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Das Rosenstein-​Gymnasium wird aufgestockt

» Mittwoch, 18. September 2013
Baulich ist das Rosenstein-​Gymnasium Stückwerk, man sieht es ihm deutlich an. Jetzt benötigt es in seinen alten Bauteilen eine Generalsanierung – und es muss mal wieder erweitert werden. Wie, das legte der Gemeinderat am Dienstag fest.
HEUBACH (rw). Zuletzt wurde das Gymnasium vor einem Jahrzehnt vergrößert. In seinem ältesten Bauteil stammt es von 1912 und ist als Kulturdenkmal klassifiziert, 1966 kam eine funktionalistische Ergänzung hinzu. Diese beiden Bauteile müssen energetisch und technisch saniert werden, auch der Brandschutz ist zu ergänzen. Die dringlichsten Arbeiten dafür (Kosten: 220 000 Euro) wurden schon im Mai vergeben. Noch ist das Gymnasium dreizügig, doch eine lange anhaltende Vierzügigkeit ist absehbar, und Ganztagesschule soll es auch sein. Es fehlten nach Durchgehen aller Möglichkeiten noch immer mindestens vier Klassenzimmer. Die Kosten für die Generalsanierung werden auf 1,6 Mio. Euro geschätzt. Die Preisskala der vier Erweiterungsvarianten lag zwischen 2,55 und 3,21 Millionen Euro.
Architekt Helmut Braun stellte in der Sitzung vier Varianten vor – allesamt, wie er sagte, Kompromisse:
1. die Aufstockung auf dem niederen Bau von 1966 in Längsrichtung, eingeschossig (a) oder zweigeschossig (b)
2. Aufstockung auf dem niederen Bau von 1966 in Querrichtung
3. Aufstockung auf dem hohen Bau von 1966 als fünftes Geschoss, mit gleichzeitiger Erschließung des Dachgeschosses des Baus von 1912 zu untergeordneten Nutzung. Die Aufstockungen sind nur in leichter Bauweise möglich, als Holz– oder Stahlskelett.
4. Neubau zwischen Gymnasium und Stadthalle.
Nach der Erläuterung der Vor– und Nachteile der einzelnen Varianten durch den Architekten kamen Kämmerer Bernd Schweizer und Schulleiter Johannes Josef Miller zu Wort. Schweizer wies darauf hin, dass die Fachförderung davon abhängig sei, was als Neubau und was als Sanierung eingestuft werde, eine komplizierte Berechnung. Der Zuschuss, schätzte er, gehe „in Richtung 50 Prozent der tatsächlichen Kosten.“ Bürgermeister Frederick Brütting ergänzte, dass auf die Förderung auf Ausgleichsstockmittel kein Anspruch bestehe. Die Anträge müssten im Oktober eingereicht werden.
Miller tendierte zu Variante 3, der „Penthouse“-Aufstockung, zugleich die teuerste Lösung – wahlweise zur Alternative 1b mit fünf Klassenräumen und zwei Geschossen zu 2,95 Mio. Euro.
Heubach stehe zum Gymnasium, aber finanziell auch mit dem Rücken zur Wand, schickte CDU–Sprecher Roland Hegele voraus, „wir sind auf eine sparsame Lösung angewiesen.“ Hegele wie auch BL-​Fraktionssprecher Fritz Krauß sprachen sich für die Variante 1b aus, wobei beide einräumten, dass sie „sicher kein architektonisches Glanzstück“ sei. UB/​SPD-​Sprecher Manfred Schmidtke gab die geringe Differenz zwischen den Varianten 3 und 1b zu bedenken: auf die Stadt kämen de facto 130 000 Euro mehr zu in der Variante 3 – bei einem Kostenvolumen von über drei Mio. Euro. Man solle auch das Dachgeschoss des Altbaus reaktivieren – wovor aber der Bürgermeister warnte: „Das käme zusätzlich.“ Günther Lux (UB/​SPD) sperrte sich: Er habe schon vor über zehn Jahren bei der letzten Erweiterung gesagt, man solle einen Neubau wagen, „dafür war ich und bin ich.“ Von ihm abgesehen, stimmten alle Räte einschließlich Bürgermeister für die Variante 1b. Auf deren Grundlage planen die Architekten nun weiter.
Heftig gerungen wurde auch um den Auslegungsbeschluss des Bebauungsplans „Versorgung Heubach-​West“, wo es um die Abwägung der Anregungen und Bedenken von privater und öffentlicher Seite ging. Es handelt sich um das REWE–Rossmann-​Projekt zwischen Adler– und Gmünder Straße, das mit einer Verkehrsneuordnung und dem Bau eines Kreisverkehrs am westlichen Ortseingang von Heubach verbunden ist. Für die Aalener Merz Bau, den Objektträger, steht alles auf grün, wie deren Vertreter sagte: „Wir wollen am 2. Oktober das Baugesuch einreichen.“ 2014 soll das Vorhaben realisiert werden. Diverse kleinere Änderungen erläuterte Claus Wolf vom Ingenieurbüro LKP. Stadtrat Martin Kelbaß (BL) äußerte Bedenken wegen des REWE–Randsortiments: die vom Regionalverband angenommenen zehn Prozent Umsatzverlust für Innenstadt-​Geschäfte könnten existenzbedrohend sein. Der Schultes hielt dagegen, dass Heubachs Problem nicht die Konkurrenz untereinander sei, sondern die geringe Kaufkraftbindung. In die selbe Kerbe hieb Ellen Renz (CDU). Heubach mit seinen 10 000 Einwohnern habe keinen Drogeriemarkt mehr, „die Leute fahren alle nach draußen.“ Die Stadträte Hegele, Hofmann und Krauß bekräftigten ihre Ablehnung. Das Projekt vertrage sich nicht mit den unmittelbar benachbarten Schulen und löse die Verkehrsprobleme nicht.
Die Auslegung wurde mehrheitlich mit den Ergänzungen beschlossen, die Adlerstraßen-​Konzeption mit den Anliegern zu besprechen. HGV und Rewe/​Rossmann sollen sich noch einmal über die sogenannten Randsortimente (Schreibwaren, Blumen usw.) unterhalten.

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Rems-Zeitung, Redaktion
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