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Lokalnachrichten

» Ostalb | Mittwoch, 16. Oktober 2013

Das Limpurger Rind, auch „Leintäler“ genannt, ist etwas ganz Besonderes

Galerie (2 Bilder)

Das Limpurger Rind ist die älteste noch existierende Rinderrasse im Ländle und tritt zum Beispiel bei regelmäßigen Zuchtveranstaltungen in Schechingen in seiner Urheimat im Altkreis Gmünd in öffentlich in Erscheinung. Und der Weideochse vom Limpurger Rind genießt nun EU–weiten Schutz.


SCHECHINGEN (el). Es ist eine Erfolgsgeschichte, die sich langsam entwickelt und die eigentlich viel mehr Aufmerksamkeit verdient hätte, die Wiederansiedlung des Leintäler Rindes. Gibt es in Deutschland 2000 Apfelsorten, sind nur acht bis 15 in den Läden präsent. Genauso geht es mit Rinder-​, Schweine– und Geflügelrassen, mit Kartoffelsorten und vielen anderen Produkten, es gibt eine große Vielfalt, aber die Renditeerwartungen der großen Mäster, Schlachter und Saatgutlieferanten sowie viele unsinnige Patente auf Tiere und Pflanzen engen das Angebot zunehmend ein.
Das Leintäler Rind, jetzt unter dem Namen Limpurger bekannt, ist die älteste noch existierende Rinderrasse Württembergs. Das Rind hat sich in den kleinbäuerlichen, kärglichen Strukturen des heutigen Ostalbkreises, insbesondere aber im Altkreis Gmünd bis hinauf ins Limpurger Land bei Gaildorf nach dem 30jährigen Krieg (1618 bis 1648) entwickelt und sich bestens bewährt. Es war genügsam und in der damaligen Zeit bestens für die Zugarbeit am Wagen geeignet. Darüber hinaus war es als Milch– und Fleischlieferant geschätzt.
Mit der zunehmenden Technisierung der Landwirtschaft kam das Leintäler aus der Mode, mehr und mehr verschwanden die Tiere aus Stall und Landschaft. Als sich dann im Jahr 1963 der Limpurger Zuchtverband auflöste, war keine Strukturen für Zucht und Erhalt dieser schönen Rinderrasse gegeben, so dass das Limpurger Rind Anfang der 1980er Jahre als ausgestorben galt. Allerdings hielten ein paar unentwegte Landwirte an der Rasse fest und es gelang 1986 wieder einen Zuchtverband zu gründen. Aus anfänglich 56 ins Limpurger Herdbuch aufgenommenen Kühen hat sich bis heute eine Population von 500 Tieren in 91 Betrieben entwickelt.
Minister Bonde betont bei der Aufnahme in das Genussregister des Landes die Bedeutung des Limpurger Rindes für die Region
Das Limpurger Rind soll als Pfleger wertvoller Kulturlandschaften und in Form des Weideochsen vom Limpurger Rind als Genusserbe dauerhaften Bestand erhalten und auch im Altkreis Gmünd wieder seine Verbreitung finden. Auch im Bereich des Genusserbes wünscht sich der Zuchtverband vermehrt Beachtung für die Tiere und das wohlschmeckende Fleisch in der Region. Dass der Erhalt dieser alten und wertvollen Rinderrasse eine hohe Priorität genießt, beweist die Tatsache, dass der Weideochse vom Limpurger Rind nun in das EU–Register für geschützte Ursprungsbezeichnungen und in die Genießergalerie des Landes Baden-​Württemberg aufgenommen wurde.
„Der Weideochse ist nicht nur ein bedeutendes Genusserbe, sondern auch ein erstklassiger kulinarischer Botschafter für seine Heimatregion und ein Beweis für die kulinarische Vielfalt des Genießerlandes. Ich gratuliere der Züchtervereinigung Limpurger Rind zu diesem Erfolg“, sagte Verbraucherminister Alexander Bonde in Stuttgart bei der feierlichen Aufnahme des „Weideochsen vom Limpurger Rind g.U.“ in die Genießer-​Galerie des Landes Baden-​Württemberg.
„Wer den Weideochsen vom Limpurger Rind hält und wer deren Produkte kauft, leistet zugleich einen wichtigen Beitrag zum Erhalt einer jahrhundertealten bäuerlich geprägten Tradition, zur Erhaltung der Biodiversität und einer vielfältigen Natur– und Kulturlandschaft“, so Minister Bonde. Die extensive Weidehaltung in der Vegetationsperiode mit Futtermittel aus der Region sei charakteristisch für die Weideochsen. Die autochthone, also von hier stammende Rasse – die älteste noch existierende württembergische Rinderrasse überhaupt – werde in traditionell überwiegend kleinbetrieblichen Strukturen gehalten.
Die besondere Qualität des Fleisches liege in seiner Feinfaserigkeit, der Anzahl und Verteilung der Fetteinlagerungen sowie im Geschmack und im Aroma des Fleisches. „Nicht umsonst ist das Fleisch reinrassiger Limpurger Weideochsen ein Premiumprodukt, das in der Spitzengastronomie sehr gefragt ist“, so Minister Bonde abschließend. Insgesamt sind 14 Baden-​Württembergische Produkte in das EU–Register eingetragen und somit geschützt.

 

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