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Nachrichten Schwäbisch Gmünd

Nurejew in Schwäbisch Gmünd

Foto: dez

30 Jahre nach seinem Tod widmet das Tanz Theater Pforzheim derzeit mit seinen 15 Tänzerinnen und Tänzern dem berühmten Tänzer Rudolf Nurejew ein noch nie dagewesenes Stück. Vergangenen Freitag konnte man die atemberaubende Hommage „Nurejew“ im Congress-​Centrum erleben.

Dienstag, 21. März 2023
Thorsten Vaas
1 Minute 26 Sekunden Lesedauer

Schonungslos und ehrlich erzählte das Ensemble in zwei Akten das Leben des Ausnahmetalents von der Geburt bis zu seinem tragischen Tod. Charles Antoni verkörperte Rudolf Nurejew.
Nurejew war zweifellos der begnadetste Tänzer seiner Zeit. Das zeigte bereits Tanzdirektor Guido Markowitz in einer Einführung kurz vor Vorstellungsbeginn. Gemeinsam mit Damian Gmür hat er das Stück konzipiert, um damit dessen eindrucksvolles Leben zu würdigen. In seiner begeisterten Rede gab Markowitz Einblicke in die Hintergründe des Stücks und zeichnete Nurejew als den Menschen und Tänzer, der er war. „Nurejew hat bis zum Schluss getanzt“, erklärt Markowitz und verweist damit auf Nurejews tragischen Tod 1993 an der Immunkrankheit Aids.
1938 geboren in der transsibirischen Eisenbahn, wuchs Nurejew in einer armen Familie mit Strenge auf. Mit der Flucht aus der Sowjetunion 1961 gelang Nurejew der Durchbruch. Mit seiner Leichtigkeit, Aura, Leidenschaft und Kraft tanzte er auf den Bühnen der Welt und revolutionierte das Ballett. Er schaffte es, das vormalige System zu durchbrechen und so den Mann der Frau im Ballett gleichzustellen.
Angefangen von der Musik, den Kostümen, der Atmosphäre im Raum und dem Ausdruck aller Tänzer bis hin zu den sanften und kräftigen Bewegungen, schaffte das Ensemble es, Nurejew für zwei Stunden wiederzubeleben. Begleitet wurde die Tanzgruppe von der badischen Philharmonie mit ihrer klassischen und zeitgenössischen Musik. Der Faun stand im Stück für Nurejews Kreativität, Kunst, Muse und Gier. Für all das, was Nurejew liebte, stand im Tanz der Schwan. Die Tanz Compagnie schaffte es, alle Seiten und Einschnitte seines Lebens auf die Bühne zu bringen und damit für eine einmalige Atmosphäre im Saal zu sorgen.
Der junge und erwachsene Nurejew tanzten am Ende des Stücks ein gemeinsames Duett, symbolisch für den Rückblick in seine Jugend, bei der der Tod sein Leben übernimmt. Mit diesem bewegenden Moment schloss sich der Vorhang und hinterließ das Publikum mit Gänsehaut und sicherlich vereinzelt glasigen Augen.

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