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Fünfknopfturm und Bogenbrücke

Das Festungs- und Brückenbauwerk am Fünfknopfturm

2600 Meter lang war die im 14. und 15. Jahrhundert errichtete Wehrmauer der ehemaligen Freien Reichsstadt Gmünd. Von Stolz und Wehrhaftigkeit der Stadt zeugen heute noch sechs von einstmals 26 Türmen und halbrunden Bastionen. Mit 20 Meter Höhe ist der Faulturm (errichtet auch für die Unterbringung von säumigen Steuerzahlern) der kleinste noch erhaltene Stadtturm. Fast 40 Meter hoch ist die stärkste Bastion, der Königsturm mit seinem furchterregenden Verließ (Gefängniskeller) im tiefen Fundament. Der Königsturm wird ehrenamtlich vom Arbeitskreis Alt-Gmünd betreut und kann an Sonn- und Feiertagen bestiegen und besichtigt werden. Als schönster Wehrturm Schwabens gilt jedoch hier an diesem Dokuschauplatz Nr 2. der Fünfknopfturm. Er überwachte einst von der Hauptmauer aus (Zugänge zum Wehrgang sind noch sichtbar) das etwa 50 Meter weit vorgelagerte Untere Tor an der äußeren Zwingermauer am "Graben". Beim Unteren Tor handelte es sich um eine ausgeklügelte Festungsanlage. Bei der Steinbogenbrücke und bei den mit Schießscharten bestückten Fundamenten dieser Brückenkonstruktion handelt es sich um die Reste dieser ungewöhnlich starken Befestigung. Ein unterirdischer Gang stellte eine geschützte Verbindung zwischen Fünfknopfturm und dem Bollwerk mit seinen Kasematten am Unteren Tor dar. Bei einer Belagerung konnten die Verteidiger geschützt und heimlich ihre Kräfte zwischen Stadt- und Zwingermauer bewegen, mithin einen zunächst siegessicheren Angreifer zwischen Zwinger- und Hauptmauer auch in eine Falle locken. Fünfknopfturm, die Steinbogenbrücke und das Untere Tor sahen schon viel Glück und Unglück sowie allerlei Prominenz in die Stadt reisen oder zumindest am geschlossenen Tor stehen. 1495 erklärte hier der furchtbare Raubritter Hans Diemar zu Lindach mit einem Fehdebrief der Stadt den Krieg, während er gleichzeitig schon den Gmünder Sachsenhof brandschatzte. Dagegen ein willkommener Staatsbesuch. 1557 zog Kaiser Karl V. mit 1000 Reitern feierlich durchs Untere Tor, wo ihm die Zünfte und die Ratsherren einen prächtigen Empfang darboten. Schließlich war er ja der oberste Patron des Reichsstadt. 1764 rumpelte Friedrich Schiller mit der Postkutsche in die Stadt. Mit bangen Blicken verfolgten 1805 die Wächter auf dem Fünfknopfturm den Einzug von Kaiser und Feldherr Napoleon, der mit einer riesigen Streitmacht in und Gmünd herum für einige Tage Quartier bezog, nachdem die Franzosen mit den Württembergern ein verhängnisvolles Bündnis geschlossen hatten. Nach dem Besuch der französischen Gäste kamen sich die Gmünder ziemlich ausgeplündert vor, weil die einen ziemlichen Hunger und Durst mitbrachten. Lediglich einige später in Mauerwerken gesichtete Inschriften zeugen von erfreulichen "Tête-à-têtes" (schwäbisch übersetzt: Techtelmechtel) zwischen Gmünderinnen und Franzosen. Napoleon hatte der Legende nach jedoch eher einen Blick für Schmiedeeisernes und soll einen Teil der schmucken Stadtgarten-Umzäunung nach Paris verfrachtet haben. Wer weiß, vielleicht ist ja später daraus ein Teil des Eiffelturms gebaut worden? Bis zum Beginn des Telekommunikationszeitalters und bis in den Anfang des letzten Jahrhunderts hinein diente der Fünfknopfturm als ständig besetzter Hochwächter, um besonders Feuersgefahren in Stadt und Umland rechtzeitig zu erkennen. Mit der noch sichtbaren Glocke an der Turmspitze konnte Alarm geschlagen werden. Die markanten Knöpfla (Namensgeber des Turms) dienten einerseits als Turmzier, andererseits wurde solchen Konstruktionen früher auch gewisser Schutz vor Blitzschlag zugesprochen. Für die Landesgartenschau wurde das gesamte Ensemble saniert und denkmalgerecht renoviert. Dies sogar mitten im Winter unter einem großen Zeltdach. Die Steinbogenbrücke trug bis vor einem Jahr noch einen große Beton- und Asphaltdeckel, weil sie dem Autoverkehr zu dienen hatte. Teilweise konnten nun auch die unterirdischen Wehrgänge wieder freigelegt werden. Die Fotos zeigen das frühere Aussehen, die Renovierungsarbeiten an Brücke und Zwingermauer sowie Blicke in die sagenumwobenen Kasematten, im Volksmund auch "Räuberhöhlen" genannt.

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