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Den Ladendieben keine Chance

Ladendiebstahl ist ein Massenphänomen. Geschäftsleute suchen sich dagegen zu sichern, auch präventiv — und schulen ihr Personal

Mittwoch, 29. April 2009
Rems-Zeitung, Redaktion
1 Minute 49 Sekunden Lesedauer

SCHWÄBISCH GMÜND (rw). Der Handel, vereint mit der Stadt Schwäbisch Gmünd und der Polizei in der „Aktion sichere Stadt“, kehrt nach der Beschäftigung mit dem Dauerthema Handel und Innenstadt zurück zu einem ureigenen Bereich — auch dieser ein immer wieder kehrendes Thema: Ladendiebstahl, Falschgeld und Zahlkartenbetrug. Zahlreiche Mitarbeiter von Gmünder Einzelhandelsgeschäften kamen gestern Abend im Prediger-​Refektorium zu einer Schulung zusammen, durchgeführt von den Beamten der Ostalb-​Polizei und –Kripo Werner Stanislowski, Mükayil Dalbudak und Bruno Ehm. Der Gmünder Handels– und Gewerbeverein hatte die Aktion des Arbeitskreises Handel und Innenstadt unterstützt und seinen Mitgliedern wärmstens empfohlen, Bürgermeister Joachim Bläseorium und unterstrich den Wert der Prävention: „Sie muss nachhaltig sein, einmal ist Strohfeuer.“ Immerhin können die weitaus meisten beim Ladendiebstahl erwischten Kinder und Jugendlichen von einer Wiederholung abgehalten werden.
Werner Stanislowski stellte in seiner Präsentation gängige Tricks von Ladendieben vor, deren beliebteste Objekt einen Wert von 250 Euro nur selten überschreiten: Textilien, Süßigkeiten, Tabak, Alkohol, Software und Kosmetika sind die beliebtesten Objekte, nicht zuvergessen Kondome, „sie gehören zu den meistgestohlenen Gegenständen.“ Tricks sind das Verstecken in Kleidung, Ärmeln, Regenschirmen, aber auch in präparierten Paketen, die mit Deckel versehen und mit Alufolie ausgeschlagen sind — was die elektronische Sicherung außer Gefecht setzt. Thermopacktaschen erfüllen den selben Zweck. In Umkleidekabinen werden Kleidungsstücke übereinander angezogen, Sicherheitsetiketten abgezwickt oder mit Alufolie umwickelt. Manche professionelle Ladendiebe arbeiten gar mit Störsendern.
Der Schaden durch Ladendiebstahl wird in Deutschland pro Jahr auf vier Mrd. Euro geschätzt. In Schwäbisch Gmünd, diese Zahlen stellte Mükayil Dalbudak vor, wurden im vergangenen Jahr 394 Anzeigen wegen dieses Deliktes erstattet (37 mehr als im Vorjahr); in den letzten zehn Jahren wurden im zwischen 400 und 480 Ladendiebstähle von Geschäftsleuten angezeigt. 317 Tatverdächtige gab, davon 132 Jungtäter unter 21 Jahren. Soziale Aspekte spielen beim Begehen keine Rolle — als Gründe nennen die jugendlichen Täter oft einen Mangel an Taschengeld, den Reiz des Verbotenen, Langeweile, Gruppendruck, Mutprobe. 90 Prozent der ertappten Ersttäter lassen das Klauen künftig sein. Nach Ratschlägen für das Vorgehen, wenn Ladendiebe gestellt werden, gab Werner Stanislowski einen Überblick über die Sicherheitsmerkmale der Euro-​Banknoten und deren Wahrnehmen.: „Wichtig ist, dass alle Merkmale überprüft werden. Keine Fälschung erfasst alle Sicherheitsmerkmale“. Erstes Prinzip: der Geldschein muss sich griffig anfühlen, darf weder lappig noch glatt sein. Unter Zahlkartenbetrug fielen in Gmünd im vergangenen Jahr 15 Diebstähle von Karten und 60 Betrugsfälle, ein Schaden von 40000 Euro wurde damit angerichtet. Aufmerksamkeit ist gefragt, oft hilft schon ein Vergleich von Namen und Person, um zu merken, dass etwas nicht stimmt.

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