Startseite Rems-Zeitung bei Facebook Rems-Zeitung bei Google+ Rems-Zeitung bei Telegram Rems-Zeitung bei Twitter Rems-Zeitung RSS-Feeds Rems-Zeitung als E-Paper Kontakt
Ihre Ansprechpartner in der Lokalredaktion
Die Geschichte der Rems-​Zeitung
Ihre Ansprechpartner in der Werbeberatung
Unsere Mediadaten als PDF
Unsere Themenwelten /​Sonderveröffentlichungen
Ihre Ansprechpartner im Bereich Abo und Service
Kostenloses Probeabo
Klassikabo / Digitalabo
Aktionsabo zu Sonderkonditionen
Nachsendung und Lieferunterbrechung
Unser Leser werben Leser Prämienprogramm
Übersicht Leserreisen
Übersicht Bücher und mehr
Private Kleinanzeige online aufgeben
Schwäbisch Gmünd
Rosenstein
Lorch
Leintal/Frickenhofer Höhe
Schwäbischer Wald
Waldstetten/Stuifen
Welzheimer Wald
Ostalbkreis

Lokalnachrichten

Schwäbisch Gmünd | Mittwoch, 26. März 2014

Ziel: Ausweitung der Denkmalzone

Der Abriss des Hauses Kötzschke in der Charlottenstraße gab den Ausschlag: Eine Bürgerinitiative will jetzt in Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung ein Bewusstsein wecken für die Bauten, die Schwäbisch Gmünd ausmachen.

SCHWÄBISCH GMÜND (rw). „Pro Gamundia“ nennt sich die Initiative. Hinter ihr stehen Rudolf Berkenhoff, Wolfgang Hämmerle, Wolfgang Gundlach, Brunhilde Kanzler sowie Viola und Philipp von Woellwarth. Sie hatten schon im Januar am Bauzaun der Gründerzeitvilla in der Charlottenstraße eine „Lex Gamundia“ gefordert. Der Abriss überraschte und empörte auch den Gemeinderat. OB Arnold und Baubürgermeister Julius Mihm kündigten ein „Frühwarnsystem“ an, das derlei Beseitigung von historisch und für das Stadtbild bedeutsamer Bausubstanz verhindern helfen soll.
BI-​Vertreter kamen jetzt mit dem Baubürgermeister zusammen. Rudolf Berkenhoff: „Es geht um ein Bewusstsein, was die Wertigkeit Gmünds ist. Die Stadt soll als Persönlichkeit wahrgenommen werden, die in der Geschichte gewachsen ist.“ Gegensätze wie Bewahren und Ersetzen müssten abgewogen werden. Vertretbare Kompromisse seien, wie am Marktplatz 27, möglich. Doch vielfach würden sich sachfremde, hauptsächlich wirtschaftliche Interessen durchsetzen, „die auf die Stadtstruktur keine Rücksicht nehmen“. Eine lebendige Stadt werde sich immer verändern. Aber sie dürfe ihr Gesicht, ihre Persönlichkeit nicht verlieren.
Dabei blickt die Initiative auf ein größeres Ganzes, als dies bislang der auf den mittelalterlichen Stadtkern beschränkte Ensembleschutz leistet. Charakteristisch, so die BI, sei für Gmünd besonders die Stadtbildentwicklung im 19. Jahrhundert: die Zeit der Gold– und Silberwarenfabrikation mit ihren Stadtvillen und Bürgerhäusern, die sich wie ein breites Band um die Innenstadt ziehen: Zwischen Rektor-​Klaus-​Straße und Josefsbach zur Hochschule für Gestaltung, vom Südbahnhof zum Zeiselberg und zum Leonhardsfriedhof, nördlich des Schlachthof-​Areals bis westlich des Salvators. Hinzu kommen markante Gebäude der Neuen Sachlichkeit wie Bifora und Zapp. Berkenhoff: „Dieser markante Bereich erscheint gefährdet und ungeschützt.“
Man beschränkt sich dabei räumlich auf die Stadt im Tal. Zeitlich fasst Julius Mihm den Rahmen noch etwas weiter: Bis hin zu den 60er– und 70er-​Jahren, beispielsweise die Diözesansiedlung in der Weststadt, die Beton-​brut-​Architektur von Brücke und Paul-​Gerhardt-​Haus. In diese Zeitzone tastet sich mittlerweile auch der Denkmalschutz vor.
Ein Kataster für das Erhaltenswerte der Stadterweiterungen des 19. und 20. Jahrhunderts sei das gemeinsame Projekt von BI und Stadtverwaltung, so Mihm („das ‚Mehr‘ von Gmünd“): „Wir wollen aus der Bürgerschaft wissen, was als profilbildend angesehen wird. Man kommt vielleicht an Ecken, an die noch keiner gedacht hat.“
Mit dieser „Ausdehnung der Sichtweise“, mit dem „Frühwarnsystem“ will die Verwaltung anschließend im April in den Gemeinderat. Ziel ist ein denkmalpflegerischer Plan, ein Kataster für weitere Gebiete der Innenstadt. Zum Vorschlag eines Gestaltungsbeirats nach Regensburger Beispiel hält Mihm eher Distanz. Er verweist auf enge Grenzen: Investoren haben ein Recht auf Baugenehmigung, sagt der Baubürgermeister, „aber man kann Investoren motivieren, sich auf Beratungsangebote einzulassen“. Pro Gamundia möchte Maßnahmen initiieren, die Erhalt, Pflege und Restauration voranbringen. Veränderungen sollten auf die Stadtpersönlichkeit Rücksicht nehmen, „die Leitlinie dazu wäre eine von allen Bürgern, von Stadtverwaltung und Gemeinderat getragene Lex Gamundia“, so Berkenhoff.
Ein Anfang wird zusammen mit dem Eigentümer der früheren Menrad-​Fabrik in der Königsturmstraße 28 gemacht. Das repräsentative, leerstehende Gebäude leidet seit Jahren. Jetzt will der Eigentümer zerbrochene Fensterscheiben ersetzen, Schüler der Rauchbeinschule räumen den Vorgarten auf, und Gartenschau-​Holzblumen sollen dort auch blühen.

Pro Gamundia legt Unterschriftenlisten für eine künftige „Lex Gamundia“ in Gmünder Geschäften aus.

Hinweis: Dieser Artikel wurde vor 1243 Tagen veröffentlicht.


QR-Code
remszeitung.de/2014/3/26/ziel-ausweitung-der-denkmalzone/