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Fest und Führungen in der neuen Gmünder Moschee

Die türkisch-​muslimische Ditib-​Gemeinde in Schwäbisch Gmünd bemüht sich sehr um Offenheit, Dialog und auch um Integration in die derzeit stürmische Stadtentwicklung von Schwäbisch Gmünd. Das war bereits zum Auftakt der Kermes am Donnerstag zu spüren.

Freitag, 04. Oktober 2013
Rems-Zeitung, Redaktion
1 Minute 32 Sekunden Lesedauer

Mehrmals im Jahr wird zur Kermes eingeladen. Kermes oder auch Kirmes ist gleichbedeutend mit Gemeindefest. Bodenständig-​schwäbisch gibt’s ja auch die Kirchweih, so wie jetzt wieder im Oktober mit Krämermarkt und Vergnügungspark. So sind also in diesem Wortbegriff die beiden Kulturen gar nicht so weit voneinander entfernt.
Noch bis zum morgigen Sonntag wird im neuen türkisch-​muslimischen Gemeindezentrum an der Becherlehenstraße Kermes gefeiert, wobei sich die Einladung ausdrücklich nicht nur an die eigenen Gemeindemitglieder richtet, sondern an die gesamte Bevölkerung. Täglich werden um 14 und 16 Uhr auch Moscheeführungen angeboten, zu denen man sich nicht anmelden muss, frei nach dem Motto: Einfach vorbei kommen und staunen. Denn rein aus freiwillig und privat erbrachten Spendengeldern haben die türkischen Mitbürger in den letzten zwei Jahren die größte und gewiss auch schönste Moschee des Remstals gestaltet. Die architektonische und kunsthandwerkliche Ausführung spiegelt sowohl religiöse Tradition als auch das moderne, weltoffene Islam-​Verständnis der Ditib-​Gemeinden wider.
Beim Ditib-​Verband handelt es sich um den größten Zusammenschluss muslimischer Gemeinden in Deutschland, der sich zu einem liberalen und dialogbereiten Islam in einem modernen und friedlichen Europa bekennt. Das Gemeindezentrum an der Becherlehenstraße ist aus der Moschee an der Bahnhofstraße hervorgegangen. Die musste der Landesgartenschau und dem Stadtumbau weichen, so dass sich die türkischstämmigen Bürger von Schwäbisch Gmünd dazu entschlossen, die alte Topkauf-​Baumarkbrache an der Becherlehenstraße zu übernehmen.
Im ersten Bauabschnitt ist nun die prachtvoll gestaltete Moschee entstanden, in der sich bis zu 1000 Gläubige versammeln können.
Der zweite Bauabschnitt ist gleichfalls schon in Angriff genommen. Vor allem werden diese Räume auch der Sozial– Familien– und Bildungsarbeit dienen. Für das Gesamtprojekt gibt es eine Integrationsvereinbarung mit Gemeinderat und Stadtverwaltung unter Mitwirkung vieler Partner, um das Gemeindezentrum zu einer Einrichtung der offenen Begegnung zwischen den Kulturen zu machen.
Bei der Kermes in der Gmünder Moschee geht das freundschaftliche Miteinander sozusagen auch durch den Magen. Denn an allen Tagen dürfen sich die Besucher auf Bewirtung und Leckereien freuen, die man ansonsten meist nur aus dem Urlaub kennt und zu schätzen weiß — die berühmte und herzliche türkische Gastfreundschaft sowieso.

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