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Nachrichten Schwäbisch Gmünd

Kommunalarchive veröffentlichen gemeinsamen Blog „Ostalbum“ in und um den Ostalbkreis

Foto: mia

Früher waren Archivbesuche eine aufwendige Angelegenheit. Die richtigen Quellen finden, Katalogbezeichnungen entwirren oder alte Schriften lesen gehörten dazu und senkten nicht gerade die Hemmschwelle der Besucher. Das hat sich geändert.

Montag, 29. Juni 2020
Eva-Marie Mihai
1 Minute 22 Sekunden Lesedauer

Das war einer der Gründe, warum die Stadtarchive Schwäbisch Gmünd, Aalen, Bopfingen, Ellwangen, Schorndorf und das Kreisarchiv Ostalbkreis einen gemeinsamen Blog eingerichtet haben, der als „Ostalbum“ unter https://​ostal​bum​.hypothe​ses​.org/ erreichbar ist.

Seit dem 12. Juni veröffentlichen die Archivare der beteiligten Städte dort Beiträge. Aus Schwäbisch Gmünd beispielsweise ist ein Auszug aus einem Gemeinderatsprotokoll zu sehen, der beweist, dass Toilettenpapier schon lange vor der Corona-​Krise öffentliches Thema war.

In der Sitzung des Gemeinderats vom 15. September 1955 bemerkte Stadtrat Scheppe (SPD): „Die Schüler der Rauchbeinschule sagen, um die Stadtkasse Schwäbisch Gmünd stehe es sehr schlecht, denn sie müßten das Klosettpapier in den Schüleraborten selbst zahlen.“ Daraufhin wird Stadtamtmann Baur zitiert: „Bei der Rauchbeinschule wurde auch für Schüler das Klosettpapier zu stellen. Der Verbracuh war aber so verschwenderisch, daß von der Anschaffung von Klosettpapier für Schüleraborte wieder abgesehen worden ist.“ Unterstützung erhielt die Verwaltung durch Dr. Fricker (CDU), der erklärte, „daß es zu weit führen würde, alle Schüleraborte in der Stadt mit Klosettpapier auszustatten. Die Schüler gehen einfach nicht sparsam um damit, sie treiben Unfug.“

„Die Gemeinderatsprotokolle der nächsten Monate und Jahre schweigen sich hierüber aus, sodass der Zeitpunkt nicht ermittelt werden konnte, an dem die Stadtverwaltung ihre Meinung revidierte und die Schülertoiletten wieder mit Toilettenpapier belieferte“, schreibt Dr. David Schnur, der den Beitrag für den Blog verfasst hat.

„Wir hatten bisher noch kein Forum, um so kleine Funde zu präsentieren und was wir im Alltag machen“, sagt Schnur. „Der Plan ist, dass wir pro Woche zwei bis Beiträge pro Woche bringen.“ Als der Lockdown kam, sei er auf seine Kollegen zugegangen. „Die waren direkt Feuer und Flamme für das Projekt.“ Glücklicherweise, den das Zeitkontingent eines einzelnen würde dafür nicht ausreichen, sagt Schnur.

Was der Lockdown mit der Geschichte zu tun hat, lesen Sie am 30. Juni in der RZ.

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