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Lokalnachrichten

» Ostalb | Mittwoch, 05. Dezember 2012

Schwieriges Jahr für drei Ostalb-​Kliniken

2013 wird ein schwieriges Jahr für die drei Kliniken des Ostalbkreises. Das wurde bei der Vorstellung der Wirtschaftspläne am Dienstag im Krankenhausausschuss des Kreistages deutlich. Beschlossen wurde ein Zehn-​Punkte-​Plan, der die Situation langfristig verbessern soll.

Von Manfred Laduch
OSTALBKREIS. „Die Situation ist insgesamt extrem angespannt“, erklärte Landrat Klaus Pavel. Die Unterfinanzierung der Kliniken durch die Kostenträger sollen wohl noch einige Krankenhäuser vom Markt verdrängen, vermutete Pavel, aber: „Wir halten durch und werden unsere Kliniken auch in fünf und zehn Jahren noch betreiben“, gab sich der Landrat kämpferisch.
„Schon 2012 war schwierig, und 2013 wird nicht besser“, beschrieb Krankenhausdirektor Axel Janischowski die Lage des Ostalb-​Klinikums in Aalen. Abzusehen sei ein Defizit in Höhe von 500 000 Euro. Eine Verbesserung verspreche man sich von der Einführung einer Sektion Rhythmologie in der Kardiologie, die große Komplexbehandlung des Schlaganfalls, dem Ausbau der Neurochirurgie und akutgeriatrische Komplexbehandlungen. Investiert werde 2013 in die Fertigstellung der Frauenklinik (voraussichtlich September) und die Fertigstellung der Endoskopie. Für die Sanierung des Zentral-​OP wurde eine Machbarkeitsstudie erstellt.
„Die Steigerung unseres Budgets ist mit zwei Prozent viel zu niedrig“, beklagte auch Krankenhausdirektor Walter Hees vom Mutlanger Stauferklinikum, dem ebenfalls rund 500 000 Euro fehlen werden. Es bestehe dringender politischer Handlungsbedarf. Bei den Mehrleistungen sei eine Wachstumsgrenze erreicht. Allerdings habe man 2012 rund 500 Patienten mehr verzeichnet, was wohl auch mit der Schließung des Gaildorfer Krankenhauses zusammenhänge.
An Baumaßnahmen ist die energetische Sanierung der Fassaden am Bettenhaus Süd geplant. Außerdem müsse man einen Isolierbereich für stark immungeschwächte Krebspatienten schaffen. Für 2013/​14 plane man den Ausbau eines interdisziplinären zertifizierten Gefäßzentrums. Kämpfen müsse man mit dem Land einmal mehr um die Frühgeborenenversorgung. Hier biete Mutlangen die einzige Station zwischen Stuttgart und Ulm.
Ein Minus von 250 000 Euro befürchtet Jürgen Luft, Krankenhausdirektor in Ellwangen. Ertragssteigerungen verspreche man sich von der Erwachsenenpsychiatrie, der kinder– und jugendpsychiatrischen Institutsambulanz, der multimodalen Schmerztherapie, einer urologischen Teilberufsausübungsgemeinschaft und dem Kooperationsausbau.
Die Inbetriebnahme des Neubaus für die Innere Medizin werde den Personaleinsatz optimieren. Die Zertifizierung eines Schmerzzentrums sei geplant. Die Dialysepraxis werde am 1. März eröffnet, schloss Luft.
Krankenhäuser an die Wand zu fahren und dann erst zu reagieren sei ein Armutszeugnis für die Politik, klagte Eberhard Schwerdtner (CDU). Notfalls müssten alle Betroffenen gemeinsam zum Demonstrieren nach Berlin ziehen. Es sei bedrückend, dass man alles machen könne und doch nicht aus den roten Zahlen komme, führte Gerhard Böhm (SPD) aus. Es sei ein Warnzeichen für die Politik, dass es quasi kein Krankenhaus mehr gebe, das seine Kosten decken könne. Es sollte nicht immer der Pflegedienst die größten Opfer bringen, kritisierte Böhm.
Man müsse jetzt erst recht auf die Abgeordneten zugehen, forderte Karl Hilsenbek (FW). Es müsse eine Aktion her, die auch ein Zeichen setze. Dem stimmte Landrat Klaus Pavel zu, „zumal die Kostenträger 24 Milliarden Euro auf der hohen Kante haben.“
Anschließend stellte der Landrat das auf einer Klausurtagung des Ausschusses beschlossene Zehn-​Punkte-​Programm zur Weiterentwicklung der Kliniken vor. Das werde eine Menge Arbeit bringen, kündigte Klaus Pavel an. Es werde sich aber lohnen.
Vorgesehen sind: Projekt zur Steigerung der Patienten– und Mitarbeiterzufriedenheit; Machbarkeitsstudie für ein Klinik-​Logistikzentrum; klinikindividuelle Projekte zur Erlösoptimierung und Kostensenkung; Umsetzung der restlichen Ziele der Klausurtagung von 2010; Erhöhung der Bettenauslastung auf 82 bis 85 Prozent; Reduzierung der Fälle zwischen mittlerer und oberer Grenzverweildauer auf 17 Prozent; Gründung einer Vorratsgesellschaft um im Bedarfsfall Medizinische Versorgungszentren einzurichten; Weiterentwicklung des Konzepts zur ärztlichen Versorgung im Landkreis; Sonderweg bei der Zusatzversorgung für die Beschäftigten; Weiterentwicklung des medizinischen Leistungsangebots der Kliniken basierend auf demografischen und epidemiologischen Daten.
Der Zehn-​Punkte-​Plan wurde einstimmig beschlossen, der Auftrag zur Gründung einer Vorratsgesellschaft sogar sofort an die Verwaltung erteilt.

 

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