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Nachrichten Schwäbisch Gmünd

Technikunterricht in der Grundschule: Eine Ausstellung in der Alten PH macht Prinzipien des Brückenbaus anschaulich

Technikunterricht in der Grundschule – manche angehende Lehrerin und mancher künftiger Lehrer tut sich ein bisschen schwer. Anregungen, wie man’s machen kann, gibt eine Ausstellung in der Alten PH.

Freitag, 14. Januar 2011
Rems-Zeitung, Redaktion
1 Minute 21 Sekunden Lesedauer

SCHWÄBISCH GMÜND (rw). „Technisches Bauen in der Grundschule“, so nüchtern kann man fassen, was in Wirklichkeit ein sehr sinnfälliges, lebensnahes Projekt ist. Im Hintergrund stand im Herbst eine landesweite Lehrerfortbildung in Bad Wildbad, die der Förderung der technischen Kompetenzen in der Grundschule galt. Marianne Hahn, Fachleiterin des Bereichs Mensch – Natur – Kultur am GHWRS-​Seminar in der Lessingstraße und Christian Vater (Bereichsleiter Technik) hatten die Veranstaltung geplant. Zuvor war das Projekt an einer vierten Klasse der Waldstetter Bergschule durchgeführt worden. Nun hat das Bauen unendlich viele Aspekte, bis hin zu symbolischen und rein ästhetischen. Hier hingegen ging es „nur“ um die fünf Prinzipien der Baustatik: Standsicherheit, Aussteifung, Umformung durch Profilbildung, Stabilität durch Gleich– und Eigengewicht, Wirkung der Druck– und Zugkräfte. Dabei, sagt Marianne Hahn, bringen die Schülerinnen und Schüler „unbewusstes Alltagswissen“ mit – ihnen fehlen allerdings die Begrifflichkeit und Erklärungen. Sie setzen sich mit den Phänomenen auseinander: Die Stabilität diverser Mauern aus Bauklötzen wird wortwörtlich „erfahrbar“, wenn gleichmäßig bis zum Anschlag aufgezogene Modellautos dagegen rumsen. Verblüffend einleuchtend die Bedeutung der Aussteifung durch Dreieckskonstruktion am Beispiel eines hölzernen Brückenmodells, an dem ein Ziegelstein hängt: Marianne Hahn nimmt die zwei Diagonalträger heraus, und schon biegen sich die zwei belasteten Längsträger stark durch. Senkrecht eingesetzte Stützen helfen nur wenig, die Konstruktion bleibt instabil. An fünf Tischen im Vestibül der Alten PH ist die Ausstellung aufgebaut, sie reicht auch noch die Treppe zur Kapelle hinauf – dort befinden sich Baumaterialien, die zum Ausprobieren einladen. Sie zeigen, dass man nicht unbedingt versierter Heimwerker sein muss, um Technik zu unterrichten. Und die Schüler waren sowieso von dem Projekt angetan, wie Zitate belegen: „Bauen ist geil. Alles andere ist Kindergeburtstag“, weiß einer. „Beim Bauen traut man sich alles“ ein anderer. Bis Ende Januar ist die kleine Ausstellung in der Alten PH zu sehen.

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