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Nachrichten Schwäbisch Gmünd

Sina Stegmaier traf sich gestern mit dem Bundestagsabgeordneten Norbert Barthle

Noch schnell zum Arzt gehen, Gastgeschenke kaufen, Koffer packen — Sina Stegmaier hat derzeit einiges zu tun. Am 19. August fliegt sie in die Vereinigten Staaten. Sie verbringt dort nicht etwa einen Teil ihrer Sommerferien, sondern ein Austauschjahr. Möglich wurde dies durch das Parlamentarische Patenschafts-​Programm (PPP). Von Nicole Beuther

Donnerstag, 30. Juli 2009
Rems-Zeitung, Redaktion
2 Minuten 26 Sekunden Lesedauer

SCHWÄBISCH GMÜND. Um an dem vom Deutschen Bundestag durchgeführten Deutsch-​Amerikanischen Jugendaustausch teilnehmen zu können, waren einige Hürden zu überwinden. Zunächst war ein Lehrergutachten notwendig. Dieses musste die 17-​Jährige zusammen mit ihrem Zeugnis an die Schüleraustauschorganisation „Give“ (gemeinnütziger Verein für internationale Verständigung) schicken.
Bereits im Juni des vergangenen Jahres habe sie sich beworben, erzählt die Schülerin des Parler-​Gymnasiums. Bei einem Vorauswahltreffen folgten Einzelgespräche auf Englisch und Deutsch. Und auch die Teamfähigkeit der Kandidaten wurde geprüft. Sina beschreibt diese Vorauswahl als anstrengend und langwierig. Und obwohl sie sich ihrer Fähigkeiten bewusst ist, immerhin hat sie einen Notendurchschnitt von 1,1, erzählt sie: „Als ich bei dem Vorauswahltreffen die anderen Kandidaten sah, habe ich mir das mit dem Stipendium abgeschminkt.“ Noch immer ist sie total begeistert, dass sie diese Hürde und auch die nächste gemeistert hat.
Als letztes musste sie nämlich Norbert Barthle von sich überzeugen. Der ist in seiner Funktion als Bundestagsabgeordneter für das diesjährige PPP zuständig. Die Unterlagen der Kandidaten, die bei der Vorauswahl das Rennen machten, landeten bei Barthle auf dem Tisch. Der traf wiederum eine Vorauswahl und lud die Auserwählten zu einem persönlichen Gespräch ein. Die Entscheidung sei nicht einfach gewesen, letztlich habe bei Sina Stegmaier das Gesamtpaket gestimmt.
„Ich konnte es gar nicht glauben“, erinnert sich die 17-​Jährige an den Moment, als sie von ihrem „Sieg“ erfahren hatte. Es folgte ein Vorbereitungsseminar in Berlin; hier bekamen die Austauschschüler verschiedene Infos und Kontaktdaten. Seit der vergangenen Woche hat sie eine Gastfamilie. „Das hat lange gedauert“, findet die Schechingerin. Anfangs habe sie sich darüber gewundert, „aber den anderen Austauschschülern ging es genauso“. Das liege aber nicht daran, dass sie schwer vermittelbar seien, vielmehr werde die Gastfamilie sehr sorgfältig ausgesucht. „Das ist sehr gut, dass alles so seriös ist“, sagt Sina. Auch in den Vereinigten Staaten sei immer ein Ansprechpartner in der Nähe. Besuchen wird die Parler-​Schülerin die zwölfte Klasse der High-​School in Elko, Nevada. In größeren amerikanischen Städten sei es nicht möglich, die Abschlussklasse zu besuchen, erzählt Sina, die bis gestern die zehnte Klasse des Parler-​Gymnasiums besuchte.
Nun freut sie sich freilich sehr, dass sie als „Neuling“ die zwölfte Klasse der High School besuchen darf. Überhaupt wollte sie schon immer mal das Land der unbegrenzten Möglichkeiten kennenlernen; „ich mag die englische Sprache und die amerikanische Kultur.“ Hätte es mit dem Parlamentarischen Partnerschafts-​Programm nicht geklappt, wäre sie auch so für einige Zeit nach Amerika gegangen. Umso schöner, dass sie nun sozusagen als „Botschafterin von Deutschland“ (Norbert Barthle) dorthin reisen darf.
Und, ist Elko ihre Traumstadt? „Am Anfang habe ich natürlich gehofft, dass ich nach Kalifornien gehen darf“, erzählt Sina lächelnd. Aber letztlich sei es wichtig, dass die Gastfamilie nett ist. Und da ist sie guten Mutes. Zum Gespräch mit Norbert Barthle hat sie Bilder von „ihrer“ amerikanischen Familie mitgebracht. Dreimal habe sie schon mit ihren Gasteltern telefoniert, erzählt Sina. „Beim ersten Mal war ich sehr aufgeregt, aber mit der Zeit wird man immer lockerer.“
Neben einer 16-​jährigen Gastschwester hat sie auch einen Gastbruder, den sie allerdings ab September für einige Monate nicht sehen wird. Dann wird er nämlich nach Lübeck gehen, um dort ein Auslandssemester einzulegen.
Sina wird erst im Juni 2010 wieder ihre Koffer packen. Dann geht’s zurück nach Deutschland.

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