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Ein Anti-​Aggressions-​Training der ganz besonderen Art für Kinder wurde im FuN vorgestellt

Einen Leitfaden, was zu tun sei, bevor Kinder– wie Klassenzimmer zum Boxring ausarten, stellte den Teilnehmern beim Frauenfrühstück im Familien– und Nachbarschaftszentrum (FuN) auf dem Hardt, das Team des Sozialdienst für Flüchtlinge vor. Eine Premiere. Von Giovanni Deriu

Samstag, 20. Juni 2009
Rems-Zeitung, Redaktion
1 Minute 25 Sekunden Lesedauer

SCHWÄBISCH GMÜND. Natürlich dürfen (ja müssen) Kinder auch mal „bockig“ sein, hielten die beiden Referentinnen, Gisela Wenke (Sozialdienst für Flüchtlinge) sowie Marcela Bolsinger (Wohnhausleiterin der Gemeinschaftsunterkunft), fest. Doch es gelte einfach „Etwas dagegen zu setzen“ bevor die Fäuste fliegen, bevor die Kleinsten handgreiflich werden. Das Thema zog, „FuN“-Leiterin Birgit Bormann hatte eingeladen, und an die 16 Mütter, sowie ein männlicher Teilnehmer, waren gefolgt. In der Mehrheit Mütter türkischer Herkunft, aber das Thema gehe alle Nationalitäten an, so Gisela Wenke und Songül Demirci (neue Pädagogin im Sozialdienst). Nur sei es eben so, dass die türkischen Mütter, auch dank der Übersetzerin Sabina Cevik, einfach besser „vernetzt“ seien auf dem Hardt. Deutsche Familien gäbe es nicht viele. Das Projekt „Faustlos“ wurde für Grundschulen, also für sechs– bis zehnjährige Kinder konzipiert. Wenke und Bolsinger moderierten, Sabina Cevik übersetzte fast simultan. Fragen kamen schnell auf. „Nein, nein, natürlich könne jede Mutter die Tipps“ auch bei älteren Kindern anwenden, schließlich sei es „nie zu spät, um zu lernen“, wie man sich selbst, erst auf 180, wieder „herunter bringt“, so Pädagogin Wenke. Kinder die gleich losschlagen, sich im Supermarkt hinwerfen, und die Mama hauen möchten, oder im Schulalltag, wo schnell gekloppt wird – in diesen Fällen wissen sich viele Kinder nur körperlich zu wehren. Das „Faustlos“-Training soll die Kinder befähigen, besser mit Ärger, Wut und Aggressionen um zu gehen. Immer wieder die gleiche Aussage der Mütter, beim Papa reiche manchmal ein strenger Blick, das Kind pariere. Wichtig sei, so die Referentinnen, dass auch das Verhalten der Eltern authentisch und passend zur Situation sei. Kinder sollen lernen, sich in Gefühle anderer (Empathie) hinein zu versetzen. Warum ist mein Gegenüber so traurig, warum wütend? Die Impulskontrolle sei wichtig – selbst nach Lösungen suchen. Manchmal reiche auch, dreimal „tief Luft“ zu holen. Birgit Bormann im FuN gibt gern weitere Infos zum Training.

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