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Zirkus: Mit oder ohne Raubtiere?

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Foto: cck

Vom 12. bis 15. Oktober gastiert der internationale Zirkus Charles Knie in Schwäbisch Gmünd. Im vergangenen Jahr waren alle Veranstaltungen nahezu ausverkauft. In diesem Jahr gibt es wieder Raubtiere im Zirkus zu sehen. Für die einen gehören sie dazu, für die anderen gehören sie verboten. Der Kommentar der Rems-​Zeitung am Samstag befasst sich mit diesem Thema.

Samstag, 06. Oktober 2018
Heinz Strohmaier
1 Minute 19 Sekunden Lesedauer

Kommentar von Heinz Strohmaier
Der international anerkannte Zirkus Charles Knie unterscheidet sich in seinem Programm von vielen anderen dadurch, dass bei allen Aufführungen Qualität dahinter steckt. Im vergangenen Jahr fehlte bei den Aufführungen aber ein Programmpunkt: Die Raubtiernummer. Die gehört dieses Mal dazu und wird von einem Raubtierlehrer präsentiert, der fast einmalig auf der Welt ist: Alexander Lacey — und dann kommt erst einmal nichts, was einem Vergleich standhalten könnte.
Soweit, so gut! Doch für viele Tierschützer hat so eine Aufführung im Zirkus nichts verloren. Sie fordern, ein Wildtierverbot in Zirkussen ins Tierschutzgesetz aufzunehmen und sagen, dass ein Zirkus keine Wildtiernummer braucht, um zu begeistern. Damit haben sie per se sicher Recht. Einen Löwen in einen Käfig einzusperren und in der Manege Befehle des Dompteurs ausführen zu lassen, hat nichts mit dem majestätischen Auftreten des Löwen in freier Wildbahn zu tun. Allerdings, dann darf ich zu Hause auch keinen Kanarienvogel im Käfig halten, keine Schlange im Terrarium und keinen Hund vor dem warmen Ofen und nicht einmal ein Kaninchen im Stall. Die Lebensumstände für Mensch und Tier haben sich — leider — verändert. Auch unsere Stubenkatzen waren einmal keine Haustiere. Einem Hund das Apportieren beizubringen, mag auch nicht artgerecht sein. Sicher ist, dass es den Wildtieren auch in Gefangenschaft nicht schlecht geht. Das kontrollieren die Veterinäre ständig. Aber in die Seele des Tieres kann niemand blicken. Wer diese Art von Tierhaltung oder Tierdarstellung nicht unterstützen will, der wird den Besuch des Zirkus sicher meiden. Für den Rest heißt es: The Show must go on!
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