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Lokalnachrichten

» Schwäbisch Gmünd | Sonntag, 09. März 2014

Wenn Pflege am Boden liegt: Mehr als hundert Frauen und Männer demonstrierten auf dem Marktplatz

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Mehr als hundert Frauen und Männer, Pflegekräfte aus dem Gmünder Raum, legten sich auf den Boden, für mehr Anerkennung und gute Bezahlung der Pflegekräfte. Vor allem fehle Geld für mehr Personal, „um Druck von den Pflegekräfte zu nehmen“.


SCHWÄBISCH GMÜND (rz). „Die Arbeitsbedingungen in der Pflege sind umwerfend“, hieß es am Samstag auf dem Marktplatz: Zeitdruck und wiederkehrendes „Einspringen“ an eigentlich freien Tagen – weil kein Reservepersonal vorgehalten wird – lasse die Puste ausgehen. Pflegekräfte, gleich ob in der Alten– oder Krankenpflege oder im ambulanten Dienst sind es leid, so war zu hören, sich und ihre Arbeit einem übermächtigen Optimierungsdruck ausgesetzt zu sehen.
Ursache hierfür seien seit Jahrzehnten unveränderte Personalrichtwerte, die den Rahmen vorgeben, wie viel Personal in der Altenpflege refinanziert werde. In der Krankenpflege müssten solche Richtwerte überhaupt erst eingeführt werden. Hier befinde sich der Personalschlüssel Pflege im freien Fall, so ver.di-Sekretärin Irene Gölz. Vor allem die Sozialhilfeträger haben ein waches Auge auf Kostensteigerungen: „Nachvollziehbar, doch kann es nicht sein, dass die Misere auf dem Rücken der Pflegekräfte ausgetragen wird“, meint Anna Schonter, KAB–Vorsitzende. „Diese bringen ohnehin ein überdurchschnittliches Berufsethos in ihre Arbeit ein.“ Natürlich seien regionale Gesamtkonzepte für die Zukunft der Pflege notwendig, hier tue sich viel. Spannend sei am Ende aber immer die Frage: „Was wird refinanziert?“ In der stationären Altenhilfe müssten sich die medizinische Behandlungspflege und Zeit für Dokumentation in Personalrichtwerten niederschlagen, gleich, ob in modernen Wohngruppen oder klassischen Pflegeheimen. Die KAB startete eine Unterschriftenaktion „Mehr Hände für die Pflege“. 10 000 Unterschriften sind bereits gesammelt. „Ein deutliches Signal aus der Bevölkerung und Rückenwind für die Pflegekräfte“, freut sich Schonter. Wer jetzt gute Arbeitsbedingungen schaffe, treffe die beste Zukunftsvorsorge. „Wenn der Rahmen stimmt, bleibt Pflege ein attraktives Berufsfeld. Pflege ist eine sinnstiftende Tätigkeit“, war am Samstag ebenfalls zu hören. Pflegehelfer waren ebenfalls Thema für Maria Sinz: „Ziel muss im Sektor Pflege ein allgemeinverbindlicher Tarifvertrag sein. Bis dahin muss Tariftreue belohnt werden.“ Dies habe der Gesetzgeber in der Hand. „Klassische Instrumente zur Steuerung von Wettbewerb stoßen im Pflegesektor natürlich an eine Grenze, denn Pflege ist nun mal keine Ware. Das zwischenmenschliche Geschehen ist Teil der fachlichen Leistung. Das zeichnet Pflege aus, wie alle sogenannte Arbeit am Menschen“, sagt KAB–Regionalsekretärin Maria Sinz. „Wenn die Menschen verlässlich wissen, dass Pflege solidarisch getragen und nach dem Gemeinwohlprinzip organisiert ist, statt am Gewinn orientiert, werden sie es sicher auch mittragen.“
 

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