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Fußball, Oberliga: Neuer Gmünder Coach füllt die großen Fußstapfen von Alexander Zorniger schnell aus

Sportlich ein hervorragendes Jahr absolvierte das Team des FC Normannia Gmünd in der Oberliga. Auf eine starke Rückrunde der Saison 2008/​2009, folgte eine ebenso gute Halbserie im aktuellen Spieljahr. Als Vierter verabschiedeten sich die Schwerzer-​Jungs in die Winterpause. Von Patrick Tannhäuser

Sonntag, 13. Dezember 2009
Rems-Zeitung, Redaktion
4 Minuten Lesedauer

Umbruch gelungen, an diesem Urteil möchte keiner Zweifeln, nicht im und auch nicht außerhalb des Schwerzers. Viele wichtige Spieler verließen im Sommer die Normannen, Teammanager Dieter Engelhardt hörte auf und zudem endete die siebenjährige Ära von Trainer Alexander Zorniger. Schon sehr viele Veränderungen und Baustellen, die die neue Bereichsleitung Oberliga um Jürgen Eberle in der Fußball freien Zeit zu bearbeiteten hatte. Und das neue Team hinter dem Team scheint vieles richtig gemacht zu haben, denn es wurde nahtlos an die erfolgreiche Rückrunde der Vorsaison angeknüpft. „Ich bin super zufrieden. Wenn uns das einer vor der Saison gesagt hätte, ich hätte es nicht geglaubt“, freut sich der Sportliche Leiter Jürgen Eberle. Mit 31 Punkten rangiert der FCN auf dem vierten Platz, mehr als viele anfangs für möglich hielten. Nur eine Sache nagt immer noch kräftig am Gemüt von Eberle. „Einziger Wermutstropfen ist das Pokalaus gegen die Stuttgarter Kickers II“, so der Macher im Schwerzer, der nur zu gerne über diesen Weg in den DFB–Pokal eingezogen wäre und damit den großen Geldtopf angezapft hätte. Sehr verschnupft reagierte Eberle auf dieses aus seiner Sicht unnötige Ausscheiden und führte deshalb mit seinem neuen Coach Lothar Mattner auch ein ernsthaftes Gespräch.
Nicht der einzige Reibungspunkt in den ersten Monaten. Immer wieder musste Eberle zwischen den Spielern und dem neuen Trainerteam vermitteln. Für viele Akteure war es eben eine große Veränderung nach sieben Jahren Alexander Zorniger plötzlich einen neuen Coach vor sich zu haben, eine andere Ansprache und andere Methoden. Doch inzwischen hat sich die Zusammenarbeit sehr gut eingependelt. Dies ist auch an der Tabelle deutlich abzulesen. „Alle haben sich erst einmal finden müssen. Es wäre für jeden Trainer schwer gewesen, in die großen Fußstapfen von Alexander Zorniger zu treten. Das hat Lothar Mattner mit Bravour gemeistert“, verteilt der „Chef“ ein Lob an seinen Coach. Trainer, Co-​Trainer, Betreuer und Spieler – es war eben vieles neu im Schwerzer.
Doch Mattner schaffte es schnell eine funktionierende Einheit auf den Platz zu bringen. Nach der Auftaktniederlage beim Bahlinger SC folgte eine kleine Serie von drei Siegen und auch eine weitere Niederlage bei der TSG Weinheim brachte die Normannen nicht aus dem Konzept. Gleich acht Partien blieben die Gmünder im Anschluss ungeschlagen und glänzten vor allen Dingen im heimischen Jahnstadion. Die ersten sieben Spiele im Schwerzer wurden allesamt gewonnen – eine respektable Leistung. Wären in der Fremde nicht einige Punkte durch späte Ausgleichstreffer verschenkt worden (1:1 in Durlach, 2:2 in Denzlingen, 1:1 in Spielberg), die Gmünder hätten von der Tabellenspitze gegrüßt.
