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Nachrichten Schwäbisch Gmünd

„Dem Motor und Leiter des Stadtarchivs“ gewidmet: Gmünder Studien 8 vorgestellt

Hubert Herkommer, Immo Eberl, Karlheinz Hegele, Christian Stadelmaier, Hermann Ullrich, Hildegard Kasper, Hans Helmut Dieterich, Heinz Dieter Heiss, Ulrich Müller und Werner Debler haben der Stadt und insbesondere dem Stadtarchivar den achten Band der Gmünder Studien geschenkt.

Sonntag, 14. November 2010
Rems-Zeitung, Redaktion
2 Minuten 28 Sekunden Lesedauer

SCHWÄBISCH GMÜND (bt). Die Ehrengäste ließen keinen Zweifel: Die Präsentation des jüngsten Bandes der Gmünder Studien im Rokokoschlösschen war ein Grund zu feiern. Festliche Musik gab’s, vor allem aber die Würdigung gelehrter Männer und Frauen, die sich von den Staufern bis zur NSDAP unterschiedlichsten Themen widmeten und bei aller Wissenschaftlichkeit ihrer Recherche stets bemüht waren, verständlich, gar unterhaltsam zu schreiben — dafür gab’s ein herzliches Dankeschön des Oberbürgermeisters. Jeder Beitrag bringe neue Gedanken und Ideen und zeige, wie sehr Kultur, Denken und das Intellektuelle Daheim seien in der Stadt. Er habe sich kaum losreißen können vom 256 Seiten starken Buch, so Richard Arnold, das in der Tat ein Geschenk sei für die Stadt. In allen Redebeiträgen wurde die Arbeit und das Verdienst des Stadtarchivars Klaus Jürgen Herrmann gewürdigt, dem der Band gewidmet ist.
Begrüßt wurden die Gäste von Amtsgerichtsdirektor Michael Lang, der sich im Namen des Geschichtsvereins bei allen bedankte, die zum Gelingen der Studien beigetragen haben. Geschichtliches und Kunstgeschichtliches vom Mittelalter bis zur Neuzeit würden beleuchtet, und die Autoren griffen Fragen und Themen auf, die bis heute im Bewusstsein der Bevölkerung verankert seien — Johanneskirche etwa, oder Salvator. Sie alle hätten bereits vielfach veröffentlicht, der Inhalt dieser „Studien“ lasse Bestes erwarten.
Brigitte Mangold vom Stadtarchiv, die als Schriftleiterin zum Gelingen beigetragen hat, erinnerte daran, dass die Gmünder Studien, die wissenschaftlich-​historische Zeitschrift des Stadtarchivs Schwäbisch Gmünd, 1976 zum ersten Mal publiziert wurde — unter der Redaktion Klaus Jürgen Herrmann, damals erst seit kurzem im Amt; sei 35 Jahren sei Herrmann nunmehr Motor und Leiter des Stadtarchivs. Die Gmünder Studien behandeln aus den Beständen des Stadtarchivs Themen der politischen wie kulturellen Geschichte der Reichsstadt und ihrer Klöster, der Oberamtsstadt und der Großen Kreisstadt und sind damit vergleichbar mit historischen Zeitschriften anderer ehemaliger Reichsstädte. Brigitte Mangold dankte unter anderem der Eduard-​Dietenberger-​Stiftung und der Balthasar Debler-​Stiftung sowie natürlich dem Geschichtsverein, durch die das Projekt überhaupt erst machbar und finanzierbar sei. Prof. Dr. Gerd Noetzel meinte, über den hochkarätigen Eigenwert hinaus sei der Band allein aufgrund der Widmung etwas Besonderes, zeuge diese doch von Dank und Verbundenheit, von Achtung und Auszeichnung. Jeder der zehn Abhandlungen sei Besonderheit auf wissenschaftlich sicherem Boden und empfehle sich selbst am Besen. Dennoch machte Noetzel Lust auf die Studien — die von der RZ noch vorgestellt werden.
Hubert Herkommer schrieb einen heiteren Beitrag über „Zahlensinn und Lebensjahr: Der Jubilar auf der Treppe“, den er Klaus Jürgen Herrmann zum 60. geschenkt hatte. Immo Eberl ist ein Beitrag über „Gmünd und die Staufer“ und damit über die Stadtwerdung zu verdanken, Karlheinz Hegele die sehr fundierte Abhandlung „Beobachtungen zur Bauplastik der Gmünder Johanniskirche“, Christian Stadelmaier widmete sich der „Siedlungs– und Sozialstruktur der ritterschaftlichen Ortschaft Horn im Vorland der schwäbischen Ostalb bei Schwäbisch Gmünd im ausgehenden 16. Jahrhundert“. Hermann Ullrich schrieb „Das Gmünder Passionsspiel — sein Ende, seine Rezeptionsgeschichte und musikalische Überlieferung“, Hildegard Kasper „Salvator mundi — Erlöser der Welt. Erkundungen und Gedanken zum Namen eines alten Gmünder Heiligtums“, das den wohl ältesten Kreuzwegs Württembergs einen spirituellen Kraftort nennt. Von Hans Helmut Dieterich ist „Thomas Kratzer. Ein Lehrer, Priester und Bürger seiner Stadt Schwäbisch Gmünd im ausgehenden 18. und beginnenden 19. Jahrhhundert“, von Heinz Dieter Heiss „Väter und Söhne Stütz. Eine Schwäbisch Gmünder Ärztefamilie“. Ulrich Müller recherchierte „Zur Geschichte der Gmünder NSDAP“ und Werner Debler widmete sich „Josef Debler (1908 — 1946): Mutiger Gmünder Wehrmachtspfarrer in Russland und Frankreich, engagierter Seelsorger in Bartholomä und Mutlangen.

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