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Nachrichten Schwäbisch Gmünd

AOK-​Facharztprogramm auf Gastroenterologie ausgedehnt /​Haus– und Fachärzte kooperieren

Das AOK-​Facharztprogramm wurde jetzt auf Magen-​Darm-​Erkrankungen ausgeweitet – was allen Beteiligten Vorteile bringt. Das erklärten gestern drei Gastroenterologen, ein Allgemeinmediziner und die Vertreter der AOK.

Donnerstag, 13. Januar 2011
Rems-Zeitung, Redaktion
1 Minute 36 Sekunden Lesedauer

SCHWÄBISCH GMÜND (bt). Ein garantierter Sprechstundentermin innerhalb von zwei Wochen, im Akutfall noch am selben Tag, Abendsprechstunde, begrenzte Wartezeit, intensive Zusammenarbeit von Haus– und Facharzt, zuzahlungsfreie rabattierte Arzneimittel: Die Vorteile die ein AOK-​Facharztvertrag für Patienten hat, liegen auf der Hand. Alle drei Gmünder Spezialisten nehmen an diesem Programm teil.
Dr. med. Jörg Metzler, Dr. med. Jochen Schöntag und Dr. med. Andreas Stumpe, allesamt Internisten und Gastroenterologen bzw. Internisten mit gastroenterologischem Schwerpunkt, erklärten gestern, auch die Fachärzte profitierten von dieser Neuerung: Nach der vom Gesetzgeber geschaffenen Vergütungsform „Regelleistungsvolumen“, das feste Punktwerte vorsieht und oft als unsinnig empfunden wird, gebe es für einen Magenspiegelung genauso viel wie für eine Beratung, nämlich 40 Euro – und das decke die Unkosten nicht mal annähernd. Der Facharztvertrag sichere den Medizinern für eine solche Untersuchung rund hundert Euro, die angemessen seien – dafür werde dann auch der ganz erhebliche Verwaltungsaufwand in Kauf genommen. Die neue, „betriebswirtschaftlich kalkulierte“ Vergütung soll auch helfen, dringend notwendige wohnortnahe niedergelassene Praxen im ländlichen Raum zu sichern. Dass die bestehenden Verträge nicht vor 2015 gekündigt werden können, ist laut Stumpe ein weiterer wichtiger Vorteil, der Planungssicherheit gebe.
Allgemeinmediziner Dr. med. Thomas Hückmann sieht ganz klare Vorteile für die Patienten; dieses Vertragswerk sehe intensive Verzahnung mit dem bestehenden AOK-​Hausarztprogramm und die von Haus– und Facharzt gemeinsam abgestimmte Versorgung der Patienten vor, zudem schnelle Übermittlung der Untersuchungsergebnisse.
Dieses Zusammenspiel garantiere den Vertragsaktivitäten Erfolg, so Josef Bühler, stellvertretender Geschäftsführer der AOK Ostwürttemberg. Hohe Behandlungsqualität und verantwortungsvolle Betreuung könnten helfen, unnötige Komplikationen und Krankenhausaufenthalte zu vermeiden. Bühler sprach von der Entschlossenheit der AOK Baden-​Württemberg, diese „bevölkerungsorientierte Versorgung“ auszubauen. Kardiologie und Gastroenterologie sind bereits abgedeckt, nun steht der Vertrag mit den Neurologen vor dem Abschluss, und auch die Orthopädie soll noch in diesem Jahr erfasst werden. „Unser Ziel ist eine Vollversorgung auf neuer vertraglicher Ebene bis 2015“, so Bühler weiter. Mit Blick auf die momentanen Probleme im Nachbarland erklärte er: „Ich bin froh, dass ich nicht in Bayern leben“.
Noch immer sterben in Baden-​Württemberg jährlich über 3200 Menschen an Darmkrebs, „unnötigerweise“, wie die AOK versichert. Viel mehr Versicherte sollten eine Vorsorge-​Darmspiegelung nutzen. Der Gastroenterologie-​Vertrag schaffe nun die Infrastruktur, das Hauptproblem Dickdarmkrebs endlich effektiv bekämpfen zu können.

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