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Lokalnachrichten

» Schwäbisch Gmünd | Dienstag, 01. Mai 2012

DGB-​Maikundgebung auf dem Gmünder Johannisplatz

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Am Tag der Arbeit hatte der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) wie jedes Jahr zur Maifeier auf den Gmünder Johannisplatz eingeladen. Anliegen war es, dass das diesjährige Thema „Gute Arbeit für Europa — Gerechte Löhne, Soziale Sicherheit“ deutlich gemacht wird.


Von Dietrich Kossien
SCHWÄBISCH GMÜND. Derzeit zahlen die Beschäftigten in ganz Europa für die Krise, obwohl sie diese nicht verursacht haben. Das stellte Peter Yay-​Müller, der DGB–Vizevorsitzende im Ostalbkreis heraus, der die auch dieses Jahr wieder beachtlich große Zahl von Zuhörern auf dem Gmünder Johannisplatz begrüßte.
Die DGB–Songgruppe aus dem Ostalbkreis eröffnete mit Liedern aus vielen Ländern und mit sozialkritischen Texten bei strahlendem Wetter die Maikundgebung. Zu der begrüßte Peter Yay-​Müller auch Gmünds Baubürgermeister Julius Mihm, MdB Christian Lange, MdL Klaus Maier und den früheren Gmünder Oberbürgermeister, Wolfgang Leidig.
Der DGB–Vize des Ostalbkreises befasste sich mit dem Motto des 1. Mai „Gute Arbeit für Europa – gerechte Löhne und soziale Sicherheit“ als Kernanliegen des DGB. Das 21. Jahrhundert sei noch jung, doch schon geprägt von tiefen Verwerfungen, auch in Europa und Deutschland, das verglichen mit anderen Ländern jedoch noch gut dastehen würde. Doch in der ganzen Welt seien seit dem Ausbruch der Krise 2007 mehr als 35 Millionen Menschen zusätzlich arbeitslos geworden. In Gmünd seien fast 3000.
Doch in Europa würde die Arbeitslosigkeit Rekordhöhen erreichen. Auch diese Schicksale in den anderen Ländern dürften uns nicht egal sein. Für die Gewerkschafter und –innen würde es vor allem darum gehen „welchen Stellenwert haben Arbeit, Entgelte und Renten als Säulen der sozialen Gerechtigkeit und Sicherheit morgen oder übermorgen?
Man möge sich deutlich machen, wie die Menschen zum Beispiel in Griechenland die Auswirkungen der Krise spüren müssten. Ihnen würden Einschnitte zugemutet, die man sich hier kaum vorstellen könne. Den Preis für die Schuldenkrise zahlten die arbeitenden Menschen.
„Heute in Griechenland und morgen schon bei uns?“ stellte Peter Yay-​Müller die Frage. Das Geschehen in Griechenland bezeichnete er als eine Schande für Europa. Es sei aber vor allem eine Schande für die treibenden Kräfte, für die Bundesregierung, für IWF, die Weltbank und die Europäische Kommission. Dies sei eine reale Gefahr auch für uns: Heute in Griechenland, und morgen würden die gleichen Rezepte in Deutschland angewendet.
Der Markt sei zum Maß aller Dinge geworden. Das aber sei ein Markt, der nichts anderes im Sinn habe, als den Reichtum Weniger zu mehren und die Kosten dafür der Allgemeinheit aufzubürden. Ein Armutszeugnis sei es für uns als einem der reichsten Länder, dass die Schere zwischen Arm und Reich immer weiter auseinanderklaffen würde.
Eine der Ursachen dafür sei die Ungleichheit und die ungerechte Verteilung von Einkommen und Vermögen. Europa habe zwar immer neue Rettungsschirme aufgespannt, doch dabei sei es meistens darum gegangen, die Banken und nicht die Menschen zu retten. Dieses Verhalten einer ungerechten Politik bedrohe den sozialen Zusammenhalt und untergrabe das Fundament der Demokratie.
Christa Klink, die ehemalige Personalratsvorsitzende des Ostalbklinikums, Christa Schmid, die Personalratsvorsitzende des Stauferklinikums, und Werner Jany als Patient nahmen dann die Mängel im Gesundheitssystem in einem Spiel unter die Lupe. Zur Tarifrunde nahm die Betriebsratsvorsitzende der Firma Mahle in Lorch, Brigitte Köhler, Stellung. Sie ging auf die Milliardengewinne der Unternehmen ein, die trotzdem jammern aber keine Rücksicht auf die Arbeiter nehmen würden. Die aber sollten an den außergewöhnlichen Gewinnen teilhaben. Deshalb würde man in der jetzigen Tarifrunde rund 6 Prozent fordern. Auch stellte sie heraus, dass eine Million an Leiharbeitern nicht weiter hinnehmbar seien. Ebenfalls forderte sie, dass man Auszubildenden sichere Arbeitsplätze bieten müsse, so wie sich Mahle in Lorch davon habe überzeugen lassen. Allgemein aber würden Arbeitgeber Verbesserungen ablehnen, so dass nun Arbeitskämpfe drohen würden.
Wie immer gab es bei der offiziellen Maikundgebung ein unterhaltsames Programm. Diesmal spielte die Stuttgarter Band Skattle Grid. Und wie immer ließen es sich die vielen Besucher der gestrigen Maikundgebung auch bei schönem Wetter und guter Bewirtung wohl sein.

 

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