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Nachrichten Schwäbisch Gmünd

Sonnenbrille oder Regenhut?

Sonnenbrille oder doch lieber ein neuer Regenhut? So ganz sicher bei ihrer Kaufentscheidung konnten sich gestern die Besucher des Krämermarkts nicht immer sein. Doch die dunklen Wolken hielten kaum jemanden davon ab, am ersten Tag über den Krämermarkt in der Innenstadt zu schlendern. Von Tanja Bullinger

Dienstag, 12. Mai 2009
Rems-Zeitung, Redaktion
2 Minuten 2 Sekunden Lesedauer

SCHWÄBISCH GMÜND. Nicht nur die Besucher richteten gestern bange Blicke gen Himmel – so mancher Marktbeschicker war am Freitag noch in Göppingen – und hat das Unwetter dort in schlimmer Erinnerung. „Mir ist die Hälfte meiner Waren kaputt gegangen“, erzählt Corinna Schmid aus Rechberghausen. Ihren Kunden kann sie nun eben nicht mehr das ganze Sortiment an Grab– und Gartenschmuck anbieten, eine gute Auswahl hat sie allerdings immer noch.
Weniger anhaben konnte das Unwetter hingegen Anneliese Fruck. Sie bietet ihre Gardinen in einem großen Verkaufswagen an – und der ist schnell zugemacht, wenn ein Unwetter heranzieht. Im Gegensatz zu Corinna Schmid, die ihren Stand vor einem Jahr in Gmünd das erste Mal aufbaute, ist die Hussenhoferin schon sehr lange auf Märkten vertreten. Seit 55 Jahren existiert ihr Geschäft, sie übernahm es von den Eltern, war auch als Kind oft mit dabei. Mit dem Geschäft war sie gestern ganz zufrieden, immer wieder könne sie Stammkunden begrüßen, erzählt sie lächelnd. Max Schesemann aus Bahlingen war ebenfalls schon mit seinen Eltern auf Märkten, damals verkauften sie allerdings noch selbst gefertigte Textilen. „Heute nicht mehr vorstellbar“, erzählt er lächelnd. Er bietet an seinem Stand Sonnenbrillen an – und freute sich gestern deshalb auch über die Sonnenstrahlen, die sich immer wieder durch die dicke Wolkendecke kämpften.
Traditionelles, selbst Gefertigtes, das kann man dennoch an so manchem Stand erwerben. Wenn man etwa am Prediger vor den von Hand geflochtenen Körben „aus eigener Werkstatt“ steht, fühlt man sich fast einige Jahrzehnte zurückversetzt – wäre da nicht der Bildschirm ganz in der Nähe, der diese ganz tolle, einfach zu installierende „Zwei-​Minuten-​Frisur“ anpreist und die Schlagerklänge, die von einem weiteren Stand in der Nachbarschaft kommen. Etwas weiter kann man sich auch (sollte man mit der Zwei-​Minuten-​Frisur nicht zurecht kommen) eine ganz neue Frisur im afrikanischen Stil auf den Kopf zaubern lassen. Zauber, Wunder oder Überraschungen – das gibt es auf dem Krämermarkt ohnehin seit jeher an jeder Ecke. Sei es der einmalige Fensterwischer, der nicht tropft, das tolle Wischtuch, der Gemüsehobel oder das Politurmittel. Auch Lebensmittel kann man überall erwerben: getrocknete Früchte, Oliven, Wurst oder Käse sind im Angebot. „Der Österreicher“, Peter Langer aus Wien, ist allerdings mit dem Verkauf am ersten Tag – überhaupt sein erster Markttag in Gmünd – noch nicht so zufrieden. Hauptsächlich Käse hätten die Leute gekauft — er hofft aber, dass das die nächsten Tage noch besser wird. Das hoffen auch die Verkäufer am Spielwarenstand. Auch hier lief der Krämermarkt heuer eher schleppend an. Allerdings, so beobachten sie, kaufen die Kunden den Kindern lieber weniger – dafür aber Qualitätsspielzeug. Vielleicht dauert die Auswahl da ja etwas länger.
Der Krämermarkt ist noch bis Mittwoch in der Gmünder Innenstadt.

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