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Nachrichten Schwäbisch Gmünd

Weitere Renovierungsabschnitte werden jetzt in Angriff genommen — Wie ein Geschichtsbuch aus der frühen Stadtgeschichte

In und an der Johanniskirche starten jetzt weitere Renovierungsabschnitte. Allein schon die Gerüstbauer leisten eine bewundernswerte Arbeit im und am ältesten Gotteshaus der Stauferstadt.

Freitag, 05. März 2010
Rems-Zeitung, Redaktion
1 Minute 25 Sekunden Lesedauer

SCHWÄBISCH GMÜND (hs). Die Gerüstbauer Bernd Trautmann und Michael Gaugel aus Bühlertann freuen sich: Eine solch schöne Baustelle haben sie nicht alle Tage: Diese eindrucksvolle Kirche, dann die tolle Aussicht von dort oben auf weitere Kirchen und Türme der Stadt, dazu der blaue Himmel. Sorgsam rüsten sie derzeit weitere Teile der Johanniskirche ein. Besonders respektvoll deuten sie auch auf den Gerüstbau im Innenraum der Kirche. Es handelt sich dort um eine besonders mächtige Konstruktion, die dazu dienen muss, dass die Restauratoren an jeden Quadratzentimeter der Decke und der wertvollen Wandmalereien herankommen können. Bislang war nur der Bereich an der Orgelempore dran. Jetzt steht das Gerüst in einem Großteil des Kirchenschiffs. Münsterarchitekt Hermann Hänle beschreibt die jetzt in Angriff genommenen Renovierungsabschnitte. Bis fast an den Chorbereich wird die Südseite der Kirche nun eingerüstet, damit die Steinmetze und Restauratoren nach einem ersten Abschnitt nun das gesamte Mauerwerk und vor allem auch die Fenster dort erreichen können. Nachdem der Winter sich nun hoffentlich verabschiedet hat, können auch die Fensteröffnungen bald wieder verglast werden. Die Mauer entlang der Bocksgasse mit ihren Verzierungen und reichem Figurenschmuck hatte in den letzten 100 Jahren besonders zu leiden, als dort die Hauptverkehrsachse der Innenstadt noch durchführte. Auspuffgase und Salze beaufschlagten die Steinwand furchtbar. Wissenschaftlich wurde und wird ermittelt, wie dieser Wand am besten zu helfen ist, damit der Zerfallsprozess dauerhaft gestoppt werden kann. Hierzu dienen auch exakte Messungen von Temperatur und Feuchtigkeit, um auch festzulegen, wie zukünftig das Kircheninnere optimal zu belüften ist. In den kommenden Monaten rücken auch Schädlingsbekämpfer an, um das Werk der Restauratoren zu unterstützen. Die gesamte Orgelempore wird dann eingehüllt und begast, um den Holzwurm zu vertreiben. Das Programm für Renovierung und Sicherung der ursprünglich romanischen Kirche, die wie ein Geschichtsbuch aus der frühen Gmünder Stadtgeschichte vor rund 800 Jahren erzählen kann, wird voraussichtlich erst 2020 komplett abgeschlossen sein. Bis dahin hofft die Münstergemeinde auf eine anhaltende Spendenbereitschaft der Bevölkerung.

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