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Klimawandel schadet Fichten

Foto: Heinrich Linse_pixelio.de

Der Klimawandel macht den Brotbaum der Forstwirtschaft vielerorts zum Auslaufmodell. Forscher suchen nach Baumarten, die besser mit Trockenheit und Stress zurechtkommen. Manchmal hilft es aber auch, abgestorbene Fichtenbestände einfach sich selbst zu überlassen.

Montag, 08. August 2022
Sarah Fleischer
1 Minute 5 Sekunden Lesedauer

Hitze, Trockenheit, Waldbrände: Auch dieser Sommer liefert in Deutschland Bilder, wie man sie früher eher aus dem Mittelmeerraum kannte. Vielen Bäumen ist anzusehen, dass sie diese Bedingungen nicht sonderlich gut vertragen. Vor allem die Fichte hat in etlichen Regionen massiv unter der Kombination aus Wassermangel, Hitze und Borkenkäferattacken gelitten. Viele Experten bezweifeln inzwischen, dass dieser Brotbaum der mitteleuropäischen Forstwirtschaft noch eine große Zukunft hat.
Da die Bäume vielseitig einsetzbares Holz liefern, pflanzten noch in den 1960ern und 1970ern Forstwirte großflächig Fichten in Reinbeständen an.
Doch Fichten wurzeln oft nicht bis tief in die Erde hinein, bei Stürmen fallen sie also leichter um und können auch kein tief gelegenes Grundwasser ziehen. Bei Trockenheit sind Fichten zudem besonders anfällig für Krankheiten und Schädlinge wie den Borkenkäfer.
Eine Möglichkeit wäre, abgestorbene Fichtenwälder durch neue Baumarten zu ersetzen, die besser gegen den Klimawandel gewappnet sind. „Einen Vortel werden Wälder haben, die sich selbst ein günstiges Mikroklima schaffen können“, sagt Pierre Ibisch von der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde. Das seien etwa Buchen, die durch ihr dichtes Kronendach kühle und feuchte Verhältnisse schaffen. Von Buchen dominierte Mischwälder könnten also zumindest in tieferen Lagen der Mittelgebirge ein Modell der Zukunft sein. Als Nadelbäume kämen die heimische Weißtanne oder Douglasie und die Küstentanne aus Nordamerika in Frage.

Mehr darüber erfahren Sie auf der Wissens-​Seite der Rems-​Zeitung am Montag.

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