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Nachrichten Schwäbisch Gmünd

Hunderte von Besuchern nutzten gestern zum Amtsantritt des neuen Oberbürgermeisters den Tag der offenen Tür im Rathaus

Wenn es zu den Zielen des neuen Oberbürgermeisters Richard Arnold gehört haben sollte, wieder mehr Bewegung ins Rathaus zu bringen, so ist ihm das an seinem ersten Arbeitstag rundum gelungen. Beim Tag der offenen Tür drängten sich hunderte von Besuchern. Von Manfred Laduch

Samstag, 01. August 2009
Rems-Zeitung, Redaktion
1 Minute 58 Sekunden Lesedauer

SCHWÄBISCH GMÜND. Falls die alte Redewendung zutrifft, nach der man immer schlauer ist, wenn man vom Rathaus kommt, dann hat die Stadt gestern ein sehr breites Weiterbildungsprogramm erlebt. Denn die Massen strömten nur so, als der neue OB zum Tag der offenen Tür geladen hatte. Und in der Tat konnten die Besucher einiges erfahren.
Viel mit der regulären Verwaltungsarbeit konnten sich die Beschäftigten freilich nicht auseinandersetzen. Telefongespräche wurden auf ein Minimum beschränkt, was aufgrund des Geräuschpegels auch nicht anders möglich war. Besonderes Gedränge herrschte stets im Amtszimmer des Oberbürgermeisters, der besonders gern die jüngsten Gäste einlud, auf dem Sessel des Stadtoberhaupts Platz zu nehmen.
Hier waren auch die Insignien der Stadtführung ausgestellt: Die Amtskette, die Richard Arnold am Vorabend erstmals umgehängt worden war, aber auch die so gut wie nie aus dem Schrank geholten Amtsketten der bis zu drei (!) Beigeordneten. Ebenfalls im OB-​Zimmer: Der Pokal, den Kaiser Karl V. im 16. Jahrhundert dem damaligen Gmünder Bürgermeister Rauchbein schenkte, weil der die Stadt beim katholischen Glauben hielt.
Gleich nebenan im Besprechungszimmer war eine Auswahl der vielen Geschenke zu sehen, die Schwäbisch Gmünd bei internationalen Begegnungen von Partnerstädten erhalten hat. Schöne Teller aus Glas und Porzellan, graviert oder bemalt, handwerklich alles 1 a.
Im Zimmer von Hauptsamtsleiter Helmut Ott interessierten sich viele Besucher für das Goldene Buch der Stadt, blätterten nach den prominenten Besuchern der Vergangenheit und studierten die vielen guten Wünsche, die die Gäste der Amtseinführung Richard Arnolds in dem dicken Folianten hinterlassen hatten.
Wer etwas über die Gmünder Geschichte wissen wollte, konnte sich einem ausgezeichneten Erzähler anvertrauen. Stadtarchivar Dr. Klaus-​Jürgen Herrmann bot nahezu jede Stunde ein neues Thema an. Netter Einfall dabei: Wenn es um die undramatischen Bereiche ging, fanden die Vorträge im Erdgeschoss statt. Wurden dagegen „Hexen und Aberglaube“ oder der „große Brand des Jahres 1793“ beschworen, ging es in den dunklen, hübsch hergerichteten, aber immer leicht muffig riechenden Gewölbekeller.
Dass Gmünd viel Kultur zu bieten hat, wollte der neue Oberbürgermeister, der ja selbst ein engagierter Sänger ist, auf jeden Fall mit darstellen. Und so zeigten im Verlauf des Tages die verschiedensten Ensembles vor dem Rathaus ihr großes Können: Vom Violoncello-​Duo bis hin zu Rap und Hip-​Hop.
Im hohen Lichthof des Rathauses hingen mehrere Bänder von der Decke bis fast zum Boden. An ihnen konnten Besucher Karten befestigen, auf denen sie ihre Ideen, Anregungen, Visionen, Lob oder Tadel aufgeschrieben hatten. Das reichte von der Aufhebung des Hundeverbots in Gmünder Parks über die Verlängerung von Ausschank und Musik beim Stadtfest auf 1 Uhr bis zum Wunsch nach neuen Melodien fürs Rathaus-​Glockenspiel.

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