Den Anschluss nach oben verpassten die Normannen in den letzten fünf Begegnungen vor der Winterpause. Vier Punkte waren zu wenig, um weiterhin im Konzert der Großen dick dabei zu sein. Kein Beinbruch, lag die Mannschaft doch schon weit über den eigenen Erwartungen, aber eben schade, weil nun die Spitze in weite Entfernung gerückt ist. Deshalb waren die Verantwortlichen, Trainer und Spieler auch froh, in die Winterpause gehen zu dürfen, um wieder Kräfte zu sammeln. „Wir hatten viele angeschlagene Spieler“, erklärt Eberle den kleinen Einbruch. Vor allen Dingen der Ausfall von den beiden Langzeitverletzten Daniel Wahnsiedler und Ralph Molner wog schwer. „Für Daniel tut es mir sehr leid. In so jungem Alter schon die dritte schwere Verletzung. Er wäre eine Granate“, bedauert der Sportliche Leiter. Während für Wahnsiedler nach seinem Kreuzbandriss die Saison gelaufen ist, soll Molner im neuen Jahr wieder einsteigen. „Wir dürfen keine Wunderdinge erwarten“, möchte Eberle den Außenverteidiger nicht unter Druck setzen. Aber ein Molner in Galaform, würde dem Team natürlich gut zu Gesicht stehen. Zurückkehren wird in absehbarer Zeit auch wieder Dominik Pelerin, der nach guter Vorbereitung die Spiele verletzt von der Tribüne betrachten musste.
Der Konkurrenzkampf soll sich wieder erhöhen, wenn die Vorbereitung beginnt. Dazu beitragen sollen zwei alte Hasen, Kapitän Mark Mangold und Innenverteidiger Frank Kinkel. Während der ehemalige Profi aufgrund einer roten Karte in den letzten drei Partien schmerzlich vermisst wurde, plagte sich der Capitano der Normannen mit einer Verletzung. Zudem soll noch ein weiterer junger Hüpfer für Schwung sorgen. Die Verpflichtung von Djamel Boudhar wurde nach der letzten Begegnung des Jahres bekannt gegeben. Schon seit zwei Monaten trainierte der Mann für die Außenbahn beim FCN mit und hinterließ einen sehr guten Eindruck. Es muss nicht die letzte Verpflichtung in der Winterpause gewesen sein. „Wir halten Augen und Ohren offen. Wenn jemand menschlich und in unsere Gehaltsgefüge passt, dann werden wir zuschlagen“, sagt Eberle. Verabschieden wird sich dagegen Bernd Broos, der sich auf Klubsuche befindet. „Ich hoffe, er findet schnell wieder einen Verein. Wir gehen im Guten auseinander“, merkt Macher Eberle an.
Eberle ist schon wieder einen Schritt weiter. Für ihn steht schon die Saison 2010/​2011 im Fokus. „Es gab schon Gespräche zwischen Trainer und Bereichsleitung“, so Eberle, der unbedingt seine Leistungsträger halten will. Möglichst bis Februar will er Klarheit bei den Spielern mit auslaufenden Verträgen haben, um dann an der Mannschaft zu basteln, die ab Sommer 2010 das Trikot der Normannen tragen soll. Dabei vergisst es Eberle nie auf seine Mitstreiter zu verweisen. Heinz Eyrainer und seine Scouts Michael Oelkuch sowie Winfried Abele machen eine gute Arbeit. Es existiert schon eine Liste mit potenziellen Zugängen. Darauf zu finden sind mit Ertac Seskir und Marius Jurczyk auch zwei ehemalige FCNler, die wie Stanislaus Bergheim von Heidenheim wieder zurück gelotst werden sollen. „Darauf bin ich wahnsinnig stolz, den verloren Sohn wieder zurückgeholt zu haben“, gibt Eberle unumwunden zu.
Aber auch auf andere Neue in den FCN–Reihen kann er stolz sein. Als Männer der Vorrunde hat Eberle nämlich Daniel Glück und Frank Kinkel auserkoren. „Frank ist von vielen mit Skepsis gesehen worden. Ich bin froh, mich gegen einigen Widerstand durchgesetzt zu haben. Er ist menschlich und sportlich eine absolute Bereicherung.“ Noch einen weiteren Akteur hat er auf seiner Liste. „Matthias Gruca hat eine super, super Vorrunde gespielt. Er ist einer der besten Torspieler der Liga“, hofft Eberle, dass der 30-​Jährige noch lange zwischen den Pfosten der Normannen steht. Trotzdem hebt er Einzelpersonen nicht so gerne heraus. Wichtig ist das Gesamte mit Spielern, Trainer, Betreuern und Funktionären.

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