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Nachrichten Schwäbisch Gmünd

Münsterarchitekt Hermann Hänle feiert seinen 70. Geburtstag

Sein Lebenswerk ist der Ewigkeit gewidmet, denn auch alle nachfolgenden Generationen sollen noch das Heilig-​Kreuz-​Münster und die anderen Gmünder Gotteshäuser und Türme bestaunen dürfen. Münsterarchitekt Hermann Hänle feiert am heutigen Montag seinen 70. Geburtstag.

Montag, 15. November 2010
Rems-Zeitung, Redaktion
2 Minuten 8 Sekunden Lesedauer

SCHWÄBISCH GMÜND (hs). Eigentlich wäre er ja auch der geborene Stadtarchivar und –chronist. Denn sein Wissensschatz ist unerschöpflich. Der Architekt arbeitet schon sein Leben lang mit Gmünder Herzblut und mit zutiefst heimatverbundener Seele an Pflege und Erhalt der schönsten Bauwerke der Stauferstadt. Vieles kann ein an der Münsterbauhütte Außenstehender nur erahnen, wenn Hänle frühmorgens und spätabends kommt und geht, um große und kleine Probleme im Umgang mit den stolzen steinernen Zeugnissen der Kirchenstadt Schwäbisch Gmünd zu lösen. Die alljährlich veröffentlichten Auszüge aus dem Bautagebuch der Münsterbauhütte geben nur annähernd einen Überblick. Da sind nicht nur die dramatischen Hiobsbotschaften wie von jenem denkwürdigen 21. Oktober 1975 verzeichnet, als das Münster wegen Einsturzgefahr gesperrt werden musste. Ganz Gmünd war geschockt. Unter dem Motto „Rettet das Münster“ wurde eine bürgerschaftliche Bewegung aus allen Konfessionen in Gang gesetzt, die bis zum heutigen Tage unter dem Dach des Münsterbauvereins seinen Fortbestand hat. Und Hermann Hänle gehört zu den verlässlichsten Motoren. Daneben eher die bescheidenen Tagebucheinträge z.B. zur Weihnachtszeit 1999: „Der Autor (Hänle) kümmert sich auch zwischen den Jahren um’s Münster, regelmäßige Kontrollgänge werden durchgeführt.“ Die bauliche Sicherung des einsturzgefährdeten Münsters gehörten zur größten Herausforderungen, die Hänle zu meistern hatte. Dann folgte die umfassende Außensanierung einschließlich einer neuen Dacheindeckung, die allein schon ganz große Handwerkskunst war. Dazu ungezählte filigrane Projekte für die Portale, Fenster, Wasserspeier usw. Dem Münster nicht genug: Immer wieder rief der St. Salvator um Hilfe. Ganz besonders laut auch die Johanniskirche. Deren Turm-​Restaurierung war schon heftig genug. 20 Jahre später dann der Wunsch der Stadtväter nach Ausbau zum Aussichtsturm. Und jetzt ist ein auf zehn Jahre angelegtes Programm für die Gesamt-​Sanierung der ältesten Kirche der Stauferstadt angelaufen. Den Glockenturm am Münster nicht zu vergessen, dessen Renovierung gleichfalls ein mächtiger Brocken war. Im Laufe der Jahre eignete sich Hermann Hänle einen gewaltigen Wissens– und Erfahrungsschatz an. Er kann zu jeder Skulptur am und im Münster unendlich viel Interessantes erzählen. Hänle ist der absolute Steinexperte; wenn dieser von seinen „Jugendsünden“ berichtet, dann deutet er irgendwo auf Steinquader oder Steinmetzarbeiten mit denen er nicht mehr so ganz zufrieden ist, weil’s zwischenzeitlich jede Menge neue Methoden gibt.
Hermann Hänles Gmünder Herz schlägt auch für den Arbeitskreis Alt Gmünd. So zählte er zu den Machern und Schaffern bei der Begehbarmachung des Königsturms. Auch an den ersten Aktionen für die Bewahrung des Römerbads am Schierenhof war er beteiligt. Und, und, und. Jede Liste seiner steinernen Werke in und für Gmünd wäre unvollständig. Beliebt bei Bürgern und Besuchern der Stadt sind Hermann Hänles Führungen, bis hinein in den Münster-​Dachstuhl. „Volles Haus“ stets bei seinen Vorträgen. Immer bemüht und auskunftsbereit, wenn auch wir von der Zeitung Fragen stellen und Besichtigungen wollen. Kernig kann er auch seine Meinung vorbringen. Sein Machtwort zur Verhinderung des umstrittenen Parkhausbaus an der Münstergasse war vor zwölf Jahren mehr Wert als die Debatte von 50 Stadträten. Unser Gmünd ohne „den Hänle vom Münster“? Undenkbar.

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