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Lokalnachrichten

Mittwoch, 02. Juli 2014

Geocaching und Flurneuordnung

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Die Landesgartenschau ist ein riesiges Podium, auf dem sich verschiedene Behörden, Ämter und Institutionen vorstellen können, die sonst nicht zu sehr im Fokus der Öffentlichkeit stehen, außer man ist Betroffener. In dieser Woche stellen sich im Forum Gold und Silber die Fachbereiche Vermessung und Geoinformation sowie Flurneuordnung und Landentwicklung vor. Beide Ämter sind unter dem Dach der Landkreisverwaltung zu Hause.

Von Alfred Pradel
ERDENREICH. Ein wichtiger Bestandteil der Ländereiwirtschaft war schon in frühen Zeiten die Vermessungstechnik, eine der ältesten Wissenschaften der Menschheit. Die Verteilung von Ländereien, die Feststellung der Messinhalte, das Auffinden von sogenannten Zeugensteine, alter Feldmarken, die Flurgrenzen nachweisen, sind Aufgabengebiete innerhalb der Vermessungstechnik. Waren früher große Dreiecke, die Triangulation, Messlatten und Theodoliten zur Vermessung genutzt, sind dies heute die Tachymeter, Theodoliten mit Distanzmesser und GPS-​gestützte Vermessungsinstrument, die es ermöglichen, die Erdoberfläche genau wie nie zu vermessen. Heute ist die Vermessung wichtig bei Teilung von Flächen, Katasteraufnahmen, Einmessen von Grundstücksgrenzen oder die Feststellung derselben.
Richtig begonnen hat die Württembergische Landvermessung mit einer Anordnung des Königs Wilhelm I., der 1820 eine Landesvermessunglinie feststellen ließ. Vermessen wurde die Linie zwischen dem Schloss Solitude und der Stadt Ludwigsburg. 24 Tage dauerte das Vorhaben, dann war die Linie für die Vermessung Württembergs bestimmt, 13 Kilometer, 32 Meter und 14 Zentimeter maß sie.
Heute werden diese Vermessungen in wenigen Stunden digital erfasst.
Mit einer Geochachingstrecke, einer modernen, digitalen Schatzsuche, können interessierte Gartenschaubesucher die Genauigkeit des Navigationssystems GPS nachvollziehen und an den Schatzstationen Kleinigkeiten finden. Wer die Schatzstrecke erfolgreich absolviert, auf den warten spannende Preise.
Immer wichtiger wird in den ländlich geprägten Gemeinden, auch des Ostalbkreises, die Flurneuordnung als Instrument der Landentwicklung. Die Flurneuordnung verbessert nachhaltig die Lebens– und Arbeitsbedingungen im Dorf, sie hilft beim Boden-​, Erosions– und Landschaftsschutz. Die Flurneuordnung ist auch ein wichtiges Mittel, um Bürgermitwirkung zu praktizieren. Landrat Klaus Pavel und Dienststellenleiter Jürgen Eisenmann konnten hierzu beeindruckende Zahlen vorlegen, so werden derzeit im Ostalbkreis dreizehn Flurneuordnungsverfahren mit
4100 Grundstückseigentümern und einer Fläche von 15 700 Hektaren umgesetzt, unter anderem auch in Böbingen an der Rems. Noch bis Donnerstag können Interessierte im vierten Stock des Forum Gold und Silber Informationsfilme zur Vermessung und Flurneuordnung anschauen und mit den Mitarbeitern beider Fachbereiche ins persönliche Gespräch kommen, sowie umfangreiches Informationsmaterial in Form von Broschüren mit nach Hause nehmen.

 

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