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Stadt-​Sprecher betont: OB Arnold wusste von der Inszenierung nichts

Es gibt weiterhin erhebliche Irritation und Verärgerung über die fragwürdige Inszenierung einer „Hilfsaktion“ von Flüchtlingen für Flutopfer an der Eutighofer Straße. Der Rathaus-​Sprecher betont: Oberbürgermeister Richard Arnold habe von der Aktion nichts gewusst.

Freitag, 03. Juni 2016
Rems-Zeitung, Redaktion
1 Minute 49 Sekunden Lesedauer

Wie berichtet, war dort — nach übereinstimmenden Angaben von vielen Augenzeugen völlig überraschend und offenkundig von offiziellen Mitarbeitern oder Beauftragten der Stadtverwaltung eine Gruppe von Flüchtlingen aufgetaucht. Obwohl den Asylbewerbern nicht einmal Arbeitshandschuhe oder Gummistiefel mitgegeben worden waren, bekamen sie dann von einem Kamerateam die Anweisung, den Flutopfern zu helfen. Es gab aber gar nichts mehr zu helfen. Die verblüfften Menschen aus der schwer in Mitleidenschaft gezogenen Wohnanlage trauten ihren Augen nicht, als die Flüchtlinge damit beginnen mussten, bereits in Containern verstauten und teils verschlammten Sperrmüll wieder in den geräumten Keller zurück zu tragen, um medienwirksam eine spontan und freiwillig anzusehende Hilfsaktion zu spielen. Auch als die Bewohner protestierten, ließen das Kamerateam und die Begleiter von dieser kuriosen Inszenierung nicht ab. Die Bewohner betonten gegenüber der Rems-​Zeitung allesamt, dass sich ihre Verärgerung nicht gegen die Asylbewerber richte. Vielmehr taten ihnen die Flüchtlinge leid, weil sie augenscheinlich in die Statistenrolle schlüpfen mussten. Auf die Nachfrage der Bewohner bei den Flüchtlingen, wer diesen Unsinn überhaupt angewiesen habe, sei mehrfach sinngemäß zum Ausdruck gekommen: Der Oberbürgermeister hat gesagt, wir müssen jetzt helfen. Diesen Eindruck weist nun Rathaus-​Pressesprecher Markus Herrmann strikt zurück. In einer von der Stadtverwaltung am Freitag veröffentlichen Stellungnahme heißt es zu den Vorgängen wörtlich: „Zum Medienbericht über einen Hochwasserbeitrag eines Fernsehteams in Schwäbisch Gmünd stellt die Stadtverwaltung klar, dass die Gmünder Stadtspitze keine Medieninszenierung angewiesen hat. Die Dreharbeiten eines Kamerateams nach dem Unwetterunglück haben in der Eutighofer Straße in Schwäbisch Gmünd für Irritationen bei den Anwohnern gesorgt. Die Stadtverwaltung stellt dazu klar: Das Team war erst spät nach dem Unwetterunglück zu Dreharbeiten angereist. Da der überwiegende Anteil der akuten Hilfeleistungen der Unglücksnacht und des Folgetages zu diesem Zeitpunkt bereits beendet waren, baten die TV-​Journalisten darum, an der Zufahrtsstrecke in die Stadt — an der das Drehteam noch das vom Wasserschaden betroffene Mobiliar vorfand — nochmals einige Hilfsszenen nachzustellen. Es bestand dabei der Wunsch, speziell hier auch Flüchtlinge zu filmen, da diese bereits in den Tagen zuvor an anderer Stelle mit angepackt hatten. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Gmünder Flüchtlingsbetreuung haben auf diesen Wunsch hin den Kontakt zu den Flüchtlingen hergestellt. Es gab zu keinem Zeitpunkt eine Anweisung der Gmünder Stadtspitze, speziell auch durch Oberbürgermeister Richard Arnold, hier eine Inszenierung vorzunehmen. Der Oberbürgermeister und die Dezernenten waren über diese Dreharbeiten und diesen Wunsch des Teams nicht informiert und hatten in den Aufregungen dieser Geschehnisse und Tage auch weder die Möglichkeit, den Wunsch, noch die Zeit sich mit Detailfragen einer Medienanfrage zu beschäftigen.“

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