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Nachrichten Ostalb

Omikron, Bayern und der erste Schnee in den Bergen (Marginalie)

Schnee im Dezember 2020. Foto: Archiv/​edk

Die ersten Schneeflocken sind am Freitag bereits gefallen. Für den ersten Advent sagt der Wetterdienst voraus, dass man in manchen deutschen Mittelgebirgslagen Schneemänner bauen und rodeln kann. Vielleicht eine gute Ablenkung von der eher tristen und chaotischen Lage, wie sie sich zuletzt in nasskalten deutschen Novemberwochen präsentiert hat.

Sonntag, 28. November 2021
Michael Maier
2 Minuten 11 Sekunden Lesedauer

Leere Weihnachtsmarktbuden in der Gmünder Innenstadt werden wohl noch ein paar Tage stehen bleiben, bis man sie alle abtransportiert hat. Man braucht es nicht als Hohn der Natur verstehen, wenn sich über das Szenario nun malerisch eine leichte Schneeschicht legen sollte. In Anbetracht der Umstände gibt es schlichtweg keine Alternative zur Absage von Veranstaltungen, bei denen viele Menschen zusammen kommen. Wissenschaftler haben das immer gesagt, und es scheint eine der wenigen Gewissheiten in der Pandemie zu sein.
Wesentlich leichter fällt der Verzicht auf eine Weihnachtsfeier in der Firma oder im Verein. Schließlich müssen dabei nicht Marktleute büßen, die vielleicht schon Ware eingekauft haben und jetzt nicht mehr wissen, was sie damit tun sollen. Man muss wohl froh sein, wenn auf der Ostalb nicht sogar ein regionaler Lockdown droht, wie er sich unter anderem für Sachsen oder bestimmte Gebiete in Bayern abzuzeichnen scheint. Denkbar schlechte Zeiten für ein Wellness-​Wochenende oder für den Saisonstart in Tirol sind es ebenfalls, denn in Österreich ist es ja bereits so weit gekommen. Auch wenn es mit der Schweiz ein weiteres Alpenland gibt, das die Sache weitaus gemächlicher und gelassener angeht. Das Schweizer Volk darf am Sonntag übrigens über das neue Covid-​Gesetz der Eidgenossenschaft entscheiden und wird sich laut Umfragen wohl mehrheitlich für den darin enthaltenen Katalog mit maßvollen Optionen wie einem Gesundheitspass und der Möglichkeit zu Einschränkungen in der Gastronomie aussprechen.
Man kann gespannt sein, was uns selbst bis zum Nikolaustag noch erwartet. Immerhin dürfte bis dahin ja eine neue Regierung im Amt sein, die aber vielleicht schon zum Start die Rute auspacken soll oder muss – zumindest wenn es nach ihren Vorgängern und nach manchen Landesfürsten geht. Eltern bangen bereits um den kontinuierlichen Unterricht in Schulklassen und Kindergartengruppen für den Fall, dass sich in den nächsten Wochen die Corona-​Fälle unter Kindern weiter häufen sollten. Man zählt die Tage bis zum Weihnachtsfest und hofft darauf, dass im Alltag keine neuen Widrigkeiten bevorstehen. Zu bitter waren die Erfahrungen im vergangenen Jahr, als aus einem kurzen „Lockdown light“ ein bleierner Winter mit nicht enden wollenden Restriktionen wurde. Andere Bundesländer haben bereits wieder die Ferien um ein paar Tage vorgezogen und die Präsenzpflicht ausgesetzt, was nach Ansicht von Pädagogen allerdings ein zweischneidiges Schwert ist. Schonender als erneute flächendeckende Zwangsmaßnahmen für alle wäre es wohl dennoch.
Zurück zu den Wetteraussichten: Ein erster Advent auf der möglicherweise schneebedeckten Ostalb ist ja auch nicht zu verachten. Ein nachdenklicher Spaziergang unter schneebedeckten Kaiserbergen oder in noch höheren Lagen kann für ein wenig Abstand zum stressigen Alltag und zu schwer verdaulichen Nachrichten sorgen. Vielleicht sollte man ja sogar die im April eingemotteten Schneeschuhe aus dem Keller holen oder schon einmal die Langlaufbretter wachsen? Manch einer kann es kaum noch erwarten. Bleibt nur die Frage, ob es für mehr als einen halben Zentimeter reichen wird. Und vernünftige Winterreifen hat auch noch nicht jeder aufgezogen. Oje. (Klaus Albsteiger)

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