Direkt zum Inhalt springen

Nachrichten Sport

Handball, Württembergliga: Am Sonntag um 17 Uhr heißt das Duell nicht nur TSV Bartenbach gegen TSB Gmünd

Ein brisantes Handballduell gibt es am Sonntag ab 17 Uhr in der Parkhaushalle in Göppingen zu sehen. Der TSV Bartenbach empfängt den Tabellendritten TSB Gmünd. Beide Trainer kennen sich mehr als gut. Andreas Rascher und Ralf Rascher sind Brüder, doch ein freundschaftliches Bruder-​Duell wird es nicht geben. „Nicht nur ich, sondern auch meine Spieler werden hoch motiviert sein“, sagt der Gmünder Trainer Ralf Rascher. Von Jörg Hinderberger

Mittwoch, 13. Oktober 2010
Rems-Zeitung, Redaktion
3 Minuten Lesedauer

Ein Bruderduell gibt es im Sport ja öfters, doch dass zwei Brüder Handballtrainer in der gleichen Liga sind, ist einzigartig. Kein normales Spiel für Euch, oder?
Ralf Rascher: Ich hätte nie damit gerechnet, dass wir in der gleichen Liga Mal gegeneinander spielen. Unser Vater hatte sich immer gewünscht, dass wir als Spieler mal aufeinandertreffen, doch ich musste ja bereits mit 28 Jahren meine aktive Spielerkarriere wegen zwei Schulter-​Operationen beenden.
Andreas Rascher: Ein Bruder-​Duell hat immer einen bestimmen Reiz. Die Duelle gegen den TSB sind immer spannend. Ich habe selbst schon mit Michael Hieber und Rolf Kölle in Donzdorf gespielt, daher habe ich sehr gute Kontakte nach Gmünd.
Herrscht so kurz vor dem Spiel Funkstille im Hause Rascher oder tauschen sich Brüder über alles aus?
Ralf Rascher: Natürlich ist Andreas im Derby gegen Bartenbach mein Gegner. Aber vor und nach dem Spiel bin ich ein sehr kommunikativer und offener Mensch. Ich habe Andreas ein Video von meiner Mannschaft gegeben und er mir ein Video von Bartenbach. Das mache ich auch mit den anderen Trainern so, da sehr viel Arbeit hinter den Videoanalysen steckt. Wir reden sehr viel miteinander, aber nicht über unsere Taktiken. Erst nach dem Spiel wird alles verraten.
Andreas Rascher: Nein, es herrscht keine Funkstille. Ich gehe das Spiel locker an, da wir als Aufsteiger und Außenseiter nur mit einer Top-​Leistung und Schwächephasen vom TSB Gmünd gewinnen können. Unser Ziel ist der Klassenerhalt. Ich habe das Video von Ralf noch gar nicht angeschaut. Ich weiß, dass der TSB eine 6:0-Abwehr spielt und sehr viel individuelle Klasse in seinen Reihen hat. Wir werden eine offensive 3 – 2-​1-​Deckung spielen.
Spielt Bartenbach das gleiche System wie der TSB Gmünd?
Ralf Rascher: Unsere Grundideen von Handball sind sicherlich sehr ähnlich. Aber wir kommen beide aus unterschiedlichen Handballgegenden und daher gibt es mit Sicherheit Abweichungen.
Andreas Rascher: Die Auftakthandlungen sind sicher ähnlich. Dennoch gibt es viele Unterschiede, da wir zum Beispiel nicht mit so vielen Rückraumspielern wie der TSB gespickt sind.
Wer hat mehr Erfahrung als Trainer?
Ralf Rascher: Ich bin seit 2003 Cheftrainer und habe zuvor zwei Jahre als Co-​Trainer gearbeitet. Ich weiß gar nicht, wie lang mein Bruder schon Trainer ist. Aber Andreas ist sieben Jahre älter als ich und hat daher schon etwas mehr Erfahrung.
Andreas Rascher: Als Trainer ist Ralf schon länger im Geschäft. Außerdem hat er ein Sportstudium hinter sich und daher sicherlich von der sportwissenschaftlichen Seite her mehr Ahnung als ich. Ich gebe meine persönlichen Erfahrungen als Spieler weiter. Wir haben beide den B-​Schein gemacht.
Wo liegen die Stärken Ihres Gegners?
Ralf Rascher: Der TSV Bartenbach lebt zuhause sehr stark von seinen Emotionen. Die Bartenbacher gehen immer dort hin, wo es weh tut. Sie haben keinen Schützen, der aus elf Metern schießt.
Andreas Rascher: Der TSB spielt eine aggressive Abwehr und hat einen super Torhüter. Auch aus dem Rückraum können die Gmünder aus jeder Position treffen. Wenn es Ralf gelingt, aus den vielen starken Individualisten ein spielerisches Bild zu schaffen, dann ist der TSB für mich ein Top-​Favorit für den Aufstieg.
Wie sieht die personelle Situation vor den letzten Trainingseinheiten aus?
Ralf Rascher: Johannes Frey konnte aufgrund eines Infekts nicht trainieren, doch für Sonntag wird er fit sein. Seine ersten Kurzeinsätze nach der langen Verletzungspause wird Andreas Hieber bekommen, wenn er auch in dieser Woche wieder komplett schmerzfrei trainiert. Sollte jedoch nur eine Bewegung weh tun, dann werde ich kein Risiko eingehen.
Andreas Rascher: Mein Linkshänder im Rückraum, Philipp Betz, kann aufgrund einer Schulterverletzung nicht spielen. Auch beide etatmäßigen Linksaußen fallen aus. Meine Mannschaft ist daher schon sehr geschwächt.
Ein Tipp von Bruder zu Bruder, wie endet das Derby Bartenbach gegen Gmünd?
Ralf Rascher: Bartenbach hat sechs Punkte und das Ziel Klassenerhalt. Wir wollen mehr erreichen und sind daher Favorit, aber es wird alles andere als ein Selbstläufer. Unser Ziel ist definitiv ein Auswärtssieg.
Andreas Rascher: Wenn Gmünd seine Top-​Leistung abruft, dann wird es sehr schwer für uns. Aber wir haben eine Außenseiterchance, die wir nützen wollen.

14 Tage kostenlos und unverbindlich testen?
Das RZ-Probeabo - digital oder klassisch mit Trägerzustellung

2014 Aufrufe
726 Wörter
4885 Tage 8 Stunden Online

Beitrag teilen

Hinweis: Dieser Artikel wurde vor 4885 Tagen veröffentlicht.


QR-Code
remszeitung.de/2010/10/13/handball-wuerttembergliga-am-sonntag-um-17-uhr-heisst-das-duell-nicht-nur-tsv-bartenbach-gegen-tsb-gmuend/