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Zu Tode gequältes Kind: Familie war dem Jugendamt bekannt

Symbol-​Bild: gbr

Die Familie des zu Tode gequälten Kleinkindes in Bopfingen war beim Jugendamt bekannt. Bei der Familie sei eine sogenannte sozialpädagogische Hilfe eingesetzt gewesen. Die zuständige Behörde im Nachbarlandkreis zeigt sich zutiefst entsetzt über den Tod des Kindes.

Dienstag, 26. Oktober 2021
Gerold Bauer
1 Minute 22 Sekunden Lesedauer


Die Familie des zu Tode gequälten, knapp zweijährigen Jungen aus Bopfingen ist dem Jugendamt Schwäbisch Hall bekannt gewesen und wurde bereits von der sozialpädagogischen Jugendhilfe betreut. Das hat das Landratsamt Schwäbisch Hall auf Anfrage der Zeitung bestätigt.
„In der Familie war auf Veranlassung des Jugendamts Schwäbisch Hall eine sozialpädagogische Familienhilfe eingesetzt. Mit dieser Aufgabe war ein freier Träger der Jugendhilfe beauftragt“, teilt eine Sprecherin schriftlich mit. Und weiter: „Es ist unfassbar, was passiert ist. Wir sind zutiefst bestürzt und bedauern den Tod des Kindes. Unsere Gedanken sind bei den Angehörigen des Kindes.“
Dass die Familie, die in Bopfingen im Ostalbkreis lebt, vom Jugendamt des Landkreises Schwäbisch Hall betreut wurde, sei nach Vorschriften des Sozialgesetzbuches VIII geregelt. Eine kreisübergreifende Betreuung sei grundsätzlich möglich.

Hier zur Erinnerung nochmals die Mitteilung der Polizei vom Montag (die RZ berichtete aktuell):

Bopfingen: Tod nach mutmaßlicher Misshandlung
Am Donnerstag wurde das Polizeipräsidium Aalen darüber informiert, dass ein 23-​Monate altes Kind am Abend im Krankenhaus Aalen verstorben sei. Bei dem Jungen, welcher bereits reanimationspflichtig ins Krankenhaus eingeliefert wurde, bestand der Verdacht, dass dieser misshandelt wurde. Dieser Verdacht erhärtete sich bei der noch anschließend durchgeführten kriminalpolizeilichen Leichenschau.
Die Staatsanwaltschaft Ellwangen/​Jagst veranlasste daraufhin eine gerichtliche Leichenöffnung. Die rechtsmedizinische Untersuchung wurde am Freitag in der Universität Ulm durchgeführt. Nach dem vorläufigen Obduktionsergebnis liegen bei dem verstorbenen Kleinkind multiple Verletzungen vor, weshalb von massiven Misshandlungen ausgegangen werden muss.
Aufgrund der kriminalpolizeilichen Ermittlungen ist der 32-​jährigen Lebensgefährte der Mutter tatverdächtig. Der Beschuldigte wurde noch am Freitagabend auf Weisung der Staatsanwaltschaft Ellwangen vorläufig festgenommen und am Samstag einem Haftrichter vorgeführt. Dieser erließ den von der Staatsanwaltschaft beantragten Haftbefehl. Der 32-​jährige Beschuldigte wurde anschließend in eine Justizvollzugsanstalt verbracht.
Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Ellwangen und der Kriminalpolizei dauern an.



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