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Impfquote: Vollimmunisierung höher als Erstimpfung?

Foto: tv

Bei den Impfquoten im Land gibt es kaum noch Veränderungen. Nun wird eine Besonderheit deutlich: In manchen Landkreisen gibt es mehr voll immunisierte Menschen als Erstimpfungen, beispielsweise im Rems-​Murr-​Kreis. Wie kann das sein?

Montag, 28. März 2022
Thorsten Vaas
1 Minute 27 Sekunden Lesedauer

Während im Ostalbkreis die Erstimpfung und Vollimunisierung gleichauf bei 71,3 Prozent liegen (Stand: 21. März), weichen diese beiden Werte im Nachbarlandkreis Rems-​Murr voneinander ab. Dort haben 68,4 Prozent eine Erstimpfung erhalten, 69,0 Prozent dagegen sind voll immunisiert.

Kann die Vollimmunisierung höher sein als die Erstimpfung?
Das Sozialministerium, das die Impfquote wochenweise aktualisiert, greift unter anderem auf Daten der Kassenärztlichen Vereinigung zurück, die eine Janssen-​Impfungen (Johnson & Johnson) immer als Zweitimpfungen übermittelt. „Somit werden die Impfquoten der mindestens einmal Geimpften systematisch zu niedrig ausgewiesen, da die Janssen-​Impfungen in dieser Gruppe fehlen“, schreibt Ministeriumssprecherin Theresa Osterholzer auf Nachfrage der Rems-​Zeitung. Andererseits zählen Genesene, die später noch einmal geimpft werden, als vollständig geimpft übermittelt werden und zählen nicht in der Gruppe mindestens einmal geimpft — obwohl sie rein formal nur einmal geimpft wurden.

Gibt es weitere Gründe?
Weitere Unschärfen in den veröffentlichten Daten sind auf die Meldepraxis an sich zurückzuführen. Während das Sozialministerium zwar die Anzahl und Art der Impfungen durch niedergelassene Ärzte, Impfzentren, mobile Impfteams und Krankenhäuser erhält, seien Daten von Betriebsärzten und Privatärzten nicht enthalten. „Zudem übermitteln einige Ärzte direkt an das RKI und nicht an die Kassenärztliche Vereinigung, somit sind diese Zahlen ebenfalls nicht enthalten“, so die Ministeriumssprecherin weiter.

Wie steht es um die andere Kennzahlen in der Pandemie?
Seit dem Wochenende gibt es zudem weitere Werte, die in Baden-​Württemberg nicht mehr veröffentlicht werden und so bundesweit ein unscharfes Bild verursachen: Das Landesgesundheitsamt lässt den Lagebericht am Wochenende und feiertags entfallen. Als Grund gibt das Landesgesundheitsamt die neue Corona-​Verordnung ohne Stufensystem an, das auf den Daten im Lagebericht des Landesgesundheitsamts beruhte. Ohne die gemeldeten Daten aus Baden-​Württemberg sind auch die deutschlandweiten Infektionszahlen zu niedrig.

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