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» Kultur | Mittwoch, 16. Juli 2014

Eau Rouge – Drei junge Gmünder leben ihren eigenen Traum: Vom Auftritt bei der Fashion Week in Berlin und der Suche nach dem Proberaum

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Es läuft rund. Weil sie tun, was sie immer tun wollten. Was sie wollen und dank schier unermüdlichen Probens auch mehr und mehr können. Die Musik hat die Jungs von Eau Rouge zusammengebracht, die Musik ist das alles entscheidende Moment: „Es passt“ oder „wie gemacht füreinander“ beschreiben sie, wie sich Jonas Stimme, Bos Gitarre und Magnus’ Schlagzeug zusammenfügen.

BANDS (bt).
Bo und Magnus haben bei The Xplode gespielt; als Bo anfing, eigene Musik zu schreiben, hatte er irgendwann Jonas und dessen „coole Stimme“ im Ohr. Wie Jonas spielt mit den Melodien, wie er Stimmungen auffängt, sein Ausdruck, seine ganze Präsenz: Genau so sollte sie sein, die Stimme zu der Musik, von der er träumte.
Er hat den Sänger schließlich angesprochen und auch Jonas hatte recht schnell das Gefühl, dass die neu entstehende Formation genau das richtige war. Eineinhalb Jahre sind vergangen, seit „Eau Rouge“ aus der Taufe gehoben wurde. Und ohne großartige Vermarktung, noch nicht mal mit einem vernünftigen Probenraum gesegnet – da’s in den derzeitigen Raum reintropft bei Regen, ziehen sich die Gmünder jetzt wieder in den Stuttgarter Raum zurück, um spielen und sich weiterentwickeln zu können –, machen sich die Jungs allmählich einen Namen. Es gab über 20 Konzerte, unter anderem in Österreich und der Schweiz, aber auch im KKF bei Musik in Gmünder Kneipen. Mittlerweile haben sie Vertragsangebote von zwei der weltweit größten Musikverlage vorliegen, sind auch mit Plattenfirmen in Kontakt, spielen diesen Sommer deutschlandweit auf Musikfestivals und Ende August eine Mini-​Tour in Schweden mit drei Konzerten. Einen richtig schönen Auftritt hatten sie am vergangenen Donnerstag auf der Berliner Fashion Week. Eine Woche lang wurden dort mit Namen Modenschauen und Messen fürs Fachpublikum, aber auch generell für Modeinteressierte die Sommerkollektion 2015 präsentiert. Ganz Berlin, so heißt es, wird in diesen Tagen zum catwalk, und in diesem Rahmen aufzutreten, hat schon was. Die Band spielt gerne Konzerte, jeder Art: „Aber solche, bei denen verschiedene Kunstformen aufeinander treffen, liegen uns besonders am Herzen“, sagt Jonas, „liegt bei der Art von Musik die wir machen ja auch nahe“. Gefallen hat den jungen Musikern unter anderem, dass die Vertreterin einer Hamburger Plattenfirma vor Ort war, um sie zu sehen und ein wenig kennen zu lernen.
Student Magnus Frey ist 25, drummerboy seit er denken kann. Er hat so früh begonnen mit dem Trommeln, dass es kein bewusstes Erleben war – Fotos zeigen das glückliche Kind mit der Trommel unterm Weihnachtsbaum, später den jungen Mann am Schlagzeug. Er hatte verschiedene Lehrer, spielte in einigen Bands, wollte immer Musiker finden, die waren wie er, die die gleiche Musik mochten. Das Gefühl eben, auf dem richtigen Weg zu sein
Jonas Teryuco, 26, Vocals /​Guitar /​Keys /​Bass, hat sich in Stuttgart den Bachelor in den audiovisuelle Medien erarbeitet, sieht sein Leben aber in Gesang, Gitarre, Keyboard und in der Welt, die sie ihm erschließen. Als Junge hatte er einige Jahre Gitarrenunterricht, aber so richtig begeistert hat ihn das nicht, und irgendwann gab er die Stunden auf. Das Musikhören aber war wichtiger denn je. Nirvana. Und der Wunsch wuchs, auch so etwas zu machen, bis er ganz selbstverständlich die Gitarre nahm, und Musik machte. Jonas ist Autodidakt, spielte acht Jahre bei Duce Lucent bis er und die früheren Xplode-​Musiker sich fanden.
Bo Zillmann ist 25, Gmünder wie die anderen, studiert Englisch und Publizistik. Auch er ist von der Grunge-​Band Nirvana geprägt, dessen viel zu früh verstorbener Sänger Kurt Cobain für das Lebensgefühl einer ganzen Generation steht. Wie Jonas hat er mit Gitarrenunterricht angefangen – Konzertgitarre –, beschloss dann aber auch irgendwann, dass das „vom Blatt Spielen“ sein Ding nicht war. Er begann, Stimmungen auszudrücken, Gefühle zu Musik zu machen. Ausgehend von einem kleinen Verstärker, und einer E-​Gitarre hat er sich seit seinem 13. Geburtstag eine Menge beigebracht – zum Teil einfach, in dem er sich Titel tausendmal angehört hat. Nach seinem Einstieg in die Bandgesichte, zeigte er mit der Formation „The Art of Boys“, was er kann.
Als Eau Rouge machen die drei heute Musik zwischen Indie, Electro, Shoegaze, Post Punk und Trip Hop – sie haben ihren ganz eigenen Stil gefunden. Einziges Problem, scheint in der Tat zu sein, dass sie in der Heimatstadt keinen geeigneten Probenraum finden.
Erster Erfolg ist der Titel „Golden Nights“. Bo hat die Musik geschrieben, Jonas ein Lied daraus gemacht, das all die Unterströmungen aufgreift, das voller Sehnsucht ist und voller Dramatik. Voll versteckter Traurigkeit auch Und bestimmt von dieser Leidenschaft, die die drei Musiker mehr als alles andere verbindet. Von goldenen Nächten, die sich nicht erzwingen lassen, die immer nur Geschenk sein können, wird erzählt. Von fiebrigem Verlangen und der Suche nach der noch besseren Partynacht. Es ist der Soundtrack zur nächtlichen Großstadt, Jonas spricht aber auch vom urbanen Sommernachtstraum

Wer reinhören will: Eau Rouge ist mit einer website und einem YouTube-​Clip im Netz.
 

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