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OB Arnold bleibt in Gmünd!

Foto: svgd

Gmünds Oberbürgermeister Richard Arnold hat eine Entscheidung in Sachen OB-​Wahl in Stuttgart getroffen: Er wird sich nicht als Kandidat zur Verfügung stellen! Dies hat er am Mittwoch in einem Brief an seine Stuttgarter Parteifreunde mitgeteilt. Nachfolgend der Brief:

Mittwoch, 12. Februar 2020
Heinz Strohmaier
1 Minute 56 Sekunden Lesedauer

Liebe Parteifreunde,
liebe Stuttgarter Mitkämpfer,
zunächst möchte ich mich aus ganzem Herzen bei euch bedanken. Ganz ehrlich:
Die positiven, mutigen und spannenden Gespräche der vergangenen Wochen haben mich bewegt und motiviert. Ich bedanke mich für das Vertrauen, dass ihr mir eine Kandidatur und ein Engagement in unserer Landeshauptstadt zutraut. Die OB-​Wahl im November ist dabei mehr als eine Entscheidung über den Chefsessel im Rathaus am Stuttgarter Marktplatz. Es ist eine Weichenstellung für ein neues Klima nicht nur in der Landeshauptstadt, sondern in der Region, ja im gesamten Südwesten.
Neue Konzepte für unsere Mobilität, kreative Lösungen für den Städtebau, zukunftsorientierte Arbeitsplätze, unkonventionelle Geschäftsideen, liberale Offenheit für die Welt, Labor und Keimzelle für Kunst, Kultur, Musik und neue Lebensformen: Wer, wenn nicht Stuttgart – eine der spannendsten, leistungsfähigsten, finanzstärksten und vielversprechendsten europäischen Metropolen – kann sich diesen Herausforderungen jetzt aktiv stellen und damit auch zu einer „Leitstadt“ für unser Land werden. Und ich sage es ganz bewusst: Die damit auch auf die längst verdiente Augenhöhe mit Metropolregionen wie München oder Frankfurt aufrücken muss. Was sind denn 866 Millionen Euro für die vieldiskutierte und umschwärmte Elbphilharmonie in Hamburg, wenn wir ein neues Kulturareal in Stuttgart für eine Milliarde Euro planen? Und doch gehen wir in Stuttgart so verhupft und verschämt damit um, wie wenn wir eine etwas zu luxuriöse Kehrwoche planten. Oper, Schauspiel, die neuen Entwicklungsflächen dank Stuttgart 21, neue Innenstadtmobilität gegen Stau und Feinstaub: Das sollte für den neuen OB oder die neue Oberbürgermeisterin keine Last sein. Sondern Lust auf Neues, Ungewohntes, bislang noch nicht Gedachtes machen. Wir brauchen tatsächlich einen Klimawandel; wir müssen den stickigen Stuttgarter Treibhauskessel dringend lüften, liebe Parteifreunde!
Die vergangenen Jahre waren allerdings für unsere Landeshauptstadt verlorene Jahre. Jetzt brauchen wir keinen braven Verwalter. Und selbst ein ordentlicher Gestalter reicht noch nicht. Wir brauchen einen mutigen Entdecker für das Neuland, das vor uns liegt! Jemand, der die Menschen mitreißt, der Emotionen wecken kann, der auch scheinbar altbackene Themen und Fragen wie Heimat, bürgerschaftliches Engagement, Verantwortung, Familie, Vereine und Freundeskreis mit neuen, modernen Inhalten und Antworten füllen kann.
Wie gesagt: Es ehrt mich sehr, dass mich der eine oder andere in dieser Aufgabe sieht.
Und ja: Es bestärkt mich auch ein wenig im Gefühl, in den vergangenen Jahren nicht alles falsch gemacht zu haben.
Nach langer, intensiver Überlegung und nach vielen Gesprächen in der Familie und im engen Freundeskreis bin ich allerdings zu einer anderen Entscheidung gekommen: Ich sehe mit inzwischen ja auch 61 Jahren meine Zukunft und meine Aufgaben – bei allen reizvollen Herausforderungen zwischen Neckar und Nesenbach – weiter hier in Schwäbisch Gmünd.

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