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Heubach: Miedermuseum bekommt Raum im Stadtarchiv — Archivar hat deshalb gekündigt

Symbol-​Foto: gbr

Die Stadt Heubach hat ein sehr gut geführtes Archiv. Archivar Dr. Michael Hensle hat aber gekündigt, weil ihm die veränderte Raumsituation im Zuge der Schlosssanierung nicht gefällt. Wegen der Renovierung des Heubacher Schlosses hätte er sich seine Räume im Kulturhaus Silberwarenfabrik mit dem Miedermuseum teilen müssen.

Sonntag, 24. März 2024
Gerold Bauer
1 Minute 34 Sekunden Lesedauer

Wenn eine Stadt eine so lange facettenreiche Geschichte wie Heubach hat, dann verpflichtet das historische Erbe auch zu einer sorgfältigen Dokumentation. Fast 40 Jahre lang hatte Gerhard Kolb das Heubacher Stadtarchiv ehrenamtlich geleitet und hervorragende Arbeit geleistet.
Nachdem Kolb 2015 altershalber sein Ehrenamt niedergelegt hatte, schrieb die Stadt den Posten aus und fand in Person des aus Freiburg stammenden Dr. Michael Hensle (damals 62 Jahre alt) einen Nachfolger, der im Rahmen eines Werkvertrags zwei Tage pro Woche das Heubacher Stadtarchiv betreute. Mit seiner Arbeit sei man sehr zufrieden gewesen, sagte Hauptamtsleiter Eckhard Häffner und bedauerte, dass Dr. Hensle diesen Dienst quittiert hat.
Anlass für dessen Kündigung war die Unzufriedenheit des Stadtarchivars mit der Raumsituation. Sein Missfallen hat Dr. Hensle in einem offenen Brief an den Heubacher Bürgermeister Dr. Joy Alemazung formuliert. Er habe eine professionelle Archivdatenbank aufgebaut, mehrere Findbücher erstellt und das Archiv elektronisch zugänglich gemacht. Es könne mit Recht behauptet werden, dass das Stadtarchiv Heubach eines der best erschlossenen Kommunalarchive des Ostalbkreises sei, schreibt der Wissenschaftler.
Dass er sich seine Räume im Kulturhaus Silberwarenfabrik aufgrund der Sanierung des Schlosses nun mit dem Miedermuseum teilen müsse, wolle er nicht akzeptieren und lege daher sein Amt nieder. Die aktuelle Raumplanung der Stadt laufe auf eine Zerstörung des Archivs hinaus. Auf keinen seiner Alternativvorschläge sei eingegangen worden. „Ich bin tief enttäuscht von Ihnen, Herr Bürgermeister Dr. Alemazung – auch menschlich“, schreibt er.
In Vertretung des Bürgermeisters sagte Hauptamtsleiter Häffner, dass man keineswegs die Absicht hatte, das Archiv zu zerstören. Es sei vielmehr darum gegangen, dass sich der Archivar, der normalerweise einmal im Monat sein Büro benutze und ansonsten im Homeoffice arbeite, dieses sehr große Büro mit der Kuratorin des Miedermuseums, Kerstin Hopfensitz, hätte teilen sollen. Auch sie sei nur an einzelnen Tagen vor Ort, so dass sich die beiden sicherlich hätten arrangieren können, erklärte Häffner. Der Personalrat der Stadt Heubach habe die Kündigung von Dr. Hensle akzeptiert, so dass dessen Stelle (wenn möglich mit einem größeren Stundenumfang) ausgeschrieben werde – eventuell als interkommunale Lösung.

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