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Nachrichten Spraitbach

Spraitbach: 90. Geburtstag von Alt-​Bürgermeister und Ehrenbürger Walter Zepf

Foto: gbr

Es besteht kein Zweifel: Walter Zepf hat in 36 Jahren als Spraitbacher Bürgermeister Maßstäbe gesetzt. Noch Jahrzehnte nach seiner Pensionierung war beim Empfang zu seinem 90. Geburtstag die überaus große Wertschätzung zu spüren, die er in der Gemeinde genießt. In freier Rede nahm der geistig und körperlich sehr rüstige Spraitbacher Ehrenbürger bei dieser Gelegenheit die Gäste mit in die Vergangenheit und erzählte davon, dass nicht alles, was man heute als selbstverständlich betrachtet, auf den Weg zu bringen war.

Samstag, 24. Dezember 2022
Gerold Bauer
1 Minute 54 Sekunden Lesedauer

Walter Zepf entspricht mit seinem gesamten Habitus dem, was man sich unter dem Bürgermeister einer schwäbischen Landgemeinde vorstellt: Politisch eher konservativ, als Verwaltungsfachmann ausgestattet mit viel Pflichtgefühl und Kostenbewusstsein – aber auch mit dem sprichwörtlichen Gen der Schwaben gesegnet, durch Mut und clevere Ideen neue Wege zu beschreiten. Dazu kommt bei ihm noch die stets gelungene Balance zwischen Respektsperson und Bürgernähe.
Diese Eigenschaften sorgten dafür, dass man sich heute noch mit großer Hochachtung in Spraitbach und darüber hinaus an die „Ära Zepf“ erinnert. In den insgesamt 36 Jahren als Schultes hat sich der Ort von einem für die Gegend typischen und landwirtschaftlich geprägten Dorf zu einer modernen Gemeinde mit zahlreichen Arbeitsplätzen gewandelt. In seine Amtszeit fiel auch das deutsche Wirtschaftswunder nach dem Zweiten Weltkrieg. Schon früh hatte Zepf erkannt, dass die verkehrsgünstige Lage direkt an der B 298 – auf der stark frequentierten Achse zwischen Schwäbisch Gmünd und Schwäbisch Hall – eine große Chance für die Gemeinde bot. Platz war ja damals reichlich vorhanden und Arbeitsplätze wurden auch im ländlichen Raum ebenso gebraucht wie Wohnraum, so dass während Zepfs Amtszeit neben den Wohngebieten ein modernes Industrie– und Gewerbegebiet entwickelt und besiedelt wurde. Volkmar Klaus mit seiner Firma Bully zum Beispiel trug von dort aus mit seinen Spielzeugfiguren made in Spraitbach den Namen der Gemeinde in die ganze Welt hinaus.
Gleichzeitig blieb in Spraitbach aber auch die Kirche im Dorf, besser gesagt sogar zwei Kirchen. Und dies sowohl wortwörtlich wie auch im übertragenen Sinn. Gemeint ist damit, dass trotz eines zeitweise sehr rasanten Wachstums (durch die Erschließung vieler Bauplätze) das Miteinander und das Gemeinschaftsgefühl in Spraitbach nicht verloren gingen. Bis heute spielen nicht zuletzt die Vereine eine wichtige Rolle im öffentlichen Leben.
Der in Frittlingen im Landkreis Tuttlingen am 24. Dezember 1932 geborene Walter Zepf wurde 1958, 1965, 1977 und 1985 jeweils mit deutlicher Mehrheit zum Bürgermeister von Spraitbach gewählt; 1983 erhielt er für die gelungene Ortskernsanierung die Staatsmedaille in Gold und 1986 folgte das Bundesverdienstkreuz am Bande. In Spraitbach war und ist man sich stets der herausragenden Verdienste von Walter Zepf bewusst. Aus diesem Grund ernannte man ihn – nach Pfarrer Anton Stock und dem legendären Landarzt und Literaten Dr. Hans Kinkel – zum dritten Ehrenbürger der Gemeinde Spraitbach.

Am Dienstag, 27. Dezember, berichtet die Rems-​Zeitung über den Geburtstagsempfang!

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