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Milcherzeuger fühlen sich als Spielball der Lebensmittelkonzerne

Sehr gut besucht war die Versammlung der Milcherzeugergemeinschaft Gmünd-​West. Der Vorsitzende Armin Rapp konnte dabei allerdings wenig Gutes über das Geschäftsjahr 2012 berichten.

Samstag, 04. Mai 2013
Rems-Zeitung, Redaktion
2 Minuten 7 Sekunden Lesedauer


HEUBACH (pm). Der Milchmarkt habe sich völlig uneinheitlich entwickelt. Die Käsehersteller haben, gestützt durch gute Molkepulverpreise, nur geringfügig Einbußen hinnehmen müssen. Die H-​Milch-​Hersteller seien dagegen „total unter die Räder“ gekommen. Die H-​Milch sei zum Spielball der großen Lebensmittelkonzerne geworden.
Die Differenz bei den unterschiedlichen Verwertungen der Milch war noch nie so hoch. Die Gmünder Milchbauern haben einen Vertrag mit der Hohenloher Molkerei Schwäbisch Hall, einem der großen Hersteller von H– und Frischmilchprodukten in Deutschland. Vertragsabschlüsse und Kontrakte für Milch und Butter waren deutlich niedriger als 2011, was für die Landwirte rund fünf Cent pro Liter Milchpreisrückgang bedeutete. Und das bei immer weiter steigenden Preisen für Energie, Futter und Düngemittel. Der Milchauszahlungspreis betrug im Jahresdurchschnitt bei vier Prozent Fett und 3,4 Prozent Eiweißgehalt, netto knapp 31 Cent pro Liter Milch.
Armin Rapp betonte, dass zukünftig deutlich höhere Milchpreise notwendig seien. Die Landwirte müssten sich aber auch auf größere Schwankungen als in der Vergangenheit einstellen.
Positiv habe sich die EU–weit etwas geringere Milchproduktion und der Drittlandexport auf den Markt ausgewirkt und das Schlimmste verhindert. In der MEG Gmünd lieferten die 74 Landwirte 19,7 Millionen Kilogramm Milch an die Hohenloher Molkerei.
Als Vertreter des Landratsamtes, Geschäftsbereich Landwirtschaft, überbrachte H. Reuss die Grüße des Ostalbkreises. Er wies auf die steigende Dokumentationspflicht der Landwirte hin. D enn EU, Bund und Land beschließen immer mehr Auflagen und Einschränkungen, die noch umfangreichere Betreibskontrollen erforderlichen machen.
Die Grußworte des Kreisbauernverbandes Ostalb übermittelte dessen Vorsitzender Anton Weber. Er gab einen Einblick in die umfangreichen Tätigkeiten des Kreisbauernverbandes. Besonders bei Konflikten mit anderen Interessen, wie zum Beispiel. bei Leitungstrassen, Flachlandmähwiesen etc. sei der Bauernverband gefordert. Aufsichtsratvorsitzender Karl Grötzinger kritisierte den gerade noch durchschnittlichen Milchauszahlungspreis und hofft auf deutlich bessere Vertragsabschlüsse mit dem Lebensmitteleinzelhandel und wünscht sich mehr Schulterschluss der Molkereien.
Der Geschäftsführer der Hohenloher Molkerei Schwäbisch Hall, Martin Boschet, berichtete über Aktuelles aus der Molkerei und dem Milchmarkt. Eine weltweit geringere Milchproduktion als in den Vorjahren und eine Zunahme im Verbrauch von Milch und Milchprodukten haben den Markt entlastet. Aktuell liege die Anlieferung in der Haller Molkerei drei Prozent unter Vorjahresniveau. Es könnten nicht alle Einkaufswünsche voll bedient werden. Für die laufenden Preisverhandlungen ist Martin Boschet optimistisch und sagte deutlich höhere MIlchpreise voraus – was aber den Verbraucher mehr kosten wird. Martin Boschet betonte auch das gute Verhältnis zwischen Molkerei und der Verwaltung der MEG Gmünd-​West.
Bei den Vorstands– und Aufsichtsratswahlen wurde Armin Rapp, Lorch-​Beutenhof, als Vorsitzender für weitere drei Jahre gewählt. Ebenso wurden Reimund Abele, Durlangen, und Reiner Gebhardt, Beiswang, im Aufsichtsrat bestätigt.
Zum Abschluss der Versammlung gab Dr. Albrecht vom Milchprüfring Baden-​Württemberg einen Einblick in die Arbeit seiner Behörde. Besonders die in Österreich und im Allgäu aufgetretenen TBC-​Fälle bei Rindern verlangen große Sorgfalt und vermehrt Kontrolluntersuchungen bei den Tieren um so eine Ausweitung der Tuberkulosegebiete zu verhindern.

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