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Nachrichten Schwäbisch Gmünd

Bund der Vertriebenen gedachte auf dem Dreifaltigkeitsfriedhof der Toten

Wie in jedem Jahr folgten auch gestern am Tag Allerheiligen viele Menschen der Einladung des Kreisverbandes des Bundes der Vertriebenen zum Totengedenken auf dem Dreifaltigkeitsfriedhof . Wie immer war die Zeremonie auch verbunden mit der Kranzniederlegung am Ostlandkreuz.

Montag, 02. November 2009
Rems-Zeitung, Redaktion
1 Minute 22 Sekunden Lesedauer

Von Dietrich Kossien
SCHWÄBISCH GMÜND. Diesmal hielt Pfarrer Dr. Paul Gerhard Eberlein die Ansprache, und der evangelische Posaunenchor umrahmte musikalisch die Feier. Nach der musikalischen Einleitung und einem Gedichtvortrag von Anna Maria Kunz „Erinnerung an 1945“ von Agnes Miegel hielt Pfarrer Eberlein vor vielen Besuchern in und vor der Friedhofskapelle auf dem Dreifaltigkeitsfriedhof die Ansprache, die er den Opfern der zwei Weltkriege und der nachfolgenden kriegerischen Auseinandersetzung und von Flucht und Vertreibung widmete. Zeitzeugen gebe es heute immer weniger, und die nachfolgenden Generationen verdrängten das Geschehene. Immer lauter würden auch die Stimmen, die forderten, einen „Schlussstrich unter das Geschehene zu ziehen“; das Vergessenwollen mache sich breit. Eberlein aber stellte fest: „Vergessen macht dumm“. Denn wer die Vergangenheit abschneide, der lebe ohne Wurzeln. So hätten also die Gedenktage ihren tiefen Sinn, auch heute, für Junge und Alte gleichermaßen. Das, was damals geschehen sei, sei zu groß, als dass man darüber zur Tagesordnung übergehen könne. Es sei wichtig, dass die Menschen ein bleibendes Gedenken an die Opfer der Kriege und an die Opfer von Flucht und Vertreibung bewahrten, auch weil die dabei entstandenen Wunden bis heute zu spüren seien. Dabei müsse man auch der Opfer in anderen Nationen gedenken. So zog der Geistliche das Fazit, dass man dem Frieden in der Welt verpflichtet sei. Und dafür tätig zu sein, sei die Aufgabe aller.
Nach einem Gebet für diesen Frieden in der Welt und einem Spiel des Posaunenchores formierte sich vor der Friedhofskapelle der Zug zum Ostlandkreuz, an dem Kränze zur Erinnerung niedergelegt wurden. Nach dem Lied vom „Guten Kameraden“ hielt dort der Vorsitzende des BdV, Gunter Lange, eine kurze Ansprache. In ihr mahnte er, das Schicksal der Ostdeutschen nicht in Vergessenheit geraten zu lassen und darauf hinzuwirken, dass Vertreibung weltweit geächtet wird.

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