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Lokalnachrichten

» Ostalb | Samstag, 18. Mai 2013

Suchthilfenetzwerk: Veranstaltungsreihe für „Aktionswoche Alkohol“

Im zweijährigen Turnus organisiert die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen eine bundesweite „Aktionswoche Alkohol“ – das Kommunale Suchthilfenetzwerk im Ostalbkreis koordiniert dazu die kreisweiten Aktivitäten. Dieser Tage wurde das aktuelle Programm fertiggestellt.

OSTALBKREIS (LRA). Mit öffentlichkeitswirksamen Beiträgen sind hier insbesondere die Selbsthilfegruppen, die Suchtberatungsstellen und die AOK Ostwürttemberg vertreten.
So wird der Freundeskreis für Suchtkrankenhilfe am Ostalb-​Klinikum in Aalen am 31. Mai einen Aktionstag mit Rauschbrillen-​Parcours durchführen. Die Caritas-​Suchtberatung aus Schwäbisch Gmünd informiert am 4. Juni über „Alkohol im Straßenverkehr“ und wird am Samstag, 8. Juni, in der Postgasse in Schwäbisch Gmünd ebenfalls einen Aktionstag mit Rauschbrillen-​Parcours durchführen. Der Kreuzbund Aalen zeigt in einer Kooperation mit dem Kino am Kocher und der AOK am 6. und 12. Juni Spielfilme, welche die Alkoholsucht problematisieren. Das komplette Programm ist auf der Homepage des Landratsamtes unter www​.ostal​bkreis​.de eingestellt.
Das Suchthilfenetzwerk bietet aber auch Schulen die Möglichkeit, sich an den Suchtwochen zu beteiligen. Beratungsstellen, Selbsthilfegruppen und speziell ausgebildete Beamte der Polizeidirektion bieten sich für die Durchführung von Präventionsmaßnahmen zu unterschiedlichen Themenbereichen an. Auch besteht die Möglichkeit, Referenten für Elternveranstaltungen anzufordern.
Ziel der Aktionswoche ist es, die Bevölkerung in ihren unterschiedlichen Lebens– und Arbeitsbereichen zu erreichen. Damit will sie den Fokus auf den leichtfertigen Umgang mit der Volksdroge Alkohol legen. Nach wie vor spielt der Alkoholkonsum in allen gesellschaftlichen Bereichen eine große Rolle. Bei sportlichen Veranstaltungen, feierlichen Anlässen oder bei der Freizeitgestaltung gehört für einen Großteil der Bevölkerung Alkohol selbstverständlich dazu. Für Suchtforscher ist es deshalb nicht verwunderlich, dass Jugendliche den erwachsenen Vorbildern nacheifern.
Die Auswirkungen des Alkoholmissbrauchs werden dabei von vielen verkannt. Nach wie vor sind es rund 100 Jugendliche – und noch weit mehr Erwachsene –, die in den Krankenhäusern im Ostalbkreis wegen einer Alkoholvergiftung jährlich behandelt werden müssen. Auch ist der leichtfertige Umgang mit Alkohol in vielen Fällen verantwortlich für zerbrechende Familien oder auch den sozialen Abstieg durch den Verlust der Arbeit: Jeder vierte Klient an den Suchtberatungsstellen im Landkreis ist aktuell ohne feste Anstellung.
Seit fast 30 Jahren sind die im Arbeitskreis Suchtprophylaxe zusammengeschlossenen Organisationen bestrebt, den Alkoholmissbrauch bei Kindern und Jugendlichen einzudämmen. Hierbei werden sie seit 1992 vom Beauftragten für Suchtprophylaxe des Landkreises, Berthold Weiß, unterstützt. Mit Projekten an Schulen, der Zusammenarbeit mit den Einrichtungen der Jugendarbeit oder auch strukturellen Verbesserungen ist es allen Beteiligten gemeinsam gelungen, gerade bei der jungen Generation eine Trendwende zu erreichen. Die aktuellste Studie der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung kommt zu dem Ergebnis, dass es unter den Jugendlichen in den letzten 40 Jahren noch nie einen so großen Anteil gegeben hat, welcher noch nie Alkohol getrunken hat.
Die Verantwortlichen aus der Suchthilfe weisen auch den Weg, den die Suchtprävention noch einschlagen muss. Nach ihrer Auffassung muss insbesondere der Verkauf branntweinhaltiger Getränke massiv eingeschränkt werden. Es könne nicht angehen, dass an jeder Tankstelle und in jedem Supermarkt bis 22 Uhr Hochprozentiges eingekauft werden kann. Diese hohe Verfügbarkeit der Volksdroge Alkohol wird wesentlich dafür verantwortlich gemacht, dass der exzessive Alkoholkonsum im öffentlichen Raum in vielen Städten einen problematischen Umfang angenommen hat.

 

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