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Wagenblast-​Insolvenz: So ist die erste Betriebsversammlung abgelaufen

Foto: ts

Das war sie also, die erste Betriebsversammlung der Wagenblast-​Mitarbeiter, nachdem das Autohaus nach fast hundertjähriger Firmengeschichte in die Insolvenz gegangen ist. Viele Ängste wurden beruhigt, eine schlechte Nachricht gab es allerdings auch.

Donnerstag, 23. April 2020
Eva-Marie Mihai
1 Minute 28 Sekunden Lesedauer

Angespannte Stimmung und ein ungewohnter Flair, weil alle Gesichter hinter Masken versteckt waren und alle Teilnehmer Handschuhe trugen – so beschreiben Teilnehmer die Atmosphäre.
Doch, alles in allem, sei es eine gute Versammlung gewesen, sagt IG Metall-​Gewerkschaftssekretärin Cynthia Schneider. „Die Beschäftigten konnten ihre Fragen los werden.“ Fast alle der 220 Arbeitnehmer seien da gewesen. „Die arbeitsrechtliche Situation für den einzelnen wurde erklärt.“ Außerdem sei versichert worden, dass der Servicebetrieb wie gewohnt weiter läuft. „Qualität ist derzeit noch wichtiger, man versucht, alle Kunden zu halten.“ Zu der Beruhigung der Arbeitnehmer habe die Versicherung des Insolvenzverwalters beigetragen, weil er als klares Ziel kommuniziert habe, dass möglichst alle Arbeitsplätze und alle Standorte gehalten werden sollen. Schneider zog einen Vergleich zu der Lindenfarb-​Insolvenz: „Bei Lindenfarb war die Situation schlimmer, weil die zwei Mal in Insolvenz gegangen sind und einmal kein Insolvenzgeld bezahlt bekommen haben. Dort läuft es mittlerweile wieder ganz gut.“ Auch das habe die Mitarbeiter beruhigt. Außerdem – sollte es zu einem Personalabbau kommen, werde man zuerst auf Freiwilligkeitslösungen setzen. „Beispielsweise als Rentenbrücke, oder wenn jemand eine Vollzeit-​Qualifizierung machen möchte.“ Außerdem soll an alle ein Informationsschreiben gehen, auch an die Kunden. „Es wird erklärt, was die Insolvenz bedeutet, nicht dass jemand panisch wird.“
Die schlechte Nachricht sei, dass man wahrscheinlich schon den April als Insolvenzgeldzeitraum nutzen müsse. Damit verliert das Autohaus wertvolle Zeit, einen Investoren zu finden. Allerdings habe man Kontakt mit VW und Audi aufgenommen, von beiden Seiten sei die Rückmeldung gekommen, dass man als Marke auf der Ostalb vertreten sein wollen und dass ein schnelles Verfahren forciere. Das Gute an einer Insolvenz sei, dass ein potentieller Interessent nicht von Null anfangen müsse. „Das Autohaus hat in fast hundert Jahren eine Kundenbindung aufgebaut. Die Aufträge und die Großaufträge seien ein Grundstamm, auf den man aufbauen könne. Auch mit den Lieferanten seien erste Vereinbarungen getroffen worden.

Was die nächsten Schritte sind, lesen Sie am 24. April in der Rems-​Zeitung.

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