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Kommentar: Fußballmärchen geht in die nächste Runde

Grafik: RZ

Unser Redakteur Timo Lämmerhirt begleitet den FCH seit 2014 regelmäßig. In der Bielefelder Schüco-​Arena war er vor Ort — und hat etwas live erlebt, was er so noch nie erlebt hatte: Freude trotz Niederlage. Das eine Spiel aber darf nicht täuschen, ein Kommentar.

Montag, 29. Juni 2020
Timo Lämmerhirt
1 Minute 41 Sekunden Lesedauer

„Surreal“, so hat FCH-​Vorstandsvorsitzender Holger Sanwald die Situation rund um seinen Verein beschrieben. In der vergangenen Woche, nach dem Last-​Minute-​Sieg gegen den Hamburger SV, benutzte er die Vokabel „kitschig“. Dieser kitschige Sieg aber gegen den einstigen Bundesliga-​Dino war letztlich ausschlaggebend für das Erreichen der Relegation, hat den Hamburgern den Zahn gezogen. Den eigenen Jubel wollte man noch im Keim ersticken, schließlich hatte man noch nichts erreicht. Rückblickend aber war das schon der Jubel über das Erreichen der Relegation.
Wenngleich die Heidenheimer mit einem Punkt mehr auf dem Konto formell die besseren Karten gehabt zu haben schienen vor diesem letzten Spieltag: sportlich war die Hürde beim Zweitligameister Arminia Bielefeld die höhere als ein Heimspiel gegen den SV Sandhausen. Die Sandhäuser revanchierten sich damit zugleich für die vergangene Saison. Da ging es am letzten Spieltag darum, dass der FCH Ingolstadt schlägt, damit der SVS die Klasse hält. „Da haben wir auch Gas gegeben. Im Hinterkopf hatte ich das vor dieser Partie schon noch“, sagte Sanwald nach dem Schlusspfiff sichtlich erfreut. Er hatte auch gleich Sandhausens Präsident Jürgen Machmeier angerufen und sich bei ihm stellvertretend bedankt. Mit dem Erreichen der Relegation geht dieses Fußballmärchen dieses doch recht kleinen Klubs in die nächste Runde. Die Gesetzmäßigkeiten des Profifußballs scheinen durch den Klub von der Brenz außer Kraft gesetzt. „Ganz Deutschland schaut uns jetzt am Donnerstag in Bremen zu und denkt: Die bekommen jetzt die Hucke voll. Schauen wir mal.“
Das 0:3 sollte also nicht über den Gesamteindruck der Heidenheimer in dieser Saison hinwegtäuschen. Was der FCH geschafft hat, das hatte sicher kein Experte vor der Saison auf dem Zettel. Gegen den SV Werder Bremen wird den 1. FC Heidenheim vermutlich auch keiner auf dem Zettel haben. „Vielleicht ist das ja unsere Chance“, so Sanwald. Der FCH hat sich spätestens mit dem Sieg über den Hamburger SV, den er übrigens im Hinspiel auch schon geschlagen hatte, einen Namen gemacht in Deutschland. Nun aber, mit diesem Erreichen der Relegation, ganz bestimmt – ganz gleich, ob der Sprung in die Beletage des deutschen Profifußballs nun gelingen mag oder nicht. Hamburg dagegen dürfte nach dem zweiten Scheitern in Folge in Trümmern liegen – auch dank des FCH.

timo.​laemmerhirt@​remszeitung.​de

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