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Henning Mühlleitner: Olympia-​Einzelstart noch offen

Foto: RZ-​Archiv

Ob der Gmünder Spitzenschwimmer Henning Mühlleitner bei den Olympischen Spielen in Tokio (23. Juli bis 8. August) neben der Staffel über 4 x 200 Meter Freistil auch im Einzelwettbewerb über 400 Meter Freistil an den Start gehen darf, entscheidet sich im Laufe dieser Woche, wenn der Deutsche Schwimmverband (DSV) den endgültigen Kader nominiert.

Sonntag, 18. April 2021
Alex Vogt
1 Minute 54 Sekunden Lesedauer

Nach absoluten Weltklasseleistungen vieler deutscher Schwimmerinnen und Schwimmer bei der Olympiaqualifikation in Berlin neigen die beiden Bundestrainer Bernd Berkhahn und Hannes Vittense dazu, alle Startoptionen auszunutzen. Das Prunkstück im olympischen Programm sind aus deutscher Sicht derzeit die 400 Meter Freistil. Hier kraulte Doppelweltmeister Florian Wellbrock (SC Magdeburg) am Samstag in Berlin mit 3:44,36 Minuten bis auf eine Hundertstelsekunde an seine Weltjahresbestleistung, die er vor einer Woche in Magdeburg erzielt hatte, heran.
Dahinter verbesserten der 19-​jährige Lukas Märtens (SC Magdeburg) mit 3:44,86 Minuten und der Gmünder Henning Mühlleitner (Neckarsulmer Sport-​Union) mit 3:45,36 Minuten ebenfalls ihre eine Woche alten Bestzeiten von 3:45,29 und 3:45,55 Minuten, um erneut die Olympia-​Norm von 3:46,40 Minuten zu unterbieten. Während Mühlleitner in Eindhoven mehr oder weniger allein im Becken war „und ich dort mein eigenes Ding geschwommen bin“, freute er sich in Berlin, „dass ich die beiden Jungs neben mir hatte. Die haben mich noch einmal schön nach vorne gepeitscht.“
Im Vorlauf über 400 Meter Freistil am Samstag schwamm sich das DSV-​Trio erst einmal warm. Praktisch einen Handschlag nach Wellbrock (3:48,58) schlug Mühlleitner (3:48,75) als Zweiter an, während Märtens (3:51,10) Körner fürs Finale am Samstagabend sparte. Das sollte sich für den jungen Magdeburger Shootingstar auszahlen. Auf der letzten Bahn setzte sich Wellbrock (3:44,35) mit Märtens (3:44,86) im Schlepptau etwas von Mühlleitner ab, der mit 3:45,36 Minuten seine persönliche Bestzeit von Eindhoven (3:45,55) noch einmal toppte.
In einem spannenden Rennen führte der Gmünder nach 50 (26,91 Sekunden) und 100 Metern (55,13). Bei 200 Metern war er (1:53,24) Dritter, bei 350 Metern mit den beiden Magdeburgern gleichauf, ehe er im Endspurt das Nachsehen hatte. Wellbrock und Märtens sicherten sich so die beiden Startplätze des DSV für Tokio.
„Bei einer guten Konkurrenz kommt auch ein entsprechendes Ergebnis heraus“, freute sich Mühlleitner dennoch über seine neue Bestzeit, mit der er in der Weltjahresbestenliste immerhin auf Rang sieben liegt. Mühlleitner denkt darüber nach, „in der Olympiavorbereitung nun auch öfter mit Wellbrock und Märtens zusammen in Magdeburg zu trainieren.“
Vielleicht darf der Gmünder im Einzel über 400 Meter Freistil sogar in Tokio starten. Denn laut Wellbrock gibt es die Tendenz, dass er diese Strecke weglässt, um sich nicht zu verzetteln. Seine Hauptstrecken sind die 800 und 1500 Meter Freistil im Becken sowie die zehn Kilometer im Freiwasser.
Mühlleitner hielt sich am Sonntag in Sachen Einzelstart professionell zurück: „Dazu kann ich leider noch keine belastbare Aussage machen. Ich gehe davon aus, dass im Laufe dieser Woche eine Entscheidung fällt.“

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