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Duo Ute und Alban Faust: Reise von Lorch nach Schweden

Foto: Rund

Der „Runde Kultur Tisch Lorch“ bot seinem Publikum im Bürgerhaussaal eine musikalische Reise nach Schweden. Das Duo Ute und Alban Faust machte auf ihrer Deutschland – Tournee halt in Lorch.

Samstag, 20. April 2024
Thorsten Vaas
1 Minute 32 Sekunden Lesedauer

Der Instrumentenbauer, Musiker und Sänger brachte Dudelsäcke, Gitarre und Nyckelharpa zum Klingen, seine Frau Ute überzeugte an den Klarinetten und Dudelsack. Nur Lorch bekam sie als Trio zu hören: unterstützt wurden sie vom Eschacher Musiker Uli Hinderer an der Drehleier und am Kontrabass. Schon der Einzug in den Saal war spektakulär: Ute und Alban Faust zogen mit Dudelsäcken musizierend von hinten durch den Saal zur Bühne. In perfektem Deutsch begrüßten sie die Zuschauer und gaben einen Einblick in ihr Programm. Das bestand aus Stücken und Liedern aus ihrer Heimat Darsland, der kleinsten schwedischen Provinz an der Grenze zu Norwegen. Die Komponisten der meist heiteren im Polska Takt komponierten Stücke waren die Spielmänner um 1760, die ihr Leben als kuriose Typen am Rande der Gesellschaft schilderten. Die Polska ist die wichtigste Tanzform Schwedens. So begeisterten sie das Publikum mit ihren beschwingten Weisen, die beeindruckend mit den wechselnden Instrumenten zu Gehör gebracht wurden. Das historische Streichinstrument „Nyckelharpa“, auch Schlüsselharfe genannt, wurde bereits vor 1000 Jahren gebaut und faszinierte ebenso wie Uli Hinderers Drehleier, die durch die perfekte Spielweise von Ute Fausts Klarinetten unterstrichen wurden. Solches Instrumenten Zusammenspiel sieht man in Deutschland selten. Alban Faust führte gekonnt durchs Programm und erläuterte die Musikstücke, übersetzte seine Liedtexte und erzählte Begebenheiten zur Entstehung der Stücke und die Geschichten, die um sie ranken.
Mit Nyckelharpa, Drehleier und Klarinette spürte man die Bewegungen der Netzeflicker bei „Garnbindarn“und „Ebba Brahe“, eine Slans Polska, enthielt die Sage der Liebesgeschichte der jungen Frau Ebba. Mit Hoompa“ wanderten die Klänge nach Finnland. Das Stück „Emigrantvisa“ war allen Emigranten der Welt und deren Schicksal gewidmet und erzählte das Leid eines Vaters, der sein totes Kind im Arm trägt und es dem Meer übergeben muss. Alban Faust richtete wegen der kritischen Lage zum Rechtsradikalismus den dringenden Appell ans Publikum sich für die Erhaltung der Demokratie einzusetzen und mehr Menschlichkeit in die Welt zu tragen.
Nach begeistertem Beifall gabs als Zugabe noch ein Stück über finnische Einwanderer in Schweden. Mit diesem musikalischen Genuss verbrachten die Zuhörer eine kleine Gedankenreise nach Schweden.

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