Direkt zum Inhalt springen

Nachrichten Schwäbisch Gmünd

Gmünder Bürgermeisterwahl: Christian Baron tritt in die Fußstapfen von Dr. Joachim Bläse

Fotos: Heino Schütte

Schwäbisch Gmünd hat einen neuen Ersten Beigeordneten: Die „Nummer 2“ im Rathaus an der Seite von OB Richard Arnold ist zukünftig Christian Baron (CDU). Die parteiunabhängige Bewerberin Karin Schüttler unterlag mit 23 gegen 27 Stimmen bei einer Enthaltung relativ knapp.

Mittwoch, 30. September 2020
Heino Schütte
1 Minute 57 Sekunden Lesedauer


Die Alterspräsidentin des Gemeinderats, Stadträtin Dr. Dorothea Kosin, hatte die Ehre, im Losverfahren die Reihenfolge der Vorstellungsreden zu bestimmen. Die Kandidaten hatten jeweils 20 Minuten Zeit, um sich und ihre Ziele vorzustellen. Karin Schüttler machte den Anfang. „Wege entstehen dann, wenn man sie geht“, stellte sie ihrer Präsentation voran. Ihr sei bewusst, welche große Spuren Dr. Joachim Bläse als Bürgermeister in dieser Stadt hinterlassen habe. Mit Respekt vor seiner Arbeit wolle sie die Herausforderung übernehmen und seine Nachfolge antreten.“ Baron beschrieb sich als hochmotiviert und Gmünd-​begeistert. Vier Schwerpunkte rückte er in der Mittelung seiner Bewerbungsrede: Finanzen, Bildung, Arbeitswelt und Gesellschaft. Starker Beifall, der zunächst nicht zu unterscheiden war, galt für beide Kandidaten. Standing Ovations und Begeisterungsrufe dann jedoch bei der Bekanntgabe des Wahlergebnisses bei der CDU-​Fraktion, eher nur höflich in den Reihen der anderen Parteien. Dort war die Enttäuschung auf vielen Gesichtern abzulesen. Herzliche Sympathiekundgebungen von allen Seiten waren allerdings beiden Kandidaten gewidmet. Es herrschte eine faire Atmosphäre. Ausführlicher Bericht und erste Stimmen zum Wahlausgang am Donnerstag in der Rems-​Zeitung.

Zur Gmünder Bürgermeisterwahl hier ein Kommentar von RZ-​Redakteur Heino Schütte:

Gmünd gewinnt

Schade, dass es es am Mittwoch keine zwei Chefsessel im Rathaus zu besetzen gab

Das war spannend und in Erwartung einer großen Überraschung. Würde wohl erstmals in der Geschichte der Stauferstadt eine Frau als Erste Beigeordnete ins Rathaus einziehen? Und dazu auch noch eine Parteiunabhängige? Der neue Gemeinderatsmehrheit jenseits der CDU war die Enttäuschung angesichts des Abschneidens von Karin Schüttler ins Gesicht geschrieben. Schüttler präsentierte sich als kompetente Fachfrau mit betont sozialen und bildungspolitischen Gedanken für eine gute Gmünder Zukunft. Die große Überraschung blieb aus. Die kleine Überraschung: Die besagte neue Mehrheit jenseits der einst allmächtigen CDU ist kein neuer Block, sondern bunt und bürgerschaftlich. Christian Baron erntete mehr als nur die CDU-​Stimmen. Das ist lebendige Demokratie. Interessant ist auch die eine Stimmenthaltung. Vielleicht war es ein Stadtrat, der die Qual dieser Wahl nicht ertragen konnte. Denn es waren zwei echte Spitzenkandidaten, die sich auf gleicher Augenhöhe begegneten. Karin Schüttler erhielt auch aus den Reihen der CDU viele positive Kommentare. Möglicherweise ja auch Stimmen. Eigentlich schade, dass gestern nicht zwei Chefsessel im Rathaus zu besetzen waren. Christian Baron überzeugte mit Gmünder Herzblut und seinem enormen Engagement in vielen Ehrenämtern. Dieses bürgerschaftliche Engagement hatte er schon mitgebracht, als er vor 20 Jahren als damals jüngster Stadtrat ins Rathaus einzog und eine Bürgermeister-​Bewerbung noch in weiter Ferne lag. Ähnlich war auch der Weg von Dr. Joachim Bläse. Christian Baron hat das Zeug dazu, in die großen Fußstapfen seines Vorgängers zu treten. Gmünd hat gestern gewonnen.


Interesse an der kompletten Digitalausgabe?
Die Rems-Zeitung gibt es auch online im Direktkauf bei iKiosk

14 Tage kostenlos und unverbindlich testen?
Das RZ-Probeabo - digital oder klassisch mit Trägerzustellung

1811 Aufrufe
469 Wörter
27 Tage 14 Stunden Online

Beitrag teilen

schauorte zwischen Wald und Alb
Schwäbisch GmündNachrichten und Tipps im Remstal

#gemeinsam - Lieferdienste und Hilfsangebote
Corona-Hilfsangebote zwischen Wald und Alb


QR-Code
remszeitung.de/2020/9/30/buergermeisterwahl-christian-baron-tritt-in-die-fussstapfen-von-dr-joachim-blaese/