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Gemälde-​Serie mit dem Titel „Homage to the Square“

Die Rems-​Zeitung unternimmt in einer Serie einen Streifzug durch die Daimler Kunst Sammlung. Im heutigen dritten Teil steht abermals die Klassische Moderne auf dem Programm.

Samstag, 15. August 2009
Rems-Zeitung, Redaktion
2 Minuten 9 Sekunden Lesedauer

AUSSTELLUNG. Die Highlights der Daimler Kunst Sammlung zeigt derzeit das Museum im Prediger in 100 Werken aus 100 Jahren — vom Bauhauslehrer Josef Albers bis zur jungen amerikanischen Objektkünstlerin Andrea Zittel, von der Klassischen Moderne bis zur internationalen Gegenwartskunst, von Malerei und Zeichnung über Fotografie und Installation bis zur Videokunst.
Chronologischer Auftakt bildet Adolf Hölzel und seine Stuttgarter Schüler aus der Zeit um 1910, mit herausragenden Namen wie Oskar Schlemmer, Willi Baumeister, Adolf Fleischmann, Johannes Itten. Benachbart zu dieser Gruppe verfolgen Werke von Josef Albers, Richard Paul Lohse, Camille Graeser und Friedrich Vordemberge-​Gildewart den Übergang zu Vertretern der Kunst am Bauhaus und der frühen konstruktiven und konkreten Strömungen.
Mit gleich vier Werken ist Josef Albers in der Ausstellung vertreten, darunter ein Gemälde aus der berühmten Serie „Homage to the Square“, die ein Meilenstein der abstrakten Kunst verkörpert. Albers gehört zu den herausragenden Protagonisten der Moderne. Wie kaum ein anderer hatte er nachhaltigen Einfluss auf die Erntwicklung der abstrakten Malerei nach dem Zweiten Weltkrieg. Nachfolgende international bedeutende Kunstbewegungen wie Minimal Art, Op Art oder Konkrete Kunst verarbeiten Anregungen und Ideen von Albers, wie die Ausstellung gleichfalls zeigt.
Josef Albers, geboren 1888 in Bottrop und 1976 in New Haven gestorben, war Lehrer am Bauhaus in Weimar und Dessau und so mit Schlemmer und Itten verbunden. Nach der Schließung des Bauhauses 1933 emigrierte er in die USA, wurde Professor am Black Mountain College und Direktor des Department of Design der Yale University (19501959). „Wenn ich male, sehe und denke ich zunächst — Farbe. Farbe in dauernder innerer Bewegung. Und näher betrachtet, als ein Atem und Pulsieren — in der Farbe.“ Mit diesen Worten beschreibt Josef Albers den Kern seiner Kunst. Intensiv beschäftigte er sich mit der Wirkung von Farben, Formen, Linien und Flächen in der Malerei. Von 1950 bis zu seinem Tod verdeutlichte er seine Theorien über die Wirkungsweise der Farbe vor allem in seiner umfangreichen Gemälde-​Serie mit dem Titel „Homage to the Square“. All diesen Arbeiten liegt das gleiche Motiv und Gestaltungsprinzip zugrunde: Drei oder vier Quadrate, deren Lage einer festen Regel folgt, liegen leicht verschoben übereinander. Dank dieser asymmetrischen Anordnung öffnet sich ein Bildraum, den Albers dazu nutzt, die autonome Farbe als „Träger der Bildhandlung“ vorzuführen und beliebig modifizierbare Interaktionen der Farbe sichtbar zu machen.
Sein zentraler Gestaltungslehrsatz — ein Maximum an Wirkung ist bei einem Minimum an Aufwand zu erreichen — ist mehr als ein ökonomisches Prinzip. Albers verstand Kunst als „visuelle Formulierung unserer Reaktion auf das Leben“. Seine Farbenlehre wendet sich, und das ist etwas Neues, nicht nur an Künstler, sondern auch an den Kunstbetrachter und jeden sehenden Menschen überhaupt. Mit „Homage to the Square“ wollte er „Meditationstafeln“ für das 20. Jahrhundert schaffen.
Geöffnet hat das Museum und die Galerie im Prediger dienstags, mittwochs und freitags von 14 bis 17 Uhr, donnerstags von 14 bis 19 Uhr sowie samstags, sonntags und an Feiertagen von 11 bis 17 Uhr, Montags ist geschlossen.

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