäbisch Gmünd.

Veröffentlicht am Freitag, 14. Februar 2020
von Heino Schütte
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Die Signale waren deutlich: Nicht nur Schwäbisch Gmünd, sondern alle Kommunen leiden unter einer mangelhaften Finanzausstattung durch Bund und Land. Immer mehr Entscheidungen der großen Politik haben direkte Folgen für die Kommunalpolitik im Sinne von wachsenden Aufgaben vor Ort und von zusätzlichen Belastungen der Kommunalhaushalte. Und auch diese Frage steht jetzt im Raum: Wie geht es nun nach der Entscheidung von Richard Arnold gegen eine OB-​Kandidatur in Stuttgart weiter in Schwäbisch Gmünd und auch im Ostalbkreis? Denn es ist zu vermuten, dass Arnolds Entscheidung auch Auswirkungen auf die persönlichen Zukunftspläne von Bürgermeister Dr. Joachim Bläse hat, der als Nachfolger von Landrat Klaus Pavel im Gespräch ist. Mehr dazu am Freitag in der Rems-​Zeitung und hier auch gleich ein Kommentar:

Wichtige Signale
Von Heino Schütte

Die Gemeinderatssitzung mit Haushaltseinbringung war in dieser Woche alles andere als eine alljährlich wiederkehrende Routineveranstaltung; mit einem für den Laien unüberschaubaren Zahlenwerk auf fast 700 Seiten. Mehr als die Zahlen und Summen interessierte den Bürger die große, richtungsweisende Personalfrage, wie es denn nun weitergehe mit unserer Stadt in voraussichtlich sehr stürmischen Zeiten. Mit seiner „Königsrede“ hat OB Richard Arnold wichtige Signale gesendet. Die Erklärung zu seiner persönlichen Zukunft ist tragisch für Stuttgart und glücklich für Schwäbisch Gmünd.
Indirekt hat er damit auch die Weichen gestellt für die nächste wichtige, ganz persönliche Entscheidung. Nämlich die von Dr. Joachim Bläse. Mit seinem leidenschaftlichen Zukunftsbekenntnis für Schwäbisch Gmünd hat Richard Arnold den inneren Ringkampf seines Stellvertreters zur Frage einer Landrat-​Kandidatur im Ostalbkreis vermutlich erleichtert. Damit keine Missverständnisse auftauchen: Kein Gmünder will das Arbeitstier Dr. Bläse wegloben. Ganz im Gegenteil. Eine erfolgreiche OB-​Kandidatur Bläses wäre in Gmünd nach Arnolds Umzug nach Stuttgart so programmiert gewesen wie das sprichwörtliche „Amen in der Kirche“. Das „Bläse unser“ wird in allen Stadtteilen sowie im Kultur– und Vereinsleben, in Kirchengemeinden, Blaulichtorganisationen, eigentlich überall hoffnungsvoll gebetet. Doch man spürt die innere Zerreißprobe, die dieser Mann derzeit durchlebt, der ja auch schon mit dem Landrat-​Sessel in Rems-​Murr-​Kreis geliebäugelt hatte. Die Ostalb könnte sich derzeit keinen besseren Nachfolger für Landrat Klaus Pavel vorstellen. Und Gmünd würde Joachim Bläse nicht aus den Augen verlieren – umgekehrt schon gar nicht.
Das Signal am Mittwoch auch: Wirtschaftlich, demographisch, finanz– und kommunalpolitisch stehen spannende, bisweilen gesellschaftlich riskante Zeiten vor der Tür. Es ist beruhigend zu wissen, dass weiterhin mutige Visionäre und verantwortungsvolle Macher wie Richard Arnold und Dr. Joachim Bläse an der Spitze unserer Heimat stehen werden.